UV-Schutz für jeden Hauttyp

Sommer, Sonne, draußen sein! Mit der richtigen Vorsorge können Sie die heiße Jahreszeit mit gutem Gewissen genießen
von Birgit Ruf, 19.07.2017

Gut eincremen ist am Strand besonders wichtig

Shotshop/Danstar

Sonne tut so gut! UV-Strahlung hebt die Stimmung, hilft der Haut, Vitamin D zu bilden – und kann manche Hautkrankheiten verbessern, etwa Schuppenflechte. Das ist die positive Nachricht. Die nicht so gute: Wer sich ungeschützt den Sonnenstrahlen aussetzt, riskiert Sonnenbrand, das Risiko für Hautkrebs steigt, die Haut altert vorzeitig. Was also tun?

"Wer Sonnenschutz ernst nimmt und geeignete Produkte korrekt anwendet, kann sein Risiko für Sonnenbrand, übermäßige Hautalterung und Hautkrebs senken", sagt Dr. Beate Volkmer von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP e. V.). Das belegt eine Langzeitstudie aus Australien.

Sonnenschutz ernst nehmen, das heißt: die pralle Mittagssonne zwischen elf Uhr und 15 Uhr am besten meiden. Dann nämlich wirken die UV-Strahlen am stärksten. Und ansonsten die Haut schützen – entweder mit spezieller Sonnenschutzbekleidung und/oder mit einem geeigneten Sonnenschutzprodukt. Wichtig: Es sollte sowohl UV-A- als auch UV-B-Filter enthalten. Beide Anteile des ultravioletten Lichts können nämlich Krebs erzeugen.

Das Problem dabei: Viele Menschen mögen das schmierige Gefühl auf der
Haut nicht, das manche Sonnenschutzprodukte hinterlassen. "Doch in den vergangenen Jahren sind die Rezepturen deutlich verbessert worden", weiß Inga Loh, Pharmazieingenieurin in einer Apotheke in Rostock. Im Folgenden geben die Expertinnen Tipps für jeden Hauttyp.

1. Problemlose Erwachsenenhaut

Wer unempfindliche Haut hat und nicht zu Neurodermitis neigt, hat die Auswahl an vielen geeigneten Sonnenschutzmitteln. Lotionen lassen sich leicht verteilen und eignen sich für großflächige Körperpartien wie Arme, Beine oder Rücken. Cremes verwendet man fürs Gesicht und für trockene Stellen, etwa die Unterschenkel. Manche Produkte für extrem trockene, "anspruchsvolle" Haut enthalten feuchtigkeitsbindende Hyaluronsäure, wie man sie von Pflegeprodukten für trockene Gesichtshaut kennt. Sprays eignen sich u. a. gut für stark behaarte (Männer-)Haut, weil sie sich sehr leicht auftragen lassen. Bitte großzügig sprühen, aber nicht ins Gesicht – die Inhaltsstoffe verteilen sich von selbst (Fachjargon: "spreiten") und könnten in die Augen gelangen.

2. Kinderhaut

Die Haut von Babys und Kleinkindern ist sehr dünn und empfindlich. Sie hat noch keinen Eigenschutz entwickelt. Experten raten daher, Babys und kleine Kinder nicht der Sonne auszusetzen und ihnen spezielle Schutzkleidung einschließlich Hut anzuziehen. "Fürs Planschen im Wasser gibt es inzwischen Schwimmanzüge mit halblangen Armen und Beinen", sagt Beate Volkmer. Unbedeckte Stellen können mit physikalischen statt mit chemischen Filtern eingecremt werden. Das heißt: In der Lotion oder der Creme stecken kleine Pigmente, welche die UV-Strahlen wie Spiegel reflektieren. Ab etwa sechs Jahre können Kinder Kombipräparate verwenden, die sowohl physikalische als auch chemische Filter enthalten. Letztere dringen in die Haut ein.

3. Problematische Haut

Neigt die Haut zu Mallorca-Akne oder Neurodermitis, braucht sie ein bisschen Extrazuwendung. Wichtig ist, dass der Sonnenschutz weder Duft- oder Konservierungsstoffe noch Emulgatoren enthält, das würde zusätzlich reizen. Für Geplagte mit Mallorca-Akne, also mit kleinen Pickelchen, die nach dem Sonnenbaden entstehen, gilt: "Sie bessert sich, wenn man UV-Strahlung meidet", sagt Beate Volkmer.

"Was die Akne auslöst, ist aber unklar." Als Sonnenschutz eignen sich in diesem Fall Creme-­Gele ohne Fett. "Sie fühlen sich wie eine leichte Creme an und haben zum Teil einen mattierenden Effekt", sagt Loh. "Lieber fettfrei" gilt bei Mallorca-Akne übrigens auch bei der Pflege nach der Sonne. Lassen Sie sich beim Hautarzt oder in der Apotheke beraten.

Das gilt für alle Hauttypen

Der passende Lichtschutzfaktor (LSF): Welchen Sonnenschutz Sie brauchen, hängt von diversen Faktoren ab. Standard ist 30. Menschen mit hellem Teint brauchen einen hohen LSF, etwa 50. Das Gleiche gilt, wenn Sie in die Berge oder ans Meer fahren. Achtung: Manche Medikamente machen die Haut sonnenempfindlicher, es kann leichter zu Pigmentflecken oder Sonnenbrand kommen. Ihr Apotheker berät Sie, welchen UV-Schutz Sie benötigen.   


Praxis-Tipps zum Sonnenschutz

  • Großzügig verteilen: Schluss mit geizig – wir brauchen viel mehr Sonnencreme als gemeinhin gedacht. Für Arm, Bein, Gesicht, Brust/Bauch und Rücken/Po müssen Sie jeweils mindestens einen Esslöffel Lotion verwenden.
  • Nachschmieren: Auch wenn "wasserfest" auf dem Etikett steht: Beim Schwimmen und Schwitzen werden Teile der Creme abgewaschen.
  • Die Augen schützen: Sie sind sehr sonnenempfindlich, brauchen Gläser mit UV-Schutz (beim Optiker nachfragen).
  • Die Pflege danach: Erst die Sonnencreme abwaschen, dann die Haut je nach Hauttyp mit einer leichten Öl-in-Wasser-Lotion oder reichhaltigeren Wasser-in-Öl-Lotion pflegen.

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