Herzpatienten: Vorsicht bei Kälte

Eisige Temperaturen können Herz und Gefäße belasten. Wer gefährdet ist, sollte deshalb im Winter einige Tipps beachten

von Stephan Soutschek, aktualisiert am 23.02.2015

Herzpatienten sollten sich gegen die Kälte warm anziehen

Fotolia/yazz

Fällt die Außentemperatur in den Minusbereich, lässt das unseren Körper nicht kalt. Die Muskeln ziehen sich zusammen und die Haare auf der Hautoberfläche stellen sich auf – wir zittern und kriegen eine Gänsehaut. So versucht der Organismus, uns mit Wärme zu versorgen. Eine weitere Reaktion auf die Kälte ist von außen nicht sichtbar: Auch die Blutgefäße ziehen sich zusammen, vor allem in der Körperperipherie. Das soll ebenfalls Wärme sparen.

Dieser an sich sinnvolle Vorgang kann für Menschen mit anfälligem Herz-Kreislaufsystem ein Problem darstellen. Denn verengen sich die Gefäße, steigt der Blutdruck. Zudem können Durchblutungsstörungen die Folge sein, zumal wenn bereits Ablagerungen an den Gefäßwänden bestehen. Gerade bei anstrengenden Aktivitäten wie Schnee schippen kann das einen Herzinfarkt begünstigen.


Bei Kälte häufiger Blutdruck messen

Die Deutsche Herzstiftung rät deshalb Herzpatienten, bei Kälte ihren Blutdruck und ihren Puls häufiger zu messen. Gefährdet seien vor allem Menschen, die unter einer koronaren Herzkrankheit, Bluthochdruck, Herzschwäche, Vorhofflimmern oder unter Beinvenenthrombosen litten.

Herzpatienten klären am besten mit ihrem behandelnden Arzt ab, welche körperlichen Belastungen sie sich im Winter zumuten können. Gegebenenfalls müssen sie das Schneeschippen besser anderen überlassen.

Aktiv gegen Winterblues

Das bedeutet aber nicht, dass man sich gar nicht mehr ins Freie wagen sollte. Im Gegenteil: Ein Winterspaziergang trägt dazu bei, Stress abzubauen und kann so günstig auf die Blutdruckwerte wirken. Dabei aber auf warme Kleidung achten. Auch andere Aktivitäten, die einem Spaß machen, beugen trüben Gedanken vor, die sich in den dunklen Wintermonaten leichter einstellen können.

Grippeschutz, gesunde Ernährung und Bewegung

Da eine Grippeerkrankung den Kreislauf belastet, sollten Herzpatienten nach Möglichkeit versuchen, eine Infektion zu vermeiden. Dazu gehört, größere Menschenansammlungen in der Grippesaison eher zu meiden und sich im Winter öfters die Hände zu waschen – am besten jedes mal, wenn man aus dem Freien eine Wohnung betritt. Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung unterstützen nicht nur das Immunsystem, das bei Menschen mit Diabetes oft beeinträchtigt ist, sondern wirken langfristig auch günstig auf den Blutdruck. Auch eine jährliche Grippeimpfung ist ratsam, sie sollte idealerweise aber schon im Herbst erfolgen. Der Hausarzt kann im individuellen Fall dazu beraten.

Wohnung nicht auskühlen lassen

Außerdem empfiehlt die Herzstiftung, die eigenen vier Wände nicht zu niedrig zu beheizen. Studien deuteten darauf hin, dass eine sehr niedrige Zimmertemperatur von 14 Grad Celsius Blutdruckanstiege begünstigen könnten. Überheizen sollte man aber auch nicht – im Wohnbereich sollte die Temperatur nicht mehr als 20 Grad betragen, im Schlafzimmer etwa 17 Grad, rät das Bundesumweltamt.

Wer beim Blutdruckmessen feststellt, dass seine Werte bei Kälte tatsächlich erhöht sind, spricht am besten seinen Arzt darauf an. Der kann Empfehlungen sowie Verhaltenstipps für den Einzelfall geben. Und gegebenenfalls die Dosis an Medikamenten anpassen.

Quelle: Deutsche Herzstiftung e.V.



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