Alljährlich, wenn die Temperaturen auf frühlingshafte Werte steigen, beginnt die Zeit der Zecken. Ein Stich dieser kleinen Biester kann beim Menschen Borreliose oder eine Gehirnhautentzündung auslösen – in der Fachsprache FSME, Frühsommer-Meningoenzephalitis. Allerdings werden diese Krankheiten nicht bei jedem Stich übertragen. Von 100 Personen, die von einer Zecke gestochen werden, erkrankt schätzungsweise eine an Borreliose. FSME ist noch seltener.
Wann ein Zeckenstich gefährlich ist
Ein Zeckenstich ist an sich harmlos. Häufig rötet sich die Stelle nach einem Stich, beginnt zu jucken. "Das ist normal und hat nichts mit einer Krankheit zu tun", klärt Andreas Waltering vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Sollte sich einige Tage später ein roter ringförmiger Fleck an der Einstichstelle bilden, dessen Durchmesser langsam wächst, gilt das als relativ typischer Hinweis auf eine Borreliose. Dann oder bei Symptomen wie Fieber, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. In der Regel lässt sich eine frühzeitig festgestellte Borreliose mit Antibiotika gut behandeln und ein chronischer Krankheitsverlauf verhindern.
Wer eine Zecke auf seiner Haut entdeckt, sollte sie schnell entfernen. Je länger das Tier saugt, desto größer ist das Übertragungsrisiko. Am besten die Zecke mit einer Pinzette oder Zeckenzange von der Haut ziehen. Dabei den Blutsauger nach Möglichkeit nicht zerquetschen und die Stichstelle anschließend desinfizieren.
Vorbeugen: Der beste Schutz vor Zecken
Ein einfacher, aber effektiver Schutz ist, den Zecken wenig Angriffsfläche zu bieten. Also im Freien nach Möglichkeit lange Kleidung tragen. Vor allem die Beine sollten bedeckt sein. Entgegen der landläufigen Meinung lassen sich Zecken meist nicht von Bäumen auf ihre Opfer fallen, sondern krabbeln in Gräsern und im Gestrüpp. Wer sich selbst nach dem Spaziergang auf Zecken untersucht, dürfte die kleinen Biester in der Regel rechtzeitig entdecken.
Gegen FSME gibt es einen wirksamen Impfschutz. Menschen in Zecken-Risikogebieten sollten die Impfung alle drei bis fünf Jahre auffrischen. Gerade Diabetiker sollten zudem immer über einen aktiven Impfschutz gegen Tetanus verfügen. Ihre Immunabwehr kann durch den Diabetes beeinträchtigt sein, Aufschürfungen und andere kleine Wunden werden deshalb bei ihnen eher ein Problem. Für Diabetiker ist es deshalb sinnvoll, den Körper nach einem Aufenthalt im Freien nicht nur nach Zecken abzusuchen, sondern auch nach möglichen Verletzungen.
Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
Stephan Soutschek / www.diabetes-ratgeber.net;
16.04.2012, aktualisiert am 15.05.2012
Bildnachweis: Panthermedia/Herbert Riemann
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