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Insulinpumpentherapie


Die große Mehrzahl der Insulinpumpenträger sind Typ-1-Diabetiker. Viele bekommen die Pumpe schon im Kindesalter

Die kontinuierliche subkutane Insulininfusion über eine Insulinpumpe ist die aufwändigste Form der intensivierten Insulintherapie bei Diabetes. In der Literatur wird häufig die Abkürzung CSII (englisch: Continuous Subcutaneous Insulin Infusion) verwendet.

Die Insulinpumpe gibt ausschließlich schnell wirkendes Humaninsulin oder ein sehr schnelles Insulinanalogum ab. Da die Infusion kontinuierlich erfolgt, entfällt der Einsatz eines Verzögerungsinsulins. Zu den Mahlzeiten oder zur Korrektur eines erhöhten Blutzuckerwertes ruft der Benutzer per Knopfdruck, bei einigen Modellen auch per Fernsteuerung, einen Bolus ab. Die Blutzuckerselbstkontrolle führt der Pumpenträger wie gewohnt durch. Zwar gibt es inzwischen Sensoren, die den Blutzuckerverlauf kontinuierlich erfassen und sich an eine Pumpe koppeln lassen. Noch aber sind die Messwerte derartiger Sensoren zu ungenau, um als Grundlage für die Bolusberechnung zu dienen. Hilfreich sind dagegen Trendmeldungen zum Verlauf des Blutzuckers sowie Alarme beim Über- oder Unterschreiten individuell festgelegter Grenzwerte.

Die wichtigsten Gründe für eine Insulinpumpentherapie:

Der wesentliche Vorteil gegenüber einer Behandlung mit Insulininjektionen ist die an den individuellen Insulinbedarf für den Ruhestoffwechsel angepasste Basalrate.

  • Mit ihr lassen sich auch sehr unausgeglichene Stoffwechselverläufe und Probleme wie ein ausgeprägtes Dawn-Phänomen oder gehäufte schwere Hypoglykämien beherrschen, die deshalb die wichtigsten Gründe für eine Insulinpumpentherapie sind.
  • Eine weitere Indikation für eine Behandlung mit der Insulinpumpe ist die Notwendigkeit eines möglichst normalen Blutzuckerverlaufs während einer Schwangerschaft
  • Auch ein sehr geringer Insulinbedarf kann eine Pumpentherapie notwendig machen. So können zum Beispiel bei Kleinkindern die benötigten geringen Mengen mit Einmalspritzen oder Insulinpens nicht exakt genug dosiert werden.
  • Pumpenmodelle, die mehrere Basalraten für Tagesabläufe mit unterschiedlicher körperlicher Belastung abgeben, sind eine große Hilfe für Menschen mit häufig wechselndem Schichtdienst oder Leistungssportler.

Mögliche Komplikationen

Mögliche Komplikationen einer Pumpenbehandlung sind Allergien auf die Metallnadeln der Katheter oder die zur Befestigung des Katheters erforderlichen Pflaster. Es kann dann aber auf Kunststoffkatheter und hypoallergene Pflaster ausgewichen werden. Bei unbemerktem Ausfall der Insulinabgabe (Katheter gerissen, Nadel herausgerutscht, überhörter Alarm bei Stromausfall oder Gerätedefekt) tritt nach kurzer Zeit ein absoluter Insulinmangel ein. Jeder Pumpenträger muss in der Lage sein, bei den ersten Anzeichen der sich entwickelnden Stoffwechselentgleisung energische Gegenmaßnahmen nach seinem Notfallplan zu ergreifen, um die drohende schwere Ketoazidose aufzuhalten.

Schulungsbedarf und hohe Kosten

Der selbstständige Umgang mit einer Insulinpumpe erfordert sehr viel Wissen, das in einer speziellen Schulung vor Beginn der Therapie vermittelt wird. Die Behandlung mit der Insulinpumpe ist die teuerste Form einer Insulinbehandlung. Neben der Anschaffung des Gerätes fallen vor allem die Kosten für das Verbrauchsmaterial (spezielle Patronen für das Insulin, Katheterwechsel alle zwei bis drei Tage, Pflaster) ins Gewicht. Deshalb muss die Pumpentherapie vor Beginn bei der Krankenkasse mit einem Gutachten des Diabetologen beantragt werden. Bis auf wenige Ausnahmen erhalten nur Typ-1-Diabetiker eine Kostenzusage, wobei die Fortführung der Therapie häufig vom Behandlungserfolg abhängig gemacht wird.



www.diabetes-ratgeber.net; 26.11.2009, aktualisiert am 05.03.2012
Bildnachweis: W&B/Kathrin Harms

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