Ist die Wirksamkeit von Insulin eingeschränkt, spricht man von Insulinresistenz (englisch: resistance = Widerstand) oder Insulinunempfindlichkeit. Damit Insulin wirken kann, muss es am Insulinrezeptor an der Oberfläche einer Zelle andocken. Bei der Insulinresistenz ist zwar Insulin vorhanden, trotzdem kann es nicht in ausreichendem Maß dafür sorgen, dass Traubenzucker aus der Blutbahn in die Zellen einströmt. Wenn dies nicht durch eine verstärkte Insulinabgabe aus der Bauchspeicheldrüse ausgeglichen wird, steigt der Blutzucker.
Der Begriff Insulinresistenz wird für verschiedene Phänomene verwendet:
1. Am wichtigsten ist die zellbedingte Insulinresistenz, die vor allem an der Muskulatur auftritt. Sie ist erblich und an der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes beteiligt. Verstärkt wird sie durch Übergewicht und Bewegungsmangel. Ernährungsumstellung mit dem Ziel einer Gewichtsabnahme und vermehrte körperliche Aktivität zählen deshalb zu den wichtigsten unterstützenden Maßnahmen der Behandlung eines Typ-2-Diabetes. Genauso kann mit Gewichtsabnahme und Bewegung das Auftreten eines Typ-2-Diabetes verzögert oder verhindert werden. Zudem ist eine Reihe schwerer erblicher Krankheitsbilder (siehe Metabolisches Syndrom) ebenfalls mit einer Insulinresistenz verbunden. Als eine von vielen Erkrankungen kann sich ein Diabetes entwickeln.
2. Eine Insulinresistenz kann auch sekundär ausgelöst oder verstärkt werden, das heißt, durch Einwirkung anderer Faktoren auf den Insulinrezeptor. Dazu gehören überhöhte Blutspiegel mancher Hormone (Cortisol, Katecholamine, Wachstumshormon), zu hohe Insulinspiegel, ständig überhöhter Blutzucker sowie Ketonkörper und freie Fettsäuren.
3. Heute sehr selten ist die immunologisch bedingte Insulinresistenz durch Antikörper gegen gespritztes Insulin.
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05.08.2005, aktualisiert am 11.08.2010
Bildnachweis: Stockbyte/RYF
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