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Pumpe bei Typ-2-Diabetes?

Insulinpumpen können in Einzelfällen auch für Typ-2-Diabetiker infrage kommen, zum Beispiel bei ausgeprägter Insulinresistenz


So unauffällig wie ein Handy oder ein MP3-Player: die Insulinpumpe

In erster Linie kommt eine Insulinpumpe für Typ-1-Diabetiker infrage, bei denen die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert. Bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern ist das Problem dagegen, zumindest in den ersten Jahren der Erkrankung, ein anderes: Das Insulin kann seine Aufgabe, den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen zu schleusen, nicht mehr richtig erfüllen, weil die Zellen insulinunempfindlich geworden sind.

Diese "Insulinresistenz" lässt sich durch Bewegung, eine vernünftige Ernährung und, falls das nicht ausreicht, blutzuckersenkende Tabletten in den Griff bekommen. Allerdings kann auch beim Typ 2 die Produktion von Insulin im Laufe der Jahre so stark nachlassen, dass es gespritzt werden muss. Weil die körpereigene Insulinbildung bei Typ-2-Diabetikern aber meist nicht völlig versiegt, haben sie nur selten mit so starken Blutzuckerschwankungen zu kämpfen wie manche Typ-1-Diabetiker.

In seltenen Fällen können auch Typ-2-Diabetiker von einer Insulinpumpe profitieren:

  • Die Insulinresistenz ist so ausgeprägt, dass der Betroffene pro Tag mehr als 200 Einheiten Insulin spritzen muss. Mit einer Pumpentherapie lässt sich die Insulinresistenz manchmal durchbrechen und der Insulinbedarf drastisch senken.
  • Hohe Zuckerwerte am Morgen lassen sich trotz intensivierter konventioneller Insulintherapie (ICT) nicht in den Griff bekommen. Das ist bei Typ-2-Diabetes zwar eher untypisch, aber ein Fall, bei dem eine Insulinpumpe helfen kann.
  • Es bestehen Folgeerkrankungen, etwa eine schmerzhafte Nervenschädigung. Die Pumpe erleichtert eine möglichst normale Blutzuckereinstellung, mit der sich das Fortschreiten der Schäden verhindern oder verzögern lässt.

Die Kassen übernehmen die hohen Kosten für die Pumpentherapie bei Typ-2-Diabetikern nur in sehr seltenen Einzelfällen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK), der alle Anträge prüft, lehnt die Kostenübernahme für Typ-2-Diabetiker generell ab. Es gebe keinen wissenschaftlichen Beweis, dass Typ-2-Diabetiker mit einer Insulinpumpe besser einstellbar sind als mit einer intensivierten Insulintherapie, so die Begründung.

Auch wenn die Kassen sich nicht an die MDK-Empfehlung halten müssen, sind doch die Hürden extrem hoch und es ist viel Ausdauer und Überzeugungsarbeit von Arzt und Patient nötig, um einen Antrag bewilligt zu bekommen.



www.diabetes-ratgeber.net; 03.03.2009, aktualisiert am 02.09.2011
Bildnachweis: W&B/Bernhard Huber

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