Regelmäßig joggen tut nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele gut. Ärzte und Psychotherapeuten erklären, warum
Gemeinsam macht Bewegung besonders viel Spaß
Wir sind mittendrin, in der Jagdsaison. Die einen sind auf der Jagd nach dem „Runner’s High“, dem berühmten Hochgefühl der Langstreckenläufer. Andere haben als Beute das kleine Glück im Visier: Wohlbehagen, das sich bei regelmäßigem Joggen kürzerer Strecken einstellen soll.
Manch ein Jäger wirkt ein wenig gehetzt. Doch die meisten kommen einem im Wald oder im Park lachend entgegen und schwatzen noch dabei, obwohl das Laufen doch eine anstrengende Angelegenheit ist. Wie machen die das? Und warum? Da muss was dran sein: Glückshormone! Irgendein geheimer Zauber!
Junge, Alte, Dicke, Dünne, alles joggt. Die Zahl der Hobbysportler bei Volks- und Stadtläufen steigt – ein Zeichen dafür, dass die Empfehlung, sich mehr zu bewegen, fruchtet. Andere Empfehlungen für gesundes Leben, etwa mehr Gemüse und weniger Süßes zu essen, finden dagegen weniger dauerhafte Anhänger.
Aller Anfang ist zäh
Aleksandra F. fing vor drei Jahren mit dem Laufen an. In ihrer Familie kam Typ-2-Diabetes gehäuft vor, sie selbst hatte Übergewicht. Da lag es nahe, etwas für den Körper zu tun, um das Risiko zu senken, Diabetes zu bekommen. Sie brauchte auch mehr Zeit für sich, wollte etwas finden, um abzuschalten. Mitgezogen von den Freundinnen probierte sie das Laufen aus.
Anfangs war nach 50 Metern Schluss, Gehpause angesagt. Aber etwas hielt die damals 57-Jährige dabei. Sie wusste: So mühelos laufen wie die anderen, irgendwann schaffe ich das auch. Es ging ja auch immer besser. Und sie lief jeden Tag. Heute hält sie locker eine Stunde durch, und in dem von der BKK der Münchner Hypobank organisierten „Lauftreff für Jedermann“ ist Aleksandra F. eine von denen, die jeden Dienstag und Donnerstag dabei sind, wenn es im Laufschritt durch den Englischen Garten geht.
Wenn es mal nicht klappt, fehlt ihr was. „Vielleicht ja die Glückshormone?“ Irgendwas muss es sein: Die ersten 20 Minuten läuft es zäh, doch dann fliegen Kilometer und Minuten nur so dahin.
Erst kürzlich bewiesen Forscher in Bonn und München, dass nach einem Langstreckenlauf die Endorphinspiegel im Gehirn erhöht sind. Endorphine sind Botenstoffe, die unter anderem das Durchhaltevermögen steigern, Schmerzen lindern – und eben auch die Stimmung heben. Und tatsächlich berichteten die zehn Athleten, die für die Studie zwei Stunden gelaufen waren, im Anschluss über signifikante Glücksgefühle.
Birgit Ruf, Diabetiker Ratgeber / GesundheitPro;
20.11.2008, aktualisiert am 26.06.2010
PhotoDisc/ RYF
Anzeige