Laborwerte: Triglyceride

Triglyceride bilden den größten Anteil der Nahrungsfette. Damit der Körper sie verwenden kann, braucht er auch Insulin
von Dr. med. Dunja Voos, aktualisiert am 04.04.2017
W&B/Thomas Rathay

Was sind Triglyceride?

Triglyceride sind Fette, die sich aus drei Fettsäureketten und einem Glycerinmolekül zusammensetzen. Sie werden auch "Neutralfette" genannt. Triglyceride werden mit der Nahrung aufgenommen und gelangen über den Darm in den Blutkreislauf. Von hier aus werden sie zu den Organen, zu den Muskeln und zu den Fettgeweben transportiert, wo sie als Fettdepot und als Energielieferant dienen.

Die Triglyceridkonzentration im Blut lässt sich, außer bei genetisch bedingten Stoffwechselstörungen, gut durch die Lebensweise steuern. Körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung können dafür sorgen, dass die Triglyceridkonzentration im Blut relativ normal bleibt. Gegen hohe Triglyceridwerte wirken auch bestimmte Medikamente.

Sonderfall: Fettstoffwechsel bei Diabetes

Ebenso wie beim Zuckerstoffwechsel spielt das Hormon Insulin beim Fettstoffwechsel eine Rolle. Insulin ist vereinfacht gesagt dafür zuständig, dass der Körper Energiereserven aufbaut. Insulin sorgt quasi dafür, dass Zucker (Glukose) und Triglyceride aus dem Blut in die Gewebszellen gelangen. Gleichzeitig hemmt Insulin den Fettabbau (Lipolyse) im Gewebe. Fehlt Insulin oder wirkt es nicht ausreichend, steigen die Triglyceridwerte im Blut an. Erhöhte Triglyceridwerte können also schon früh auf einen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) hinweisen, der wiederum mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen vergesellschaftet ist.

Wann wird der Wert gemessen?

Der Arzt bestimmt die Triglyceridwerte, wenn er die Risikofaktoren für eine Gefäßerkrankung wie zum Beispiel eine koronare Herzerkrankung abschätzen möchte. Gleichzeitig wird fast immer der Cholesterinwert mitbestimmt, denn hohe Triglyceridwerte in Kombination mit hohen Werten des "schlechten" LDL-Cholesterins (Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin) erhöhen das Risiko für eine Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) ganz besonders. Häufig haben Patienten mit hohen Konzentrationen an "gutem Cholesterin" (HDL-Cholesterin, High-Density-Lipoprotein) gleichzeitig auch niedrige Triglyceridwerte.

Welcher Wert ist normal?

Die Triglyceridkonzentration im Blut sollte idealerweise weniger als 150 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) betragen.

Wann steigt der Wert?

Fettstoffwechselstörungen und Diabetes (Zuckerkrankheit) können zu erhöhten Triglyceridwerten führen. Ebenso fettreiche Ernährung, Bewegungsarmut und Alkoholkonsum. In relativ seltenen Fällen ist eine hohe Triglyceridkonzentration familiär bedingt.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Niedrige Triglyceridwerte können bei Mangelernährung vorkommen. Auch eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Blutarmut (Anämie) können zu niedrigen Triglyceridwerten führen. Generell sind niedrige Triglyceridwerte aber wenig aussagekräftig. Die Laborbestimmung erfolgt in erster Linie, um erhöhte Werte zu erkennen.


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