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Unterzucker durch Medikamente

Manche Medikamente, darunter Schmerz- und Rheumamittel, können bei Diabetikern Unterzuckerungen auslösen


Manche Arzneimittel können für Diabetiker kritisch sein

Auch Medikamente, die nicht zur Behandlung des Diabetes eingesetzt werden, können in bestimmten Fällen den Blutzucker sinken lassen. Der folgende Überblick soll Ihnen dabei helfen, Arzneimittelnebenwirkungen als mögliche Ursache tiefer Zuckerwerte zu erkennen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Medikament, das nicht zur Behandlung des Diabetes gehört, ihren Zuckerwerte beeinflusst, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Insulinfreisetzung als Nebenwirkung

Schmerzmittel aus der Gruppe der Salicylate (beispielsweise Acetylsalicylsäure "ASS"), manche Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen und bestimmte Antidepressiva können die Insulin bildenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse dazu anregen, vermehrt Insulin freizusetzen. Während Gesunde von dieser Nebenwirkung meist nichts merken, können Diabetiker mit einer Unterzuckerung reagieren.

Abhilfe: Wenn Sie zu Unterzuckerungen neigen, sollten Sie sich in der Apotheke ein Schmerzmittel empfehlen lassen, das den Blutzucker nicht beeinflusst. Bei ärztlich verordneten Medikamenten kann der Arzt einen anderen Wirkstoff wählen, falls es zu vermehrten Unterzuckerungen kommt.

Verzögerte Magenentleerung

Krampflösende Mittel, manche Parkinson-Medikamente, sowie ältere Antidepressiva hemmen die Muskulatur des Magens, sodass sich dieser nach einer Mahlzeit langsamer entleert. Kohlenhydrate werden deshalb später verdaut. Patienten, die sich zur Mahlzeit ein schnell wirkendes Insuln spritzen, können Unterzuckerungen bekommen, wenn das Insulin bereits wirkt, während die Glukose aus den Kohlenhydraten noch nicht im Blut angelangt ist.

Abhilfe: Eventuell kann der Arzt auf Medikamente umsteigen, die die Magenentleerung nicht beeinflussen. Wenn das nicht möglich ist, kann es helfen, den zeitlichen Abstand zwischen der Mahlzeit und der Insulingabe zu verringern oder das Insulin sogar erst nach dem Essen zu spritzen. Bitte besprechen Sie das mit Ihrem Arzt.

Blockade der Zuckerneubildung

Bestimmte Medikamente aus der Gruppe der Betablocker, die vor allem gegen hohen Blutdruck und zur Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verordnet werden, sind problematisch, wenn Diabetiker eine Unterzuckerung bekommen. Denn sie können manche Warnsignale der Unterzuckerung wie Unruhe, Zittern oder Herzklopfen verschleiern. So genannte nicht kardioselektive Betablocker hemmen außerdem die Neubildung von Zucker in der Leber (Glukoneogenese), so dass eine Unterzuckerung länger anhält oder schwerer ausfällt.

Abhilfe: Wenn Sie Insulin spritzen oder Tabletten aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe oder Glinide einnehmen (diese Wirkstoffe stimulieren die Insulinproduktion), sollten Sie kardioselektive Betablocker erhalten.



Dr. Martin Allwang / www.diabetes-ratgeber.net; 05.01.2012, aktualisiert am 09.01.2012
Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto

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