Ein Hauch von Knoblauch oder eine kleine Schnapsfahne nach dem Abendessen: Solche „Geruchsbelästigungen“ sind normal und werden von den Mitmenschen meist mit einem Augenzwinkern verziehen. Anders, wenn jemand dauernd schlechten Atem hat. Das sorgt schnell für „dicke Luft“. Dabei könnte in den meisten Fällen rasch geholfen werden. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Mundgeruch.
In neun von zehn Fällen sind Bakterien schuld, die im Zahnbelag, in Zahnfleischtaschen, auf Zahnfüllungen oder auf der Zunge nisten und übel riechende Schwefelverbindungen produzieren. Daher sollte der erste Gang zum Zahnarzt führen. Oft behebt eine Beseitigung der Zahnprobleme auch den Mundgeruch. Damit er nicht wiederkommt, sollte man sich genau zeigen lassen, worauf bei der täglichen Zahnpflege zu achten ist. „Wichtig ist, dass nicht nur die Zähne, sondern auch die Zunge zweimal täglich gereinigt wird“, sagt Professor Benjamin Ehmke, Direktor der Poliklinik für Parodontologie am Universitätsklinikum Münster. Außerdem sollte man mindestens zweimal jährlich zur professionellen Zahnreinigung gehen.
Andere Ursachen für Mundgeruch sind eher selten. Findet der Zahnarzt keine Erklärung, dann wahrscheinlich der HNO-Arzt. Denn gelegentlich sind zum Beispiel Mandel- oder Nebenhöhlenentzündungen der Grund. „Nur in etwa einem Prozent der Fälle liegt die Ursache noch tiefer, etwa in Magen oder Darm“, so Experte Ehmke. Vor allem Typ-1-Diabetiker müssen natürlich bei auffälligem Mundgeruch („faules Obst“) immer an eine Ketoazidose denken, eine gefährliche Übersäuerung des Blutes infolge eines Insulinmangels. Hier schafft ein Blutzucker- und Ketontest rasch Klarheit.
Neben der sorgfältigen Zahn- und Zungenpflege können Mundspüllösungen und Mundsprays helfen. „Sie wirken aber nur kurzfristig und sind auf keinen Fall eine Dauerlösung“, sagt Professor Ehmke. Weil auch Mundtrockenheit die Geruchsbildung fördert, ist es hilfreich, viel zu trinken und immer mal wieder einen (zuckerfreien) Kaugummi zu kauen, der den Speichelfluss anregt. Außerdem sollte man auf Zigaretten und Alkohol möglichst verzichten.
„Auch ballaststoffreiche Nahrungsmittel können Mundgeruch lindern“, sagt Experte Ehmke. Äpfel, Mohrrüben oder Vollkornbrot zum Beispiel stimulieren, gründlich gekaut, nicht nur den Speichelfluss, sondern rubbeln auch Belag samt geruchsbildenden Bakterien von Zähnen und Zunge. Nebenbei helfen Ballaststoffe beim Abnehmen und wirken sich bei Diabetes auch günstig auf die Blutzuckerwerte aus.
Daniela Pichleritsch / Diabetes Ratgeber;
15.06.2012
Bildnachweis: Getty Images/Photodisc
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