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Diagnose

Um eine Nephropathie früh festzustellen, sollten Diabetiker routinemäßig einmal pro Jahr ihren Urin auf Eiweiß untersuchen lassen


Der Albumin-Schnelltest kann eine Nierenschwäche schon im Frühstadium aufdecken, lange bevor sich Symptome zeigen

Teststäbchen in Urinprobe tauchen, abwarten, Farbe vergleichen. So einfach ist die Früherkennung eines diabetischen Nierenschadens. Der Schnelltest weist kleine Eiweißkörper (Albumine) im Urin nach, die in den Harn gelangen, wenn die Wände der Nierenkörperchen infolge einer Mikroangiopathie durchlässig geworden sind. Diabetiker sollten den Urin routinemäßig einmal im Jahr auf Eiweiß untersuchen lassen, entweder beim Hausarzt oder mithilfe eines Selbsttests aus der Apotheke. Denn nur bei regelmäßiger Kontrolle kann eine Nephropathie früh festgestellt werden.

Idealerweise sollte der Arzt einmal jährlich die "Clearance" bestimmen. Das ist eine exaktere Bestimmung der Filterleistung der Nieren, für die eine Blut- und Urinprobe nötig sind. Der Grund für diese Empfehlung ist, dass die Nierenfunktion im Einzelfall bereits geschwächt sein kann, bevor Eiweiß im Urin nachweisbar wird.

Zwei Untersuchungen innerhalb von vier Wochen

Wenn die Urinprobe einen Wert von mehr als 20 Milligramm (mg) Albumin pro Liter Urin ergibt, und sich dieses Ergebnis nach zwei bis vier Wochen in einer Kontrolluntersuchung bestätigt, liegt wahrscheinlich eine Nephropathie vor. Als Urinprobe dient am besten der erste Morgenurin. Die Kontrolluntersuchung ist wichtig, weil es eine Reihe von Gründen gibt, die zu einer vorübergehenden Eiweißausscheidung führen können, beispielsweise starke körperliche Anstrengung, ein fieberhafter Infekt oder ein unkontrollierter Bluthochdruck.

Im Normalfall scheiden die Nieren höchstens 20 mg Albumin innerhalb von 24 Stunden aus. Steigt die Ausscheidung auf bis zu 300 mg Albumin pro Tag, sprechen Ärzte von einer Mikroalbuminurie. Sind es mehr als 300 mg pro Tag, liegt eine Makroalbuminurie oder Proteinurie vor.

Ist eine Mikroalbuminurie diagnostiziert, ist klar, dass die Nieren in Gefahr sind – und mit ihnen auch andere Organe wie Herz und Augen. Denn auch vor diesen machen die diabetischen Gefäßschäden nicht Halt. Deshalb sollten spätestens jetzt weitere Untersuchungen gemacht werden, vor allem:

  • eine Netzhautuntersuchung beim Augenarzt
  • ein EKG bzw. ein EKG unter Belastung, um Durchblutungsstörungen des Herzens zu erkennen
  • eine Blutdruckmessung über 24 Stunden
  • eine Fußuntersuchung (Hinweise auf Durchblutungsstörung und Nervenschaden) und eine Bestimmung der Blutfettwerte


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Andrea Grill / www.diabetes-ratgeber.net; 19.05.2008, aktualisiert am 16.01.2012
Bildnachweis: W&B/Deniz Saylan

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