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Nierenschaden? Nicht immer ist Diabetes schuld

Diabetes ist eine der Hauptursachen für chronisches Nierenversagen. Aber der "Zucker" ist oft nicht alleine an Nierenproblemen schuld


Mit Teststreifen lässt sich Eiweiß im Urin nachweisen - ein Anzeichen für eine diabetische Nierenschädigung

Neben der klassischen diabetesbedingten Nierenschädigung (diabetische Nephropathie) haben vor allem Patienten mit Diabetes mellitus vom Typ 2 in 20 bis 40 Prozent der Fälle andere Nierenkrankheiten. Dauauf weist der Nierenspezialist Professor Wolfgang Pommer aus Berlin im gerade erschienenen Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2011 hin.

Während bei einer diabetischen Nephropathie in der Regel Eiweiß im Urin nachweisbar ist, was auch zur Früherkennung und Diagnose dieser Nierenschädigung genutzt wird, ist die Eiweißausscheidung bei anderen Nierenkrankheiten häufig normal. Daher, so Pommer, sei es wichtig, nicht einfach nur die Eiweißausscheidung im Urin regelmäßig zu prüfen, sondern auch die Nierenfunktion zu untersuchen. Dazu ist zusätzlich eine Blutuntersuchung erforderlich, bei der der Kreatinin-Wert bestimmt wird.


Unterzuckergefahr bei Nierenschaden erhöht

Zur Vorbeugung und Behandlung von Nierenerkrankungen bei Diabetes sind Pommer zufolge drei Maßnahmen unerlässlich:

1. Optimale Behandlung erhöhter Blutdruckwerte
Der Blutdruck sollte nicht über 130/80 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) liegen, wobei hierfür oft mehr als zwei bis drei verschiedene Medikamente nötig sind. Mit einer 24-Stunden-Blutdruckmessung sollte überprüft werden, ob die Werte auch in der Nacht zu hoch sind.

2. Blutzuckerwerte optimieren
Gute Blutzuckerwerte verzögern das Auftreten diabetesbedinger Nierenschäden. Allerdings, so Pommer, müssen insbesondere bei Diabetikern mit Herzproblemen Unterzuckerungen vermieden werden. Da im Rahmen von Unterzuckerungen Stresshormone freigesetzt werden, kann dies zu Herzproblemen führen. Nierenkranke Diabetiker erleiden außerdem häufiger Unterzuckerungen. Wenn die Ausscheidungsfunktion der Nieren beeinträchtigt ist, muss die Dosis blutzuckersenkender Tabletten und die Insulindosis oft verringert werden, um Unterzuckerungen zu vermeiden.

3. Nicht rauchen
Rauchen fördert das Fortschreiten von Nierenerkrankungen.

Wichtig, so Pommer, sei es auch, dass beim Auftreten von Nierenproblemen frühzeitig ein Nierenspezialist (Nephrologe) in die Behandlung eingebunden wird.



AB/www.diabetes-ratgeber.net; 19.11.2010, aktualisiert am 22.12.2011
Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer

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