So schützen Sie Ihre Nieren

Am 9. März ist Weltnierentag. Vor allem Diabetes und Bluthochdruck setzen den kleinen Filterorganen zu. Was jeder zur Vorsorge tun kann
von Stephan Soutschek, aktualisiert am 09.03.2017

Gewusst wo: Die Nieren liegen unterhalb des Zwerchfells, beidseitig der Wirbelsäule

iStock/Kaarsten

Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland haben eine eingeschränkte Nierenfunktion. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die vergangenes Jahr im Deutschen Ärzteblatt erschien.

Noch erschreckender als diese Zahl ist eine zweite: Schätzungsweise jeder dritte Betroffene weiß nichts von seinem Leiden, unternimmt also auch nichts dagegen. Dabei gibt es heute gute Möglichkeiten, um den Verlauf einer Nierenerkrankung zumindest zu verlangsamen.

Fleißige Filterorgane

Die Nieren filtern schädliche Stoffe aus dem Blut und scheiden diese über den Urin aus. Damit schützen sie den Körper vor Vergiftungen. Außerdem beeinflussen sie den Wasser- und Salzgehalt sowie den Blutdruck.

Die bohnenförmigen Organe sind also unerlässlich für einen funktionierenden Stoffwechsel. Nimmt ihre Leistung immer weiter ab, benötigen die Patienten eine künstliche Blutwäsche, eine Dialyse. Rund 80.000 Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Dazu kommen etwa 20.000 weitere, die sich einer Nierentransplantation unterziehen mussten.

Diabetes schadet den Nieren

Verschiedene Faktoren können die Nierenleistung beeinträchtigen, allen voran Diabetes und zu hoher Blutdruck. Dass liegt daran, dass beide Krankheiten den mikroskopisch kleinen Gefäßen in den Nierenkörperchen schaden, in denen der Filterprozess stattfindet.

Ein Nierenschaden ist eine häufige Folge der Zuckerkrankheit. Fachleute sprechen hier von einer diabetischen Neuropathie. In der bundesweiten Ärzteblatt-Untersuchung verdoppelte die Zuckerkrankheit das Risiko für eine chronische Nierenkrankheit, bei Bluthochdruck war es sogar dreieinhalbfach erhöht.

Nieren bei Diabetes regelmäßig kontrollieren

Menschen mit Diabetes sollten deshalb mindestens einmal jährlich ihre Nieren untersuchen lassen. Der Arzt misst dabei den Gehalt des Eiweißes Albumin im Urin. Erhöhte Werte sind ein Hinweis auf einen Nierenschaden. Mit weiteren Tests lässt sich zudem die Filterleistung des Organs bestimmen.

Der Vorsorge-Check beim Arzt ist eine wichtige Maßnahme, um einem Nierenschaden vorzubeugen. Gerade Menschen mit Diabetes sollten zudem in Absprache mit dem Mediziner auf folgende Punkte achten:

  • Erhöhte Blutzuckerwerte gut einstellen
  • Bluthochdruck behandeln
  • Erhöhte Blutfettwerte senken
  • Auf Rauchen verzichten
  • Ausreichend trinken – mindestens eineinhalb Liter am Tag, wenn keine andere Krankheit dagegen spricht
  • Körperlich aktiv sein
  • Schmerzmittel nicht über einen längeren Zeitraum einnehmen

Diese Tipps sind ebenfalls hilfreich, wenn die Filterorgane bereits geschädigt sind. Nur bei der Flüssigkeitszufuhr sollten Betroffene sich unbedingt an die vom Arzt verordnete Trinkmenge halten. Diese schwankt je nach Art des Nierenleidens.

Darüber hinaus sollten Nierenpatienten ihr Essen in der Regel sparsam salzen und auf den Eiweißgehalt achten. Auch bei Phosphaten in der Nahrung halten sie sich besser zurück. Diese stecken in zahlreichen industriell gefertigten Lebensmitteln. Details der Therapie sprechen Patienten bei einem Nierenschaden aber immer mit dem behandelnden Arzt ab.


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