Diabetes und Psyche

Eine chronische Erkrankung wie Diabetes betrifft nicht nur den Körper, sondern wirkt sich oft auch auf das seelische Wohlbefinden aus

von Stephan Soutschek, aktualisiert am 13.06.2016

Leidet der Körper, leidet die Seele meist mit

Ingram/RYF

Wer einmal Diabetes hat, muss sich in der Regel ein Leben lang mit der Krankheit und ihren Folgen auseinandersetzen. Von alten, ungesunden Gewohnheiten gilt es sich zu verabschieden, neue Aufgaben kommen dazu: auf die Ernährung aufpassen, mehr Sport treiben, Medikamente einnehmen, Blutzucker messen und gegebenenfalls Insulin spritzen. Urlaub vom Diabetes gibt es keinen – die Krankheit ist ein Dauerjob.

Diabetes bedeutet psychischen Stress

Es ist ein Stück weit normal, dass Patienten mit dieser Herausforderung manchmal besser und manchmal schlechter zurechtkommen. Bei manchen wird der Diabetes aber zu einer dauerhaften psychischen Belastung. Vor allem dann, wenn trotz Bemühungen die Behandlung nicht den gewünschten Erfolg erbringt oder die Angst vor Folgeerkrankungen zu schaffen macht.


Das Wechselspiel von Diabetes und Psyche ist oft ein sich selbst verstärkendes System. Wer wegen der Krankheit gefrustet ist, vernachlässigt die Therapie. Dadurch verschlechtern sich die Werte, was bei Betroffenen wiederum auf die Stimmung drückt.

Wissen entlastet die Psyche

Für Patienten gibt es mehrere Möglichkeiten, um mit den Belastungen durch die Zuckerkrankheit besser zurechtzukommen. Die Basis von allem ist Wissen: Wer sich mit der Krankheit gut auskennt, fühlt sich sicherer im Therapiealltag und hat seine Zuckerwerte meist besser im Griff. Das wiederum nimmt einem die Last von den Schultern, rund um die Uhr über den Diabetes nachgrübeln zu müssen.

Schulungen vermitteln den Betroffenen alle Kenntnisse, die sie benötigen. Für Diabetes-Neulinge und alle, die ihr Wissen auffrischen möchten, lohnt sich ein solcher Kurs auf jeden Fall. Wer von seiner Erkrankung überfordert ist, dem könnte eine Coping-Schulung helfen. In diesen lernen die Teilnehmer, im Alltag besser mit belastenden Situationen zurechtzukommen, und erarbeiten sich ein neues Verhältnis zu ihrem Diabetes.

Entspannen gegen Stress

Wichtig ist zudem ein Ausgleich zum Alltag mit der Zuckerkrankheit. Dieser kann je nach individuellen Vorlieben aus Sport, Entspannungstechniken oder einer künstlerischen Tätigkeit bestehen. Solche Hobbys bieten einen festen Ankerpunkt, an dem Betroffene sich in schwierigen Zeiten festhalten können.


Depression und Diabetes

Bei einigen Patienten bleibt es nicht bei einem leichten Gefühl des Überfordertseins. Depressionen treten bei Menschen mit Diabetes rund doppelt so häufig auf wie bei Gesunden. Wer den Verdacht hat, dass er unter dieser seelischen Erkrankung leidet, wendet sich am besten an seinen Arzt. Bei einer konsequenten Behandlung stehen die Chancen gut, dass Betroffene aus der Depression wieder herausfinden.

Stress ist individuell

Der eine managt seinen Diabetes nebenbei, der andere empfindet ihn als nervigen Vollzeitjob. Beides ist völlig normal. Was als Stress empfunden wird, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Mit belastenden Momenten besser umzugehen, kann jedoch jeder lernen. Dann ist auch der Diabetes nicht verschwunden, aber zumindest ein bisschen weniger schlimm.



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