Tipps für die Festtage mit Diabetes

Weihnachten sollte die schönste Zeit des Jahres sein. Doch Stress mit dem Diabetes und den Mitmenschen kann einem das Fest der Liebe ganz schön verhageln
von Stephan Soutschek, aktualisiert am 22.12.2016

Wir wünschen entspannte Weihnachten!

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1. Festessen ohne Reue

Auch wer 364 Tage im Jahr auf seine Ernährung achtet, wird am 24. Dezember von Gänsebraten oder Hirschrouladen in Versuchung geführt. Für Dr. Andrea Benecke, Psychodiabetologin an der Universität Mainz, muss niemand ein schlechtes Gewissen haben, wenn er dieser nachgibt. "Es ist schwer, immer vernünftig zu sein", sagt sie. "Menschen brauchen das Gefühl, sich auch mal zurücklehnen zu dürfen." Man kann sich das Festessen also ruhigen Gewissens gönnen und bewusst genießen – der Alltag kommt früh genug wieder.

Wer wegen eines Typ-2-Diabetes auf sein Gewicht achten muss, kann sich das Ziel setzen, über die Festtage nicht oder nur wenig zuzunehmen. Das ist realistischer als das Vorhaben, über Weihnachten weiter abzunehmen. Wen sein Gewissen trotzdem nicht in Ruhe lässt, kann die Familie zum Beispiel zu einem ausgedehnten Weihnachtsspaziergang überreden, um sich etwas Bewegung zu verschaffen.


2. Maß halten bei Alkohol

Vor allem bei Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen, können alkoholische Getränke gefährliche Unterzuckerungen auslösen. Hier ist bei aller Feierlaune also auf jeden Fall etwas Vorsicht angeraten. Besser zu jedem Glas eine kleine Menge Kohlenhydrate essen und mit leicht erhöhten Werten ins Bett gehen. Wie stark Bier und Wein sich auf den Blutzucker auswirken, ist bei jedem unterschiedlich. Eine Übersicht mit Tipps zum Alkoholkonsum bei Diabetes finden Sie hier.

3. Blutzucker im Auge behalten

An den Feiertagen weichen wir von unserer Alltagsroutine ab. Wir schlafen lange aus, sitzen viel zu Hause herum, essen fett und spät am Abend. Das kann sich bei der Blutzuckereinstellung bemerkbar machen. Viele Menschen mit Diabetes haben zu Weihnachten deutlich höhere Werte. Vor allem bei Kindern kann die Aufregung um die Bescherung den Zuckerspiegel steigen lassen. Im Zweifelsfall deswegen lieber schnell einmal nachmessen, um keine böse Überraschung zu erleben.

4. Unerwünschte Diabetes-Geschenke

Der eine oder andere freut sich sicherlich ehrlich über das neue Blutzuckermessgerät oder das Täschchen für Diabetesutensilien unter dem Weihnachtsbaum. Viele werden solche Gaben aber eher in der Kategorie "Nett gemeint, aber ..." verbuchen. Was tun, wenn man gegen seinen Willen mit Geschenken rund um den Diabetes beglückt wird? Psychologin Benecke rät, dies anzusprechen. "Vielleicht nicht gleich an Heiligabend, sondern ein paar Tage danach." Das könnten dann in etwa folgende Worte sein: "Danke für deine Fürsorge, aber an Weihnachten möchte ich nicht an eine Krankheit erinnert werden."

Wie so oft ist Vorsorge besser als Nachsorge. Deswegen den Bekanntenkreis schon im Vorhinein freundlich darauf hinweisen, dass Diabetesbedarf unter dem Weihnachtsbaum nicht erwünscht ist.

5. Nicht zu viel vornehmen

An Heiligabend wird im engeren Familienkreis gefeiert, am ersten Weihnachtsfeiertag ist das große Treffen mit der kompletten Verwandtschaft Pflicht und am Tag darauf steht ein Besuch bei lange nicht gesehenen Bekannten auf dem Programm. Bei vielen folgt Weihnachten einem streng durchgetakteten Zeitplan. Dabei wollte man sich eigentlich einmal so richtig erholen. Benecke rät, sich rechtzeitig zu überlegen, was man selbst an den Feiertagen unternehmen möchte und wie sich das mit den Verpflichtungen unter einen Hut bringen lässt.

Eine Patentlösung gibt es dabei nicht. Meist ist ein Mittelweg zwischen sozialen Verpflichtungen und Zeit für sich eine gute Wahl. "Nur die Füße hochlegen klingt vielleicht zunächst verführerisch", sagt Benecke. "Drei Tage lang will man das aber auch nicht unbedingt machen."



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