Das gehört bei Diabetes in den Koffer

Alles dabei? Eine Übersicht der Dinge, die Menschen mit Diabetes vor Reisen unbedingt einpacken sollten
von Andrea Grill, 04.09.2017

Strandurlaub: Bei Diabetes unbedingt ausreichend Medikamente mitnehmen

istock/Handemandaci

1. Notfallausweis für die Brieftasche. Er ist so klein wie eine Scheckkarte und leuchtend rot. Darauf steht auf Deutsch und Englisch, dass der Inhaber Diabetiker ist und wie man ihm bei einer Unterzuckerung helfen kann. Auch als Notfall-Anhänger, SOS-Kapsel oder SOS-Armband erhältlich.

2. Attest vom Arzt für den Sicherheitscheck am Flughafen. Darauf steht auf Deutsch und Englisch alles, was der Reisende für seine Diabetestherapie mit an Bord nehmen muss. Die Bescheinigung gibt es beim Hausarzt oder Diabetologen oder hier zum Ausdrucken.

Tipps von Diabetologe PD Dr. Michael Hummel aus Rosenheim:

  • "Nehmen Sie die doppelte Menge an Diabetesmedikamenten mit, falls etwas verloren geht oder Ihr Bedarf sich im ungewohnten Klima ändert"
  • "Verstauen Sie bei Flugreisen den ganzen Diabetesbedarf im Handgepäck. Koffer können verloren gehen"
  • "Besprechen Sie vor der Reise mit Ihrem Arzt oder Ihrer Diabetesberaterin alles, was Sie im Urlaubsland brauchen, wie Sie bei Problemen richtig reagieren, und überprüfen Sie gemeinsam alle Geräte"

3. Telefonnummern des wichtigsten Ansprechpartners in Sachen Diabetes, zum Beispiel die Handynummer der Diabetesberaterin oder des Diabetologen. Bei unerwarteten Problemen im Urlaubsland kann man zu Hause schnell telefonisch Rat suchen.

4. Lexikon der wichtigsten Begriffe rund um den Diabetes in mehreren Sprachen. Den Urlaubs-Dolmetscher mit Übersetzungen von "Blutzuckerwert" bis "Insulinampulle" findet man zum Beispiel bei www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de zum Herunterladen.

5. Medikamente die regelmäßig eingenommen werden müssen, zum Beispiel wegen Begleiterkrankungen des Diabetes.

6. Blutzuckermessgerät und Zubehör (Teststreifen, Stechhilfe, Lanzetten). Wo es keine Gelegenheit zum Händewaschen gibt, leisten eine Flasche Wasser und saubere Tücher gute Dienste. Achtung: Teststreifen und Messgerät vor Hitze schützen, um Messfehler zu vermeiden!

7. Pen oder Pumpe und Zubehör (Kanülen, Katheter, Pflaster, Hautreinigungstücher für den Pflasterwechsel). Wer Insulin mit dem Pen spritzt, sollte ein Ersatzgerät mitnehmen. Pumpenträger sorgen mit einer Ersatzpumpe oder Einmalpens für den Notfall vor. Fällt die Pumpe aus, können sie damit auf eine herkömmliche Insulintherapie umsteigen.

8. Versicherungskarte für den Fall einer Erkrankung im Urlaub. Mit der Krankenkasse sollte vorab geklärt werden, wie weit der Versicherungsschutz im Ausland greift. Besonders bei längeren Auslandsaufenthalten kann es nötig sein, eine Zusatzversicherung abzuschließen.

9. Insulinampullen für die Insulintherapie. Sie müssen vor Sonneneinstrahlung und Hitze geschützt werden, damit das Insulin seine Wirkung behält.

10. Ersatzbatterien für alle technischen Geräte.

11. Glukagon-Spritzenset zur Ersten Hilfe durch den Reisepartner bei einer schweren Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit (wenn vom Arzt verordnet).

12. Urin-Teststreifen zum Nachweis von Ketonkörpern im Urin. Sie sind wichtig bei Verdacht auf eine Stoffwechselentgleisung durch Insulinmangel (Ketoazidose).

13. Reiseapotheke mit Mitteln gegen Reisedurchfall und Elektrolyten, um bei Durchfall den Salzverlust auszugleichen. Reisetabletten helfen gegen Übelkeit im Flugzeug oder auf dem Schiff. Außerdem wichtig: Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente sowie Desinfektionsspray, Pflaster, Verbandszeug und Schere.

14. Hitzeschutz für Insulin und Teststreifen. Im Handel gibt es spezielle Kühltaschen. Gut eignet sich auch eine Thermoskanne (ohne Eiswürfel!) mit breitem Ausguss – die Isolierung hält nicht nur Heißes warm, sondern auch Kaltes kühl.

14. Kohlenhydrate, die sofort ins Blut gehen (Traubenzucker, Flüssigzucker). Sie helfen schnell bei einer Unterzuckerung. Um den Blutzucker anschließend zu stabilisieren, eignen sich Kekse oder Müsliriegel.


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