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Viel trinken gegen Schlaganfall

"Und immer viel trinken!" lautet ein gängiger ärztlicher Rat. Auch Schlaganfall-Patienten sollten ihn befolgen. Sie können so offenbar das Risiko eines Rückfalls verringern


Mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag sollten es sein

Kaum ein Arztbesuch, bei dem der Ratschlag "viel trinken" fehlt. Wissenschaftlich gestützt wird diese Empfehlung jetzt durch Beobachtungen an Schlaganfall-Patienten. Vieltrinker erleiden seltener einen Rückfall, berichten Forscher der Universität Münster. Zuvor hatten amerikanische Wissenschaftler bereits Belege dafür gefunden, dass eine hohe Flüssigkeitsaufnahme das Risiko für Herzinfarkte verringert.

Für einen Schlaganfall sind häufig Veränderungen an Blutgefäßen verantwortlich, die das Gehirn versorgen. Kommt es zu einem vollständigen Verschluss eines Gefäßes, bleibt die Blutzufuhr ins Gehirn aus, ein Schlaganfall ist die Folge. Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Wer Diabetes hat, ist besonders gefährdet. Denn vor allem bei Typ-2-Diabetikern liegen häufig noch weitere Erkrankungen vor, die den Gefäßen zusetzen, wie etwa Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen.

Kaffee und Alkohol zählen nur eingeschränkt

Die Wissenschaftler aus Münster werteten Daten zu 456 Schlaganfall-Patienten aus, die über einen Zeitraum von zwei Jahren nach der Erkrankung beobachtet wurden. Die Patienten wurden während dieser Zeit angehalten, möglichst viel zu trinken und die aufgenommenen Flüssigkeitsmengen in einem "Trinkkalender" zu dokumentieren. Kaffee und Alkohol zählten dabei wegen ihrer entwässernden Wirkung nur zur Hälfte.

Es stellte sich heraus, dass Patienten, die durchschnittlich mehr als zwei Liter am Tag tranken, innerhalb von zwei Jahren um 25 Prozent seltener einen erneuten Schlaganfall erlitten als die "Wenigtrinker". Befunde aus dem Blut der Patienten untermauerten den Befund: Die Neigung der Blutplättchen, zu "verklumpen" und damit Gefäße zu verstopfen, war bei den "trinkfreudigen" Probanden geringer.

Viel trinken ist auch zur Vorbeugung sinnvoll

"Mehr als zwei Liter am Tag zu trinken scheint also sinnvoll, um einem weiteren Hirninfarkt vorzubeugen. Aber vermutlich auch generell, um einen ersten Schlaganfall und andere Probleme des Herz-Kreislauf-Systems zu vermeiden", so das Fazit von Sabine Mücke, der Leiterin der Studie. Sie rät, die allgemein empfohlene Flüssigkeitsmenge von mindestens zwei Litern pro Tag auf jeden Fall einzuhalten, an heißen Tagen auch noch mehr zu trinken. Sabine Mücke: "Da das Durstgefühl mit dem Alter erfahrungsgemäß abnimmt, sollten bereits jüngere Leute darauf achten, ausreichend zu trinken. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese 'gute Gewohnheit' auch in späteren Lebensjahren beibehalten wird."

Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Patienten mit einer Herzschwäche oder bestimmten Nierenleiden sollten vor einer Steigerung ihrer täglichen Flüssigkeitszufuhr ihren Arzt zu Rate ziehen.

Quelle: Universtität Münster / Journal of the Neurological Sciences



www.diabetes-ratgeber.net; 14.02.2012, aktualisiert am 17.02.2012
Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto

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