Soziales und Recht bei Diabetes

Berufsleben, Führerschein, Schwerbehindertenausweis: Abseits der Therapie kann die Zuckerkrankheit auch einige Folgen für den Alltag der Patienten haben. Ein Überblick über häufige Rechtsfragen

aktualisiert am 02.02.2016

Autofahren bei Diabetes – in der Regel kein Problem

iStock/theboone

Führerschein

In vielen Fällen stellt ein Diabetes kein Hindernis dar, wenn es darum geht, ein Kraftfahrzeug zu lenken. Vor allem schwere Unterzuckerungen können am Steuer jedoch gefährlich werden. Sinken die Blutzuckerwerte zu tief, kann das Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Konzentration beeinträchtigen. Patienten, die ihren Diabetes mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen behandeln, gelten als besonders anfällig für solche Unterzuckerungen. Diabetiker sollten sich generell nicht mit zu niedrigen Blutzuckerwerten ans Steuer setzen, Traubenzucker oder andere schnelle Kohlenhydrate für Notfälle parat haben und bei Anzeichen von Unterzuckerungen sofort anhalten. Einschränkungen kann es auch geben, wenn jemand mit Diabetes ein Fahrzeug der Klasse 2, also beispielsweise LKW oder Bus, steuern möchte. Betroffene müssen ihren Stoffwechsel mindestens drei Monate stabil eingestellt haben und benötigen häufig ärztliche Kontrollen in regelmäßigen Intervallen.

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Schwerbehindertenausweis

Wer durch einen Diabetes erheblich in seiner Lebensführung beeinträchtigt ist, kann einen Antrag auf Anerkennung seiner Schwerbehinderung stellen. Der Vorteil eines solchen Schwerbehindertenausweises ist, dass der Träger Anrecht auf bestimmte Nachteilsausgleiche besitzt. So gelten für ihn ein verbesserter Kündigungsschutz oder Freibeträge von der Steuer.

Der Ausweis kann aber auch Nachteile haben. So ist er bei Bewerbungen ein mögliches K.o.-Kriterium, das Gleiche gilt beim Abschluss von Versicherungspolicen. Betroffene sollten sich also vorab gut informieren und abwägen, in welcher Lebenssituation sie sich gerade befinden, bevor sie beim zuständigen Versorgungsamt einen entsprechenden Antrag stellen.

Ohnehin sind die Hürden für einen Schwerbehindertenausweis hoch bei Diabetes. Wer einen gut eingestellten Stoffwechsel besitzt, hat wohl kaum Chancen. Um diese steht es besser, wenn jemand zu schweren Unterzuckerungen neigt oder die Krankheit der Ausführung des Berufs entgegensteht. Wer an einem Schwerbehindertenausweis interessiert ist, kann sich bei seinem Versorgungsamt erkundigen.


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Diabetes und Schwerbehinderung

Lesen Sie alles Wissenswerte über das Verfahren sowie Vor- und Nachteile des Ausweises »

Beruf

Die meisten Berufe können Diabetespatienten ohne Probleme ergreifen. Eine Ausnahme stellen allerdings solche dar, bei denen Betroffene infolge einer schweren Unterzuckerung sich und andere gefährden würden. Solche Tätigkeiten sind zum Beispiel Fluglotse, LKW-Fahrer oder ein Dienst an der Waffe. Berufsanfänger oder -wechsler sprechen am besten vorab mit ihrem Diabetologen oder einem Arbeitsmediziner darüber, inwiefern Bedenken oder Auflagen bestehen. Bei der Frage, ob ein Diabetiker für einen Beruf geeignet ist oder nicht, handelt es sich letztens um eine Risikoabwägung im Einzelfall.

Beim Einstellungsgespräch oder in der Bewerbung muss ein Diabetes nicht erwähnt werden, es sei denn, die Krankheit könnte bei der Ausübung des Berufs eine Gefährdung darstellen oder den Betroffenen bei seinem Job beeinträchtigen. Für Berufstätige kann es sich lohnen, zumindest den engeren Kollegenkreis in ihren Diabetes einzuweihen und über die Erkrankung aufzuklären. So können diese im Unterzucker-Notfall richtig reagieren.

Versicherung

Aus der Sicht von Versicherungsgesellschaften stellen chronisch Kranke, zu denen auch Diabetespatienten gehören, ein Risiko dar: Verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand, kann das zum einen zur Folge haben, dass eine kostenintensive Behandlung notwendig wird oder der Betroffene seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann. Wer bei Diabetes eine Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, lässt sich deshalb am besten von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten. Verbraucherzentralen bieten ebenfalls Beratung rund um das Thema Versicherung.

Es lohnt sich bei Vertragsabschluss, nicht nur auf die Höhe der Beitragszahlungen zu achten, sondern auch, wann ein Versicherungsfall eintritt und welche Fälle davon ausgeschlossen sind. Fragen zum Gesundheitszustand sollten Antragsteller auf jeden Fall korrekt beantworten. Die Unternehmen überprüfen im Versicherungsfall die Angaben auf inhaltliche Richtigkeit. Wer falsch Auskunft gegeben, hat droht deshalb am Ende kein Geld zu erhalten.



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