Sind Sie als Diabetiker gut versichert?

Diabetiker haben oft Probleme, bestimmte Versicherungen abzuschließen. Mit einer geschickten Strategie lassen sich die Chancen verbessern

Versicherer stellen sich oft quer, wenn jemand eine chronische Krankheit hat

Für private Versicherungen gibt jeder Deutsche Jahr für Jahr rund 2000 Euro aus. Hortet dabei ordnerweise Policen: Von der Hausrat- bis hin zur Brillen-, Fahrrad- und Reisegepäckversicherung. Selbst Handys lassen sich heute versichern, etwa gegen Diebstahl und Beschädigungen.


Doch während für den Schutz von Hab und Gut meist bestens gesorgt ist, fehlen in vielen Haushalten Versicherungen, die Experten für weit wichtiger halten. Zum Beispiel hat nicht einmal jeder Vierte eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit. Was nicht zuletzt daran liegt, dass sie schwerer zu bekommen ist als Sachversicherungen. So gab beispielsweise in einer Leserumfrage der Zeitschrift Finanztest jeder dritte Befragte an, dass er sich nicht gegen Berufsunfähigkeit versichern konnte. Der häufigste Grund, warum Versicherer einen Antrag ablehnten, waren dabei Vorerkrankungen wie etwa ein Diabetes mellitus.

Auch beim Abschluss anderer Versicherungen stoßen chronisch Kranke häufig auf Schwierigkeiten. Etwa bei privaten Kranken- oder Lebensversicherungen. Wer nicht gleich abgelehnt wird, von dem verlangen die Versicherer oft einen erheblichen Aufschlag auf die Prämie.


Kann man sich als Diabetiker den Antrag dann also ebenso gut sparen? Der Stuttgarter Rechtsanwalt Oliver Ebert rät in jedem Fall zu einem Versuch: „Gerade jüngere, gut eingestellte Diabetiker ohne Folgekrankheiten haben durchaus Chancen, einen Versicherungsschutz mit einem akzeptablen Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen.“


Eberts Rat: „Lassen Sie sich von einem Versicherungsmakler mehrere Angebote machen. Stellen Sie dann bei möglichst vielen Versicherungsgesellschaften gleichzeitig einen Antrag.“ Gleichzeitig deshalb, weil der Versicherer schon im Antrag meist wissen will, ob man bereits von einem anderen Versicherer abgelehnt wurde. Wer hier mit „Ja“ antworten muss, verschlechtert seine Chancen auf einen Abschluss.


Ebenso wichtig ist es, alle Fragen zu Krankheiten und Behandlungen ehrlich zu beantworten. Das gilt auch für vermeintlich harmlose Leiden wie Rückenschmerzen. Spätestens im Schadensfall forscht der Versicherer bei den Ärzten nach. Das Recht dazu hat er, denn im Antrag entbindet man seine Ärzte gegenüber dem Versicherer von der Schweigepflicht.

 

Stellt sich heraus, dass man Krankheiten nicht angegeben hat, kann der Versicherer die Leistung verweigern. Viele Versicherer machen sofort einen Rückzieher, wenn auf dem Antrag chronische Krankheiten wie Diabetes angegeben sind. Wenn nicht, wollen sie in aller Regel Genaueres wissen: zum Beispiel, wie lange der Diabetes schon besteht, wie er behandelt wird, wie gut der Blutzucker eingestellt ist – und ob schon Folgekrankheiten wie Herzinfarkt, Nierenschwäche oder Netzhautschäden bestehen.


Auch Fragen nach dem Lebensstil des Antragsstellers sind nicht ungewöhnlich, etwa ob man raucht oder zugenommen hat. Es kann sich im Einzelfall durchaus lohnen, dem Antrag Nachweise für eine gesunde Lebensweise beizulegen, wie etwa die Mitgliedschaftsbescheinigung eines Fitness-Studios.