Intervalltraining: Effektiv gegen Diabetes

Der Wechsel von Einheiten mit hoher und geringer Belastung eignet sich nicht nur, um Kondition aufzubauen. Auch die Blutzuckerwerte können sich bessern

von Stephan Soutschek, aktualisiert am 28.01.2016

Intervalltraining ist eine Kombination aus schnellen Abschnitten und Erholungsphasen

Thinkstock / Wavebreak

Schnell, langsam, schnell, langsam: Beim Intervalltraining folgen auf kurze Sprints mit hoher Belastungsintensität Erholungsphasen in einem gemächlicheren Tempo. Diese Wechsel gelten als besonders effektiv, um die Ausdauer zu steigern. Aber sind sie auch nützlich im Kampf gegen die Zuckerkrankheit Diabetes?

Mediziner von der Universität Leicester in England werteten 50 bislang erschienene wissenschaftliche Untersuchungen aus, um dieser Frage nachzugehen. Die Ergebnisse erschienen im Journal Obesity Reviews.


Zellen sprechen besser auf Insulin an

Studienübergreifend verbesserten Intervalleinheiten die Insulinresistenz mehr als gewöhnliches Ausdauertraining. Im Vergleich zu Teilnehmern einer Kontrollgruppe entwickelten sich zudem der Glukose-Langzeitwert HbA1c, das Gewicht und der Nüchternblutzucker vorteilhaft.

„In Bezug auf Stoffwechsel und Abnehmen ist Intervalltraining eine gute Alternative zu Ausdauertraining mit gleichbleibender Belastung“, sagt Autorin Charlotte Jellyman. Um die Langzeitwirkung besser beurteilen zu können, seien aber weitere Studien nötig.

Die Forscher loben das Training mit Tempowechseln als „zeitsparende“ Möglichkeit im Vergleich zu normalen Laufeinheiten. Denn aufgrund der Phasen mit hoher Intensität lässt sich der gleiche Effekt in kürzerer Dauer erzielen.

Vor Sport vom Arzt grünes Licht geben lassen

Unabhängig von der Trainingsform: Ausdauersport ist bei Typ-2-Diabetes wichtig, um die Insulinempfindlichkeit der Zellen wieder zu verbessern. Patienten sollten ihre körperliche Leistungsfähigkeit vor der ersten Einheit und danach in regelmäßigen Abständen unbedingt von einem Arzt untersuchen lassen.

Oft sind bei der Zuckerkrankheit bereits die Gefäße beschädigt, was bei zu hohen Belastungen gefährlich werden kann. Gerade beim Umstieg auf Intervalltraining mit hoher Intensität ist der Sport-Check-up deshalb unbedingt empfehlenswert.

Quellen: Obesity Reviews, Universität Leicester



Bildnachweis: Thinkstock / Wavebreak

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