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Schwimmen – aktiv im Nass

Der eine trainiert seine Muskeln, der andere genießt einfach die Schwerelosigkeit. Schwimmen tut Körper und Seele gut. Was Diabetiker beachten sollten

Als sie in knapp 20 Stunden nonstop durch den Ärmelkanal schwamm, ließ sich die Britin Jen Alexander alle 30 bis 60 Minuten eine wasserdichte Box mit Handtuch, Stechhilfe, Teststreifen und Messgerät von ihrem Begleitboot runterwerfen. Regelmäßige Blutzuckerkontrollen sind bei Typ-1-Diabetikern, die Extremsport betreiben, ein Muss.

Zumal Dauerkraulen bei bis zu vier Meter hohen Wellen enorm viel Energie kostet – und eine Unterzuckerung im Wasser lebensgefährlich sein kann. Jenseits solcher Extremtouren ist Schwimmen vor allem ein Gesundheitssport für Anfänger und Profis mit vielen Vorteilen.

Warum so gesund?

Arme und Beine gegen den Widerstand des Wassers zu bewegen, kostet mehr Kraft als beispielsweise durch die Luft zu kraulen: Schwimmen stärkt die Muskulatur in Armen und Beinen. Bauch- und Rückenmuskeln sind gefordert, um den Körper stabil an der Wasseroberfläche zu halten. "Bei kaum einer Sportart kommen so viele Muskeln zum Einsatz wie beim Schwimmen", sagt Dr. med. Bernhard Gehr vom Diabetes- und Stoffwechselzentrum in Bad Heilbrunn.

Aber Schwimmen ist nicht nur sanftes Krafttraining: Die regelmäßige Bewegung im Wasser bringt Herz und Kreislauf in Schwung und fördert die Ausdauer. Weil man im Wasser nur etwa ein Zehntel seines Körpergewichts wiegt, ist die Belastung für die Gelenke viel geringer als an Land. Deshalb wird Schwimmen auch Menschen mit Übergewicht empfohlen, die beim Walken oder Radfahren Schmerzen im Knie- oder Hüftgelenk haben.

Wichtig dabei: eine Schwimmtechnik anzuwenden, die persönliche orthopädische Probleme berücksichtigt. Wer etwa Schulterprobleme hat, wird wenig Freude an ausladenden Armbewegungen beim Kraul- und Rückenschwimmen haben. Wen das Knie zwickt, dem tun die Kreisbewegungen im Kniegelenk beim Brustschwimmen möglicherweise nicht so gut.

Training mit Entspannungseffekt

Noch einen Vorteil hat Schwimmen: "Sobald ich im Wasser bin, tauche ich in eine andere Welt ein", sagt Peter Hornig, früher deutscher Meister im Rückenschwimmen. Wenn sich Kopf und Körper unter Wasser befinden, ändert das die Wahrnehmung, sinnliche Eindrücke werden reduziert. "Ich höre nur den gedämpften Arm- und Beinschlag sowie das Geblubber meiner eigenen Luftblasen. Das stärkt meine Konzentration auf die Bewegung und hat zugleich etwas Entspannendes. Das ist wie Meditation", sagt Hornig.

Ein Training, das Muskeln aufbaut, die Ausdauer fördert, die Gelenke schont und den Geist entspannt, ist besonders für Übergewichtige und Typ-2-Diabetiker ideal. Schwimmen ist ideal für Jung und Alt und es ist in jedem Alter erlernbar.

Ab in's Wasser – mit Checkliste

Damit Sie sich im Wasser rundum wohlfühlen und es Ihnen auch nach dem Schwimmen gut geht, helfen einige Tipps:

  • Achten Sie auf die Wassertemperatur: Für Ausdauertraining sind kühle 21 bis 23 Grad ideal, für Wassergymnastik 23 bis 27.
  • Duschen Sie sich einmal kalt ab, bevor Sie ins Wasser gehen, um sich an die Wassertemperatur zu gewöhnen.
  • Tragen Sie in Schwimmbädern eine Schwimmbrille zum Schutz vor Chlorwasser. Damit fällt es vielen leichter, beim Brustschwimmen und beim Kraulen mit dem Kopf unter Wasser zu tauchen. Die Augen bleiben trocken und man sieht, wo man hinschwimmt. Für Kontaktlinsen- oder Brillenträger gibt es spezielle Modelle.
  • Duschen Sie vor und direkt nach dem Schwimmen. Trocknen Sie sich gründlich ab, vor allem die Füße. Cremen Sie Ihre Haut mit einer Feuchtigkeitscreme ein, da das Chlorwasser die Haut besonders austrocknet.
  • Ziehen Sie nach dem Schwimmen einen Bademantel an, damit Sie sich nicht erkälten.
  • Beim Schwimmen in natürlichen Gewässern sollten Sie geschlossene Badeschuhe anziehen. Damit können Sie problemlos über Kieselsteine laufen und Ihre Füße sind vor spitzen Steinen und Glasscherben geschützt.



Bildnachweis: W&B/Jan Greune
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Birgit Ruf / Diabetes Ratgeber; 23.09.2011
Bildnachweis: W&B/Jan Greune

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