Ob Walking, Jogging oder Radfahren: Wer Sport treibt, kommt früher oder später ins Schwitzen. Dann klebt das Baumwoll-Shirt unangenehm auf der Haut, Wind bläst durch den nassen Stoff. Mit der richtigen Bekleidung passiert das nicht. Dabei sind keineswegs teure High-tech-Materialien nötig.
„Funktionskleidung etwa ist inzwischen kaum noch teurer als normale Klamotten“, sagt Professor Klaus Bös, Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie. „Spezielle Fasern transportieren den Schweiß nach außen und sorgen für ein gutes Körperklima.“
Wer Diabetes hat, sollte auf gute Sportschuhe besonderen Wert legen, um Fußprobleme zu verhindern. „Laufschuhe sollten im Zehenbereich ausreichend Platz bieten, um Druckstellen zu vermeiden, und gleichzeitig dem Rückfuß stabilen Halt bieten, um seitliches Wegknicken zu verhindern“, rät Orthopädie-Schuhmacher-Meister Jan Mösenthien aus Walldorf. Außerdem sollte der Schuh über eine gute Dämpfung und eine Sohle mit breiter Fläche verfügen. „Vor dem Schuhkauf ist eine Ganganalyse empfehlenswert“, so Mösenthien.
Eine Kopfbedeckung ist bei jedem Wetter sinnvoll, rät Experte Bös. Eine Kappe schützt vor Sonne oder Wind. Gegen Kälte helfen Stirnband oder Mütze. Zweckmäßig: ein Schlauchtuch, am besten aus Funktionsmaterial, das sich variabel über Kopf, Hals und Gesicht ziehen lässt.“
Für die Oberbekleidung empfehlen sich Funktionstextilien. Am besten nach dem Zwiebel-Prinzip in mehreren Schichten, damit Sie sich je nach Wetter und Anstrengung an- und ausziehen können. Zur Grundausstattung gehören: Funktionsunterwäsche, ein entsprechendes Shirt (bei kalten Temperaturen: Fleece-Pullover) und Jacke. Bös empfiehlt Windstopper als oberste Schicht: „Der Wind bläst nicht durch, und trotzdem sind sie atmungsaktiv.“
Oft unterschätzt, aber wichtig: geeignete Socken. Bei Diabetikern mit empfindlichen Füßen ist es wichtig, dass sie nicht reiben und keine Druckstellen verursachen. „Die Socken sollten keine Falten werfen, und man sollte nicht zu stark darin schwitzen“, sagt Bös. Er rät zu Funktionssocken, die es inzwischen günstig im Handel gibt.
Wer im Dunkeln draußen sportelt, sollte auf Sicherheit und gute Sicht bedacht sein. Gut bewährt haben sich Kopflampen, da sie stets die eigene Blickrichtung erleuchten. Decken Sie sich außerdem mit Reflektor-Bändern ein, die Sie an Jacke und Hose kletten können. „In einigen Jacken sind Reflektoren integriert“, sagt Bös. Bei Sportarten mit Sturzrisiko darf natürlich ein Sicherheitshelm nicht fehlen. „Beim Inlineskaten sind zusätzlich zum Helm Knie- und Ellbogenschützer erforderlich“, rät der Experte.
Für Diabetiker besonders wichtig ist der Stauraum für Diabetikerutensilien wie Blutzuckermessgerät oder schnelle Kohlenhydrate in Form von Traubenzucker, Müsliriegel oder Banane. Sportexperte Bös: „Gürteltaschen, am besten mit Halterung für eine Getränkeflasche, werden bei der Bewegung meist als weniger störend empfunden als ein Rucksack.“
Mit dem Regenschutz ist das so eine Sache: Dichte Regenjacken lassen zwar keine Feuchtigkeit durch – aber meist auch keinen Schweiß nach außen. „Wer nach dem Joggen gleich duscht, dem wird eine leichte, atmungsaktive Regenjacke genügen, auch wenn sie vielleicht nicht ganz trocken hält“, sagt Bös. Anders bei stundenlangen Aktivitäten im Freien wie Radfahren oder Wandern: Hier empfiehlt Bös ein dichtes Regencape. Beim Walken oder flotten Spazierengehen spricht freilich auch nichts gegen einen Regenschirm.
Simone Herzner / Diabetes Ratgeber;
03.07.2012
Bildnachweis: Laif GmbH/Jordan Siemens
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