Diabetes bei Tieren

Ebenso wie der Mensch können auch andere Säugetiere an Diabetes erkranken. Häufig sind Hunde und Katzen betroffen. Rechtzeitig erkannt, kann die Erkrankung meist gut behandelt werden
05.12.2014

Bei Hunden ist das Diabetes-Management im Alltag meist kein Problem

W&B/Bert Bostelmann

Grundsätzlich können alle Säugetiere an Diabetes erkranken. Am häufigsten wird die Stoffwechselerkrankung bei Hunden und Katzen diagnostiziert, mitunter aber auch bei Pferden, Rindern, Affen oder Nagetieren.

Meist entwickelt sich der Diabetes erst im mittleren oder fortgeschrittenen Alter, Jungtiere trifft es nur selten. Bei Katzen sind vor allem männliche Tiere betroffen. Bei Hunden erkranken überwiegend weibliche Tiere. Kleine Rassen wie Pudel, Spaniel und Dackel entwickeln öfter Diabetes als Hunde mittlerer und großer Rassen.

Wie beim Menschen ist auch beim Tier der Diabetes gekennzeichnet durch die unzureichende Bildung, Freisetzung oder Wirkung des körpereigenen Hormons Insulin. Die beim Menschen übliche Unterscheidung in verschiedene Typen des Diabetes gilt im Wesentlichen auch in der Tiermedizin. Ein Typ-1-Diabetes liegt vor, wenn die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin bildet. Beim Typ-2-Diabetes dagegen ist ausreichend Insulin vorhanden, die Zellen des Körpers reagieren aber nur unzureichend darauf.

Ursachen

Beim Hund, der besonders häufig vom Typ 1 betroffen ist, liegt oft eine genetische Veranlagung vor, infolge der in der zweiten Lebenshälfte die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Bei Katzen, die besonders häufig unter einem Typ 2 leiden, tragen vor allem Übergewicht oder Medikamente dazu bei, dass ein Diabetes entsteht. Darüber hinaus kann das Krankheitsbild bei beiden Tierarten durch Hormonstörungen, Entzündungen oder Schädigungen der Bauchspeicheldrüse entstehen.

Auch beim Tier sorgt das Hormon Insulin dafür, dass der über die Nahrung aufgenommene Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert wird. Bei einem Diabetes bleibt der Zucker ungenutzt im Blut, der Blutzuckerspiegel steigt. Zusätzlich werden bei Insulinmangel Zuckerreserven aus der Leber freigesetzt. Ein Teil des überschüssigen Zuckers wird in den Nieren aus dem Blut herausgefiltert und mit dem Harn ausgeschieden.

Symptome

Erste Anzeichen für Diabetes beim Tier sind verstärkter Durst und vermehrter Harnabsatz. Wird die Krankheit nicht behandelt, entwickelt das Tier Heißhunger und magert ab, obwohl es auffällig viel frisst. Später werden die Tiere müde und kraftlos, sie erbrechen sich, haben Bewusstseinsstörungen und Atemprobleme. Durch die anhaltenden Stoffwechselentgleisungen werden Nieren, Leber, Augenlinse (Hund) und Nervenzellen (Katze) geschädigt. Schließlich kann sogar ein tödliches Zuckerkoma drohen.

Therapie

Besteht der Verdacht, dass ein Tier an Diabetes leidet, kann ausschließlich eine eingehende Untersuchung in der Tierarztpraxis Klarheit verschaffen. Dabei wird der Zuckergehalt in Blut und Urin kontrolliert. Eine wichtige Rolle kommt auch der Bestimmung des Blutzuckerlangzeitwertes (Fruktosamin) zu. Bestätigt die Untersuchung den Verdacht, muss das Tier meist ein Leben lang behandelt werden. Ziel der Therapie ist es, den Blutzuckerspiegel an den Normalbereich anzunähern. Zu diesem Zweck wird das Tier streng diätetisch ernährt. Alle Hund und fast alle Katzen müssen auch mit Insulin behandelt werden. Reicht dies nicht aus, muss Insulin gespritzt werden.

Im Alltag ist das Diabetes-Management bei Tieren kein großes Problem. Tier und Halter gewöhnen sich meist schnell daran. Sind die individuell geeignete Diät und Insulindosis für das Tier erst einmal ermittelt, steht einer ungetrübten Lebensfreude sowie einer langen Lebensdauer nichts mehr im Weg.


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