Unterzucker (Hypoglykämie)

Nicht nur ein hoher Blutzuckerspiegel ist bei Diabetes problematisch. Zu niedrige Werte können sogar lebensgefährlich sein. Hier erfahren Sie, wie sich eine Hypoglykämie äußert und was bei ihr zu tun ist

aktualisiert am 15.01.2015

Häufiges Problem vieler Menschen mit Diabetes: eine Unterzuckerung

W&B/Martin Ley

Was ist eine Unterzuckerung?

Die häufigste akute Komplikation eines Diabetes mellitus ist die Unterzuckerung (Hypoglykämie). Gemäß der Amerikanischen Diabetes Gesellschaft liegt sie im Allgemeinen vor, wenn der Blutzuckerspiegel unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l) sinkt. Häufig werden aber noch niedrigere Grenzwerte zur Definition verwendet. Zu einer Unterzuckerung gehört ohnehin mehr als nur ein bloßer Messwert. Daher berücksichtigt die Definition auch, ob es zu entsprechenden Warnzeichen und Symptomen kommt (siehe Kapitel „Warnzeichen und Symptome“) und wenn ja, ob diese so schwer sind, dass der Betroffene Hilfe braucht. 

Wer hat ein erhöhtes Risiko?

Gesunde Menschen bekommen normalerweise keine Unterzuckerungen, da der Körper rechtzeitig zur Gegenregulation Hormone auschüttet, die den Blutzucker erhöhen. Auch Menschen mit Diabetes sind nicht in gleicher Weise gefährdet, eine Unterzuckerung zu entwickeln. Am geringsten ist das Risiko bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, die ihren Blutzuckerspiegel alleine durch regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung im Griff haben.


Erhöht ist die Wahrscheinlichkeit für Unterzuckerungen dagegen bei Typ-1-Diabetikern sowie bei Typ-2-Diabetikern, die Insulin spritzen oder Tabletten einnehmen, die die Insulinproduktion anregen. Besonders gilt das für Tabletten aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe (etwa Glibenclamid, Glimepirid). Glinide (etwa Nateglinid, Repaglinid) stimulieren die Insulinausschüttung rascher, aber weniger lang anhaltend als Sulfonylharnstoffe, weshalb das Unterzuckerungsrisiko bei ihnen geringer ist.

Unterzucker-Wahrnehmung kann gestört sein

Besonders Hypoglykämie-gefährdet sind Menschen mit Diabetes, die die Symptome einer Unterzuckerung gar nicht oder zu spät wahrnehmen (Unterzucker-Wahrnehmungsstörung). Dies kann vor allem nach langjährigem Diabetes der Fall sein oder wenn Unterzuckerungen häufig vorkommen. Es gibt spezielle Schulungsangebote, die die Unterzucker-Wahrnehmung verbessern. An diesen können Interessierte in diabetologischen Schwerpunktpraxen oder in Diabeteskliniken teilnehmen.

Unterzuckerungen können gefährlich sein

Sinkt der Blutzuckerspiegel stark ab, können Betroffene bewusstlos werden oder ins Koma fallen. Gerade beim Autofahren können dabei akut gefährliche Situationen auftreten. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass häufige Unterzuckerungen das Risiko für eine spätere Demenz erhöhen können.

Insbesondere für ältere und herzkranke Menschen kann eine ausgeprägte Unterzuckerung eine Bedrohung darstellen, weil im Rahmen der Gegenregulation des Körpers Stresshormone wie Adrenalin freigesetzt werden. Diese können Puls und Blutdruck erhöhen und damit Komplikationen wie akute Herzrhythmusstörungen oder einen Herzinfarkt auslösen.




Bildnachweis: W&B/Martin Ley
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