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Unterzucker bei Typ-2-Diabetes: Was erhöht das Risiko?

Jeder zehnte Typ-2-Diabetiker hat einmal im Jahr eine Unterzuckerung. Besonders häufig trifft es Patienten, die Sulfonylharnstoffpräparate einnehmen


Von einer Unterzuckerung spricht man im allgemeinen, wenn der Blutzuckerwert unter 60 mg/dl (3,3 mmol/l) sinkt

Dass Unterzuckerungen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht selten sind – und dass die Art der Therapie das Risiko stark beeinflusst –  ist nichts Neues. Derzeit untersuchen Forscher in einer großen Studie ("DiaRegis") mit 3.808 Teilnehmern genauer, was das Risiko für eine Hypoglykämie beeinflusst.

Eine erste Auswertung, deren Ergebnisse kürzlich veröffentlicht wurden, ergab, dass knapp elf Prozent der Teilnehmer in den 12 Monaten vor Studienbeginn mindestens eine Unterzuckerung gehabt hatten. Dabei wurde unterschieden zwischen Unterzuckerungen ohne spezielle Symptome (48,7 %), Unterzuckerungen mit Symptomen, bei denen sich der Diabetiker selbst helfen konnte (68 %), Unterzuckerungen, bei denen Hilfe durch Dritte notwendig war (8,3 %), Unterzuckerungen, bei denen ärztliche Hilfe notwendig war (3,2 %) und Unterzuckerungen, die zu einer Krankenhauseinweisung führten (2,9 %).

Patienten, die nur Metformin oder Metformin in Kombination mit einem Glitazon bzw. DPP-IV-Inhibitor (z.B. aus der Gruppe der Gliptine) einnahmen, hatten nach Angaben von Studienleiter Dr. Anselm Kai Gitt deutlich weniger Unterzuckerungen als etwa Patienten, die ein Sulfonylharnstoff-Präparat erhielten. Von diesen berichteten etwa ein Viertel über Unterzuckerungen.

Daneben zeigte sich allerdings, dass auch Vorerkrankungen, wie etwa eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz), ein Schlaganfall oder eine diabetesbedingte Schädigung des autonomen Nervensystems das Risiko erhöhten, eine Unterzuckerung zu entwickeln. Darauf weist Professor Diethelm Tschöpe, Direktor des Herz- und Diabeteszentrums Bad Oeynhausen und Vorsitzender der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker", hin. Auch bestünde ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Depressionen und der Wahrscheinlichkeit, Unterzuckerungen zu entwickeln.

Die DiaRegis-Studie wird von den Arzneimittelherstellern Bristol-Myers Squibb/ AstraZeneca unterstützt.



AB/www.diabetes-ratgeber.net; 09.08.2011, aktualisiert am 23.08.2011
Bildnachweis: W&B/Simon Katzer

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