Frauen mit Diabetes sollten bei der Entscheidung für eine Verhütungsmethode auf Nummer sicher gehen. Denn falls es zu einer Schwangerschaft kommt, können schlechte Blutzuckerwerte bei der Empfängnis das Komplikationsrisiko erhöhen. Daher sollte eine Schwangerschaft in jedem Fall gut geplant und das Verhütungsmittel erst abgesetzt werden, wenn die Zuckerwerte „grünes Licht“ geben.
„Welche Methode im Einzelfall am besten ist, sollten Frauen mit ihrem Gynäkologen und Diabetologen besprechen“, rät die Berliner Gynäkologin und Diabetologin Priv.-Doz. Dr. Ute Schäfer-Graf. Eine Übersicht geeigneter Verhütungsmittel finden Sie weiter unten.
Von Methoden zur Langzeitverhütung, wie etwa der Drei-Monats-Spritze, rät Schäfer-Graf bei Diabetes ab: „Durch die hohe Hormondosis können sich Blutzucker- und Blutfettwerte verschlechtern“, so die Expertin. Ebenfalls ungeeignet sei die Ermittlung der fruchtbaren Tage per Temperaturmessung. „Frauen mit Diabetes haben häufiger einen unregelmäßigen Zyklus“, so Ute Schäfer-Graf, „daher können solche Methoden die Verhütung zum Lotteriespiel machen.
Verhütungsmethoden
Die Pille enthält die Hormone Östrogen und Gestagen, die eine Schwangerschaft sehr zuverlässig verhüten. Die Minipille enthält nur Gestagen, muss allerdings zu festen Zeiten eingenommen werden. Weil die Hormone den Blutzucker und die Cholesterinwerte ungünstig beeinflussen können, sollte man in Absprache mit dem Arzt ein niedrig dosiertes Präparat wählen, vor allem mit wenig Gestagen. Wichtig: Regelmäßig HbA1c, Blutfette und Blutdruck kontrollieren lassen, nicht rauchen. Bei diabetesbedingten Folgeschäden, starkem Übergewicht oder Bluthochdruck kann die Pille das Risiko für Gefäßprobleme erhöhen. Sicherheit und Risiken von Verhütungsring und Hormonpflaster sind nach derzeitigem Kenntnisstand vergleichbar mit der Pille.
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Kondome, Spermizide und Diaphragma eignen sich nur bedingt, da sie weniger zuverlässig
verhüten.
Das liegt unter anderem daran, dass sie nicht immer richtig oder konsequent angewendet werden.
Aber: Nur Kondome schützen (korrekt angewendet) zusätzlich vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.
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Die Spirale legt der Arzt in die Gebärmutter ein, wo sie bis zu fünf Jahre bleibt. Sie verhütet ähnlich sicher wie die Pille. Auch gegen die Gestagenhaltige Hormonspirale spricht nichts, da das Gestagen kaum ins Blut übertritt.
In seltenen Fällen kann es nach Einsetzen der Spirale zu Infektionen kommen, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Das Risiko für solche Infektionen ist bei Frauen mit Diabetes nicht höher als bei Frauen ohne Diabetes.
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Daniela Pichleritsch / Diabetes Ratgeber;
23.07.2012
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