Wenig bekannte Diabetesfolgen

Diabetes kann mit einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen einhergehen. Oft bringen Betroffene diese aber nicht mit der Zuckerkrankheit in Verbindung
aktualisiert am 28.04.2017

Schilddrüsenleiden und Diabetes können sich gegenseitig beeinflussen

Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

Wenn von den Folgeerkrankungen eines Diabetes die Rede ist, denken die meisten wahrscheinlich an Herzinfarkt, Augenerkrankungen oder Nierenschäden. Und bestimmt nicht an steife Finger, Blasenentzündungen oder Verdauungsbeschwerden. Doch auch Gesundheitsprobleme wie diese können mit Diabetes einhergehen.

Diabetes und mögliche Begleiterkrankungen können auf unterschiedliche Weise zusammenhängen. Typische Bindeglieder sind zum Beispiel hohe Blutzuckerwerte, Übergewicht und andere Ausprägungen des metabolischen Syndroms, Schäden an den Nerven sowie Fehlsteuerungen des Immunsystems. Bei vielen Krankheiten rätseln Experten aber noch, wie sie mit Diabetes in Verbindung stehen.

Zucker geht auf die Gelenke

Menschen mit Diabetes scheinen anfälliger für eine Vielzahl von Gelenkbeschwerden wie Arthrose und Rheuma zu sein. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass sich bei erhöhten Werten Zucker im Bindegewebe einlagert und es sich verändert. Zudem ist Übergewicht ein Risikofaktor sowohl für Arthrose als auch für Typ-2-Diabetes.

Weitere typische Gelenkleiden bei Diabetes sind eine eingeschränkte Beweglichkeit der Finger, die sogenannte Cheiropathie, und die sogenannte Frozen Shoulder, eine Versteifung des Schultergelenks. Gute Zuckerwerte können beitragen, das Risiko für diese Beschwerden zu senken.

Gestörte Immunabwehr: Anfälliger für Infektionen

Infektionen haben bei Diabetes leichteres Spiel, da bei erhöhten Zuckerwerten die Immunabwehr beeinträchtigt sein kann. So sind Betroffene anfälliger für Erkältungen, aber auch Pilzinfektionen wie Fuß- und Scheidenpilz. Das gleiche gilt für Harnwegsinfekte. Frauen mit Diabetes erkranken leichter an Blasenentzündungen.

Nervenschäden wirken sich an vielen Stellen aus

Schädigungen der Nerven zählen zu den typischen Spätfolgen eines erhöhten Blutzuckerspiegels bei Diabetes. Eine der möglichen Ursachen: Durch Anlagerung von Zucker werden die feinen Blutgefäße, die die Nerven versorgen, in ihrer Funktion beeinträchtigt oder sogar zerstört. Die unterversorgten Nervenzellen erleiden Schaden. Da Nerven den gesamten Körper durchziehen, kann sich ihre Erkrankung an ganz unterschiedlichen Stellen und auch auf innere Organe auswirken.

Sind etwa die Nerven beeinträchtigt, die die Kontraktionen von Magen und Darm steuern, können Verdauungsbeschwerden bis hin zur diabetischen Magenlähmung (Gastroparese) die Folge sein.

Auch die typischen Beschwerden einer Blasenschwäche können im Rahmen eines Diabetes entstehen, wenn Nerven, die die Blasenentleerung steuern, beeinträchtigt sind.

Schlafapnoe: Nächtliche Atemaussetzer

Fühlt sich jemand tagsüber dauernd müde, kann eine Schlafapnoe dahinter stecken. Bei dieser stockt Betroffenen nachts der Atem. Sie wachen durch diese Aussetzer auf, schlafen in der Regel aber sofort wieder ein.

Schlafapnoe ist unter Menschen mit Typ-2-Diabetes weit verbreitet. Der Grund ist simpel: Die Zuckerkrankheit tritt meist zusammen mit Übergewicht auf. Dieses ist auch für nächtliche Atemaussetzer ein Risikofaktor.

Probleme mit der Schilddrüse

Zwischen Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wie Hashimoto-Thyreoiditis und einem Typ-1-Diabetes scheint es einen Zusammenhang zu geben.

Schilddrüse und Diabetes beeinflussen sich außerdem gegenseitig. So nimmt bei einer Schilddrüsenunterfunktion die Insulinempfindlichkeit zu, was Unterzuckerungen begünstigen kann. Typische Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sind Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Betroffene nehmen an Gewicht zu, die Haut fühlt sich trocken an.

Krebs: Fördert Diabetes bestimmte Tumore?

Studien zufolge erkranken Menschen mit Diabetes überdurchschnittlich oft an bestimmten Krebsarten. Zu diesen zählen Tumore in der Leber, der Bauchspeicheldrüse oder im Darm. Die Zusammenhänge sind noch nicht ganz klar. Wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Übergewicht, hohe Blutzuckerwerte und eine verstärkte Insulinausschüttung bei Typ-2-Diabetes könnten begünstigen, dass Krebszellen entstehen oder wachsen.

Osteoporose: Knochensubstanz wird abgebaut

Auch ein Zusammenhang zwischen Diabetes und Osteoporose ist bekannt. So haben Frauen mit Typ-1-Diabetes im Vergleich zu ihren Altersgenossinnen ein erhöhtes Risiko für Brüche. Wie die Zuckerkrankheit die Knochendichte beeinflusst, ist aber nach wie vor nicht geklärt.


Häufige Krankheiten bei Diabetes

Frau trinkt eine Tasse Kaffee

Fettleber: Was tun? »

Eine verfettete Leber schädigt auf vielfältige Weise den Stoffwechsel. Wie Sie mit der richtigen Ernährung und Abnehmen das Organ schützen »

Frau mit Bauchschmerzen

Harnwegsinfekt: Brennpunkt Blase »

Blasenentzündungen plagen vor allem Frauen. Oft klingen sie mit einfachen Maßnahmen schnell wieder ab. Was bei den Infekten hilft, wie Sie vorbeugen »

Eisbecher

Essstörungen: Die Seele isst mit »

Sie schlingen, stopfen – oder hungern. Für manche Menschen wird Essen zum beherrschenden Thema. Wann die Grenze zur Krankheit überschritten ist und was dann hilft »

Frau berührt ihre Haut an den Wangen

Mundtrockenheit: Das steckt dahinter »

Was sind die Ursachen, wenn einem im wahrsten Sinne des Wortes die Spucke wegbleibt? Und wie lässt sich eine Mundtrockenheit behandeln? Eine HNO-Ärztin gibt Rat »

Übungen bei Fingerarthrose

Gelenkprobleme an Hand und Schulter bei Diabetes »

Die Gelenke leiden bei der Zuckerkrankheit häufig mit. Oft sind Finger, Handgelenke und Schulter betroffen. Wir stellen typische Beschwerden vor »

Seniorin im Schwimmbad

Arthrose: Was Patienten selbst tun können »

Bewegung, Abnehmen, Hilfsmittel: Wie Betroffene bei Arthrose dem Gelenkverschleiß entgegenwirken und Beschwerden im Alltag verringern können »

ReadSpeaker

So lassen Sie sich unsere Artikel vorlesen  »

Newsletter: Grüne Taste

Newsletter

Immer gut informiert mit dem kostenlosen Newsletter des Diabetes Ratgeber »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages