Wenig bekannte Diabetesfolgen

Diabetes kann mit einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen einhergehen. Oft bringen Betroffene diese aber nicht mit der Zuckerkrankheit in Verbindung

05.02.2015

Schilddrüsenleiden und Diabetes können sich gegenseitig beeinflussen

Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

Wenn von den Folgeerkrankungen eines Diabetes die Rede ist, denken die meisten wahrscheinlich an Herzinfarkt, Augenerkrankungen oder Nierenschäden. Und bestimmt nicht an steife Finger, Blasenentzündungen oder Verdauungsbeschwerden. Doch auch Gesundheitsprobleme wie diese können mit Diabetes einhergehen.

Diabetes und mögliche Begleiterkrankungen können auf unterschiedliche Weise zusammenhängen. Typische Bindeglieder sind zum Beispiel hohe Blutzuckerwerte, Übergewicht und andere Ausprägungen des metabolischen Syndroms, Schäden an den Nerven sowie Fehlsteuerungen des Immunsystems. Bei vielen Krankheiten rätseln Experten aber noch, wie sie mit Diabetes in Verbindung stehen.


Häufiger Gelenkbeschwerden

So scheinen Menschen mit Diabetes anfälliger für Gelenkbeschwerden zu sein. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass sich bei erhöhten Werten Zucker im Bindegewebe einlagert und es sich verändert. Auch eine eingeschränkte Beweglichkeit der Finger, die sogenannte Cheiropathie, tritt bei Diabetes gehäuft auf.

Gestörte Immunabwehr: Anfälliger für Infektionen

Infektionen haben bei Diabetes leichteres Spiel, da bei erhöhten Zuckerwerten die Immunabwehr beeinträchtigt sein kann. So sind Betroffene anfälliger für Erkältungen, aber auch Pilzinfektionen wie Fuß- und Scheidenpilz. Das gleiche gilt für Harnwegsinfekte. Frauen mit Diabetes erkranken leichter an Blasenentzündungen.

Nervenschäden wirken sich an vielen Stellen aus

Schädigungen der Nerven zählen zu den typischen Spätfolgen eines erhöhten Blutzuckerspiegels bei Diabetes. Eine der möglichen Ursachen: Durch Anlagerung von Zucker werden die feinen Blutgefäße, die die Nerven versorgen, in ihrer Funktion beeinträchtigt oder sogar zerstört. Die unterversorgten Nervenzellen erleiden Schaden. Da Nerven den gesamten Körper durchziehen, kann sich ihre Erkrankung an ganz unterschiedlichen Stellen und auch auf innere Organe auswirken.

Sind etwa die Nerven beeinträchtigt, die die Kontraktionen von Magen und Darm steuern, können Verdauungsbeschwerden bis hin zur diabetischen Magenlähmung (Gastroparese) die Folge sein.

Auch die typischen Beschwerden einer Blasenschwäche können im Rahmen eines Diabetes entstehen, wenn Nerven, die die Blasenentleerung steuern, beeinträchtigt sind.

Schlafapnoe: Nächtliche Atemaussetzer

Fühlt sich jemand tagsüber dauernd müde, kann eine Schlafapnoe dahinter stecken. Bei dieser stockt Betroffen nachts im Schlaf der Atem. Sie wachen durch diese Aussetzer auf, schlafen in der Regel aber sofort wieder ein. Typ-2-Diabetes geht oft mit Übergewicht einher – einem wichtigen Risikofaktor für eine Schlafapnoe.

Probleme mit der Schilddrüse

Zwischen Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wie Hashimoto-Thyreoiditis und einem Typ-1-Diabetes scheint es einen Zusammenhang zu geben.

Schilddrüse und Diabetes beeinflussen sich außerdem gegenseitig. So nimmt bei einer Schilddrüsenunterfunktion die Insulinempfindlichkeit zu, was Unterzuckerungen begünstigen kann. Typische Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sind Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Betroffene nehmen an Gewicht zu, die Haut fühlt sich trocken an.

Krebs: Fördert Diabetes bestimmte Tumore?

Statistiken zufolge erkranken Menschen mit Diabetes überdurchschnittlich oft an bestimmten Krebsarten. Zu diesen zählen Tumore in der Leber, der Bauchspeicheldrüse oder im Darm. Die Zusammenhänge hier sind noch nicht ganz klar. Wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Übergewicht, hohe Blutzuckerwerte und eine verstärkte Insulinausschüttung bei Typ-2-Diabetes könnten begünstigen, dass Krebszellen entstehen oder wachsen.

Auch ein Zusammenhang zwischen Diabetes und Osteoporose ist bekannt. So haben Frauen mit Typ-1-Diabetes im Vergleich zu ihren Altersgenossinnen ein erhöhtes Risiko für Brüche. Wie die Zuckerkrankheit die Knochendichte beeinflusst, ist aber nach wie vor nicht geklärt.




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