Schäden der Netzhaut gehören zu den häufigsten Folgeerkrankungen eines Diabetes. Früh erkannt, ließen sich schwere Sehstörungen oft vermeiden
Rechtzeitig erkannt, lässt sich eine Retinopathie gut behandeln
Die diabetische Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut (Retina) des Auges (siehe dazu auch die Grafik unten). Sie ist, trotz guter Behandlungsmöglichkeiten, immer noch die häufigste Ursache von Erblindungen bei Menschen im Arbeitsalter in den Industriestaaten. In Deutschland leben derzeit etwa 15.000 Menschen, die infolge eines Diabetes mellitus erblindet sind.
Wer ist gefährdet?
Die diabetische Retinopathie ist kein "Spätsyndrom" eines Diabetes. Studien konnten zeigen, dass etwa zwei Drittel aller Patienten mit Diabetes mellitus vom Typ 1 innerhalb von fünf Jahren Zeichen einer Retinopathie entwickeln.
Vor der Pubertät ist eine diabetische Retinopathie selten. Wenn eine diabetische Retinopathie schon früh nach der Diagnose auftritt, ist das auch ein Hinweis darauf, dass ein rasches Fortschreiten droht.
Etwa 5 bis 8 Prozent der Patienten mit Typ-1-Diabetes entwickeln schon vor Vollendung des achten Krankheitsjahres eine proliferative Retinopathie (siehe unten). Andererseits erkranken etwa 20 Prozent der Patienten auch nach sehr langer Diabetesdauer (über 40 Jahre) nicht an einer schweren Retinopathie.
Bei Typ-2-Diabetes haben rund ein Drittel der Patienten zum Zeitpunkt der Diabetesdiagnose bereits eine Retinopathie. Typ-2-Diabetiker, die Insulin benötigen, entwickeln mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Retinopathie und auch häufiger eine proliferative Retinopathie (siehe nächstes Kapitel: Ursachen).
Insgesamt steigt die Wahrscheinlichkeit, an einer Retinopathie zu erkranken, mit zunehmender Diabetesdauer, weshalb regelmäßige augenärztliche Kontrolluntersuchungen sehr wichtig sind. Bezüglich des Erblindungsrisikos sind Frauen deutlich stärker gefährdet.
Aufbau des Auges: Die Netzhaut ist die innerste, hintere Schicht des Auges. Hier wird das eintreffende Licht, nachdem es die Hornhaut und die Augenlinse durchquert hat, von spezialisierten Nervenzellen in Nervenimpulse umgewandelt und über den Sehnerv an die Sehrinde des Gehirns weitergeleitet. (zum Vergrößern auf das Lupensymbol links oben klicken)
Quellen: Hammes HP: Diabetische Retinopathie. Der Diabetologe 2 (2007);
Kollias AN et al.: Diabetische Retinopathie. Deutsches Ärzteblatt 5 (2010)
Hammes HP et al.: Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle der diabetischen Retinopathie unde Makulopathie, Evidenzbasierte Leitlinie DDG
www.diabetes-ratgeber.net;
05.08.2005, aktualisiert am 10.07.2010
W&B/ Szczesny, iStock/mediar
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