Ausschlafen bessert Insulinwirkung

Schlafmangel begünstigt einen Typ-2-Diabetes. Wer die verpasste Nachtruhe nachholt, kann das Risiko aber wohl wieder senken

von Stephan Soutschek, aktualisiert am 08.02.2016

Ausgeschlafen? Wer zu wenig schläft, erhöht sein Diabetes-Risiko

Thinkstock/Banana Stock

Vor allem Arbeitnehmer, die früh aufstehen müssen, kommen in ihrem Alltag oft auf zu wenig Schlaf. Auf Dauer kann dieses Defizit einen Typ-2-Diabetes fördern, das legen Untersuchungen nahe. Noch ist nicht ganz klar, wie sich dieser Zusammenhang erklärt. Laut einer neuen US-Studie könnte es aber günstig sein, zumindest am Wochenende auszuschlafen.

Zwei Nächte ausschlafen verbesserte Insulinwirkung

Forscher der Universität Chicago ließen 19 junge, gesunde Freiwillige vier Nächte am Stück im Schlaflabor nur jeweils maximal viereinhalb Stunden schlummern. Nach dieser schlafarmen Phase hatte sich die Insulinwirkung bei den Teilnehmern um 23 Prozent verschlechtert. Das körpereigene Hormon Insulin reguliert den Zuckerstoffwechsel.


Anschließend durften sich die Versuchspersonen zwei Nächte lang richtig ausschlafen. Im Durchschnitt kam jeder auf fast zehn Stunden Schlaf pro Nacht. Mit dem Schlafdefizit verschwand auch die gestörte Insulinwirkung wieder.

Noch fehlen Langzeitstudien

"Die Stoffwechselantwort auf diesen Extraschlaf war sehr interessant und ermutigend", sagt Studienautorin Esra Tasali, Medizinprofessorin in Chicago. "Sie zeigt, dass junge, gesunde Menschen, die gelegentlich nicht auf genug Schlaf während der Woche kommen, ihr Diabetesrisiko verringern können, wenn sie den Schlaf am Wochenende nachholen."

Ein Nachteil der Studie: Die Teilnehmer durchliefen den Schlafmangel-Ausschlaf-Kreislauf nur einmal. Ob der Stoffwechsel diesen Lebensstil auf Dauer unbeschadet übersteht, ist deshalb nach wie vor unklar. Das wissen auch die Wissenschaftler aus Chicago: "Als nächstes wollen wir die Auswirkungen von verlängertem Wochenendschlaf bei Menschen erforschen, bei denen der Wochenschlaf wiederholt verkürzt ist", sagt Co-Autorin Josiane Curtail.

Chronischer Schlafmangel kann krank machen

Auf Dauer dürfte der Kampf gegen die Müdigkeit allerdings kaum gesund sein. Chronisch schlechter Schlaf gilt nicht nur als Risikofaktor für Typ-2-Diabetes, sondern auch für Übergewicht und Bluthochdruck. Schichtarbeiter, die einen ungeregelten Schlafrhythmus haben, erleiden zudem häufiger einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Quellen: Universität Chicago, Diabetes Care



Bildnachweis: Thinkstock/Banana Stock

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