Mundtrockenheit: Das steckt dahinter

Was sind die Ursachen, wenn einem im wahrsten Sinne des Wortes die Spucke wegbleibt? Und wie lässt sich eine Mundtrockenheit behandeln? Eine HNO-Ärztin gibt Rat

von Sabine Lotz, aktualisiert am 22.02.2016

Eine Speicheldrüsenmassage kann bei Mundtrockenheit helfen

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1. Die Ursachen – sehr vielfältig

Ein trockener Mund: In bestimmten Situationen ist das ganz normal, sagt Privatdozentin Dr. Pamela Zengel, Leiterin der Speicheldrüsen-Sprechstunde in der HNO-Klinik der Ludwig-Maximilian-Universität München. Etwa im Schlaf, wenn man mit offenem Mund atmet, oder bei trockener Luft. Zum Problem wird der Speichelmangel, wenn er chronisch wird. Mögliche Ursachen dafür gibt es viele: So können bestimmte Medikamente, starkes Rauchen oder einige Erkrankungen die Speicheldrüsen beeinträchtigen. Auch bei Autoimmunkrankheiten wie Typ-1-Diabetes ist Mundtrockenheit häufiger.

2. Die Folgen – mehr als unangenehm

Chronische Mundtrockenheit kann viele Folgen haben. Etwa Probleme beim Sprechen, Schmecken, Kauen und Schlucken, aber auch Mundgeruch, Zungenbrennen, Karies, rissige Lippen, Heiserkeit, Reizhusten oder Mund-Entzündungen. Ganz zu schweigen von den psychischen Belas­tungen, die dadurch entstehen.


3. Die Betroffenen – vor allem Ältere

Während Mundtrockenheit in jüngeren Jahren meist nur einzelne Ursachen hat, etwa als Nebenwirkung eines Medikamentes auftritt, kommen mit fortschreitendem Alter oft viele Gründe zusammen, sagt HNO-Ärztin Dr. Pamela Zengel: Die Speicheldrüsenfunktion lässt nach, die Trinkmenge sinkt, der Medikamentenkonsum nimmt zu.

4. Die Ärzte – die hier zuständig sind

Für die Ursachenforschung ist der HNO-Arzt der beste Ansprechpartner. Bei der Behandlung stimmt er sich, wenn nötig, mit dem Hausarzt ab. Etwa wenn ein Medikament als Auslöser verdächtigt wird und ausgetauscht werden soll. Oder wenn eine Grunderkrankung entdeckt wird, die die Speicheldrüsen beeinträchtigt.

5. Die Therapie – selbst ist der Patient

Wer an Mundtrockenheit leidet, kann auch selbst einiges tun, um die Beschwerden zu lindern. Diese Tipps zur Behandlung gibt Expertin Pamela Zengel ihren Patienten:

  • Gründlich kauen: Das stimuliert die Speicheldrüsen. Zwischen den Mahlzeiten hin und wieder einen zuckerfreien Kaugummi kauen.
  • Speicheldrüsen-Massage: Die Ohrspeicheldrüsen vor den Gehörgängen und die Unterkieferspeicheldrüsen rechts und links an der Kinnunterseite sanft massieren. Am besten Creme oder Öl verwenden, damit die Haut nicht gereizt wird.
  • Saure Reize: Essiggurken oder zuckerfreie Brausestäbchen regen die Speichelbildung an. Bei akuten Entzündungen im Mund sollte man allerdings darauf verzichten, so Expertin Zengel. 
  • Häufiger trinken: So wirkt man hitze- und krankheitsbedingten Flüssigkeitsverlusten entgegen. 
  • Mit dem Rauchen aufhören: Tabak­rauch verstärkt Mundtrockenheit. Das Aufhören lohnt sich also auch aus diesem Grund.


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