Wie komme ich von Zigaretten los?

Schon mehrmals mit dem Rauchen aufgehört – aber jedes Mal wieder damit angefangen? Ein Experte gibt Rat, wie Sie endlich vom Nikotin loskommen

von Dr. Sabine Haaß, aktualisiert am 11.02.2016

Jetzt ist Schluss! Mit dem Rauchen aufhören ist oft schwer – aber immer möglich

Panthermedia/Shao Chun Wang

Jeder kann es schaffen, mit dem Rauchen aufzuhören. Übrigens brauchen die meisten Raucher mehrere Anläufe, um aufzuhören. Ich schlage vor, dass Sie als Erstes mit Ihrem Arzt sprechen. Nikotinersatz-Präparate, etwa als Pflas­ter, Tablette, Kaugummi oder Spray, helfen, den körperlichen Entzug zu bewältigen. Der Arzt kann Sie beraten, welches Präparat sich für Sie eignet. Bezahlen müssen Sie dafür selbst, die Krankenkasse beteiligt sich nicht.

Es gibt auch zwei Medikamente (Wirkstoffe: Vareniclin, ­Bupropion), die der Arzt aber meist nur bei schwerer Niko­tinabhängigkeit verschreibt. Sie sollten erst eingesetzt werden, wenn andere Therapiemethoden erfolglos geblieben sind. Wegen verschiedener Nebenwirkungen kommen sie auch nur für einen Teil der Raucher infrage. Die Kosten übernimmt die Kasse nicht.


Mittlerweile wird häufig nach der Elektro-Zigarette als Entzugshilfe gefragt. Was generell für den Umstieg von der normalen Zigarette auf die E-Zigarette spricht: Beim Elektro-Rauchen inhaliert man zwar Nikotin, nicht aber die im Zigarettenrauch enthaltenen Giftstoffe.

Allerdings lässt sich die Nikotindosis, anders als bei Nikotin­ersatz-Präparaten, nicht schrittweise und kontrolliert verringern. E-Zigaretten sind daher eher eine schadstoffärmere Alternative für Raucher als eine Hilfe beim Nikotinentzug. Zudem beeinträchtigt das Rauchen von E-Zigaretten die Lungenfunktion. Ob das langfristig Folgen hat, weiß man noch nicht.

Starke Raucher profitieren oft sehr von einem Raucherentwöhnungsprogramm. Am besten fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, die sich in der Regel auch an den Kosten beteiligt. Anbieter finden Sie im Internet unter www.rauchfrei-programm.de.

Noch ein Tipp für Diabetiker: Wer das Rauchen einstellt, braucht häufig weniger Insulin oder Tabletten, weil Rauchen die Insulinempfindlichkeit verschlechtert. Das könnte ein zusätzlicher Anreiz sein, damit aufzuhören.

Unser Experte:


W&B/Privat

 

 

 


Dr. Niels Kroemer

Psychologe
Klinik für Psychiatrie, Raucherambulanz der TU Dresden



Bildnachweis: Panthermedia/Shao Chun Wang, W&B/Privat

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