Laborwerte: Blutzucker (Glukose)

Die Bestimmung des Blutzuckerwerts hilft, eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zu erkennen. Diabetes-Patienten und ihre Ärzte können anhand der regelmäßigen Glukose-Messung überprüfen, wie erfolgreich ihre Therapie ist
aktualisiert am 04.04.2017

Der Blutzuckerwert ist wichtig zur Kontrolle der Diabetes-Therapie

W&B/Thomas Rathay

Was ist Blutzucker (Glukose)?

Glukose (Traubenzucker) ist ein sogenannter Einfachzucker (nicht mit anderen Zuckermolekülen verknüpft). Daher gelangt Glukose sehr schnell, ohne zuvor von Verdauungsenzymen aufgespalten zu werden, durch die Darmwand ins Blut. Glukose ist ein wichtiger Energielieferant für die Körperzellen, insbesondere für das Gehirn bzw. die Nervenzellen. Dafür, dass Glukose in die Zellen gelangt, ist das in der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon Insulin notwendig. Einzige Ausnahme: Nervenzellen und rote Blutkörperchen können auch ohne Zutun von Insulin Glukose aufnehmen.

Wann wird der Glukosespiegel (Blutzuckerwert) bestimmt?

Der Glukosespiegel im Blut sollte unverzüglich kontrolliert werden, wenn der Verdacht auf Diabetes mellitus besteht. Hinweise auf einen Typ-1-Diabetes, der sich oft innerhalb weniger Tage bis Wochen entwickelt, sind beispielsweise Symptome wie starker Durst und häufiges Wasserlassen in Verbindung mit Gewichtsabnahme, Müdigkeit und Schlappheitsgefühl.

Bei Typ-2-Diabetes sind die Symptome meist wenig charakteristisch. Wer Eltern, Großeltern oder Geschwister mit Typ-2-Diabetes hat oder hatte, sollte wegen des erhöhten erblichen Risikos regelmäßig den Blutzuckerwert kontrollieren lassen. Dasselbe gilt, wenn andere Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen vorliegen. Auch während einer Schwangerschaft sind Kontrollen des Blutzucker wichtig, um einen Schwangerschaftsdiabetes rechtzeitig zu erkennen.

Blutzucker: Welche Werte sind normal?

Bei Menschen ohne Diabetes liegt der Glukosespiegel im Blut nüchtern (nach 8 bis 10 Stunden ohne Nahrung) unter 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) bzw. unter 5,6 Millimol pro Liter (mmol/l). Nach dem Essen steigt der Blutzuckerwert gewöhnlich nicht über 140 mg/dl (7,8 mmol/l).

Ein Diabetes mellitus liegt vor, wenn der Blutzucker nüchtern über 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder zu einem beliebigen Zeitpunkt (z.B. nach dem Essen) über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) liegt.

Ein Nüchternwert zwischen 100 und 125 mg/dl (5,6 bis 6,9 mmol/l) kann auf ein Typ-2-Diabetes-Vorstadium (Prädiabetes) hinweisen. Die Diagnose kann mit weiteren Tests, insbesondere einem oralen Glukosetoleranztest (OGTT) geklärt werden.


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