Medikamente gegen Typ-2-Diabetes: Metformin

Metformin ist eines der wichtigsten Medikamente zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. Es senkt den Blutzuckerspiegel, indem es auf mehreren Wegen in den Glukosestoffwechsel eingreift
02.03.2015

Metformin ist einer der am häufigsten verordneten Wirkstoffe bei Typ-2-Diabetes

W&B/Simon Katzer

Wirkmechanismus:

Metformin wirkt auf verschiedene Weise.
1. Die Neubildung von Glukose (Traubenzucker) in der Leber wird gehemmt, so dass weniger Glukose ins Blut ausgeschüttet werden kann.
2. Die Muskeln sprechen besser auf Insulin an. Daher kann mehr Glukose aus dem Blut in die Muskeln geschleust und dort verwertet werden.
3. Im Darm wird der Übertritt von Glukose aus der Nahrung ins Blut gehemmt.

Anwendung:

Metformin erhalten Patienten mit Typ-2-Diabetes oft, sobald die Krankheit festgestellt wurde. Bei Bedarf kann Metformin mit anderen Blutzucker senkenden Tabletten oder Insulin kombiniert werden. Studien zeigen, dass Metformin das Risiko für diabetesbedingte Komplikationen deutlich senken kann. Das Risiko für Unterzuckerungen wird durch das Medikament nicht erhöht.


Besonderheiten:

Metformin kann das Hungergefühl dämpfen und unterstützt so die Gewichtsabnahme. Außerdem scheint es den Fettstoffwechsel günstig zu beeinflussen.

Nebenwirkungen:

Zu den häufigsten Problemen bei der Einnahme von Metformin gehören Magen-Darm-Störungen wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall. Diese Beschwerden treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf und lassen sich meist mit einer langsam einschleichenden Dosierung auffangen. Mitunter tritt ein metallisch bitterer Geschmack auf.

Gegenanzeigen:

Metformin darf nicht verschrieben werden, wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist. In diesem Fall besteht, wenn auch selten, das Risiko einer gefährlichen Übersäuerung des Blutes mit Milchsäure (Laktatazidose). Auch bei schweren Infektionen, schweren Lebererkrankungen, Herzschwäche oder Alkoholismus darf Metformin nicht eingenommen werden. Vor Operationen oder bei einer Reduktionsdiät (weniger als 1000 Kilokalorien pro Tag) muss das Medikament abgesetzt werden. Auch vor, während und bis zwei Tage nach Gabe eines jodierten Röntgenkontrastmittels in die Vene muss die Einnahme von Metformin unterbrochen werden.

Einnahme:

Die Therapie wird mit einer niedrigen Dosis begonnen und je nach Blutzuckerwerten langsam gesteigert. Metformin wird in der Regel nach dem Essen eingenommen. Es gibt Zubereitungen in Form von Tabletten oder einer Lösung zum Einnehmen.

Wichtig: Diese Informationen ersetzen nicht die Lektüre des Beipackzettels. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Apotheker oder Arzt beraten.



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