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Medikamente gegen Typ-2-Diabetes:
Sulfonylharnstoffe

Sulfonylharnstoffe senken den Blutzucker, indem sie in der Bauchspeicheldrüse die Freisetzung von Insulin stimulieren


Typ-2-Diabetes wird häufig mit blutzuckersenkenden Tabletten behandelt

Sulfonylharnstoffe gehören zu den oralen Antidiabetika, das heißt zu den blutzuckersenkenden Medikamenten, die geschluckt werden können (oral = über den Mund) und nicht – wie beispielsweise Insulin oder Exenatide – gespritzt werden müssen.

Wirkmechanismus: Sulfonylharnstoffe wirken, indem sie die Insulin produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse anregen, mehr Insulin ins Blut abzugeben. Die Stimulation der Insulinfreisetzung erfolgt dabei unabhängig von der Höhe des Blutzuckerspiegels. Im Handel sind zahlreiche verschiedene Sulfonylharnstoff-Präparate, z.B. Glibenclamid, Glibornurid, Gliclazid, Glimepirid, Gliquidon, Tolbutamid.

Eine Therapie mit SH ist nur möglich, solange die Bauchspeicheldrüse noch eigenes Insulin produziert. Versiegt die Insulinproduktion nach mehrjähriger Diabetesdauer, ist eine Insulintherapie erforderlich.

Anwendung: Sulfonylharnstoffe werden vor allem zur Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes verschrieben, wenn bei diesen eine Behandlung mit Metformin nicht möglich ist (z.B. wegen einer Unverträglichkeit oder Gegenanzeige für Metformin). 

Glibenclamid ist der einzige in Deutschland verfügbare Sulfonylharnstoff, dessen Langzeitanwendung nachweislich zu einer statistisch eindeutigen Abnahme von diabetesbedingten Schäden kleiner Blutgefäße (Mikroangiopathie) führt. Ein Beweis dafür, dass die Einnahme von Sulfonylharnstoff-Präparaten Schäden an großen Blutgefäßen (Makroangiopathie) verringert und damit das Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko senkt, gibt es nicht.

Nebenwirkungen: Sulfonylharnstoffe stimulieren die Insulinfreisetzung. Da Insulin einen gewissen "Masteffekt" hat, begünstigen Sulfonylharnstoffe deshalb eine Zunahme des Körpergewichts. Weil die Insulinfreisetzung unabhängig von der Höhe des Blutzuckerspiegels angeregt wird, steigern Sulfonylharnstoffe außerdem das Risiko für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie). Das Risiko steigt nach versehentlicher Überdosierung, starker körperlicher Belastung oder wenn Mahlzeiten ausgelassen werden. Speziell Glibenclamid sollte wegen des erhöhten Unterzuckerrisikos in höherem Alter (> 70) zurückhaltend eingesetzt werden. Sulfonylharnstoffe können zudem in seltenen Fällen zu Magen-Darm-Beschwerden führen  (z. B. Völlegefühl, Übelkeit), sehr selten auch zu Blutbildungsstörungen und allergischen Reaktionen.

Es gibt zwar Hinweise, dass Sulfonylharnstoffe Herz-Kreislauf-Probleme begünstigen können, dies konnte jedoch bislang nicht sicher belegt werden.

Dosierung: Die einzelnen Präparate unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Wirkdauer, dem Zeitpunkt des Wirkbeginns und dem Risiko für Unterzuckerungen. Die Dosis muss vom Arzt individuell abgestimmt werden.

Wichtig: Diese Informationen ersetzen nicht die Lektüre des Beipackzettels. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Apotheker oder Arzt beraten.




Bildnachweis: W&B/Simon Katzer

A.Baum / www.diabetes-ratgeber.net; 05.08.2005, aktualisiert am 05.10.2010
Bildnachweis: W&B/Simon Katzer

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