Schützen Sie Ihre Nieren (1):
Nephropathie durch Diabetes

Hoher Zucker greift die Blutgefäße an. Damit steigt das Risiko für unser Filterorgan

Nicht warten bis es weh tut – Diabetiker sollten einen Nierentest einmal pro Jahr machen lassen
Teststäbchen eintauchen, abwarten, Farbe vergleichen. So einfach ist die Früherkennung eines Nierenschadens. Diabetiker sollten den Urintest auf Eiweiß einmal im Jahr machen lassen – routinemäßig, auch wenn nichts wehtut und sie keine Beschwerden mit den Nieren haben.

Ein „positives“ Ergebnis bedeutet: Eiweiß im Urin. Das kann zwar gelegentlich auch harmlose Ursachen wie eine Blasenentzündung haben. Oft ist es jedoch der erste Hinweis auf eine „diabetische Nephropathie“, einen diabetesbedingten Nierenschaden.

Die 50-jährige Astrid Werner (Name geändert) erkrankte als Kind an Typ-1-Diabetes. Vor etwa einem Jahr wurde bei ihr Eiweiß im Urin festgestellt. Ihr Hausarzt schickte sie daraufhin sofort zu einem Nierenspezialisten.

 

Auch hoher Blutdruck schadet der Niere


Nach einer gründlichen Untersuchung bestätigte sich der Verdacht, dass der Diabetes Astrid Werners Nieren in Mitleidenschaft gezogen hatte. Und nicht nur der Diabetes: Auch ihre Blutdruckwerte waren zu hoch. „Viele Diabetiker wissen nicht, dass hoher Blutdruck der Niere noch mehr zusetzt als erhöhte Blutzuckerwerte“, sagt der Internist und Nierenspezialist Dr. Werner Kleophas aus Düsseldorf.

„Besonders gefährlich ist die Kombination aus Diabetes und Bluthochdruck, die sehr häufig vorkommt.“ Weitere Faktoren, die das Risiko für einen Nierenschaden steigern, sind Rauchen, übermäßiger Gebrauch von Rheuma- und Schmerzmitteln und eine erbliche Veranlagung.

Mehr als jeder dritte Diabetiker hat 15 bis 20 Jahre nach der Diagnosestellung einen mehr oder weniger ausgeprägten Nierenschaden. Was dabei im Einzelnen passiert, ist nicht vollständig geklärt. Auf jeden Fall spielen Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen der Niere eine entscheidende Rolle.