Die 50-jährige Astrid Werner (Name geändert) erkrankte als Kind an Typ-1-Diabetes. Vor etwa einem Jahr wurde bei ihr Eiweiß im Urin festgestellt. Ihr Hausarzt schickte sie daraufhin sofort zu einem Nierenspezialisten.
Auch hoher Blutdruck schadet der Niere
Nach einer gründlichen Untersuchung bestätigte sich der Verdacht, dass der Diabetes Astrid Werners Nieren in Mitleidenschaft gezogen hatte. Und nicht nur der Diabetes: Auch ihre Blutdruckwerte waren zu hoch. „Viele Diabetiker wissen nicht, dass hoher Blutdruck der Niere noch mehr zusetzt als erhöhte Blutzuckerwerte“, sagt der Internist und Nierenspezialist Dr. Werner Kleophas aus Düsseldorf.
„Besonders gefährlich ist die Kombination aus Diabetes und Bluthochdruck, die sehr häufig vorkommt.“ Weitere Faktoren, die das Risiko für einen Nierenschaden steigern, sind Rauchen, übermäßiger Gebrauch von Rheuma- und Schmerzmitteln und eine erbliche Veranlagung.
Mehr als jeder dritte Diabetiker hat 15 bis 20 Jahre nach der Diagnosestellung einen mehr oder weniger ausgeprägten Nierenschaden. Was dabei im Einzelnen passiert, ist nicht vollständig geklärt. Auf jeden Fall spielen Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen der Niere eine entscheidende Rolle.