Hilfe, wenn Blutdruck-Tabletten versagen

Forscher entwickeln neue Therapien für Menschen mit hartnäckigem Bluthochdruck

Bis zu 80 Prozent aller Diabetiker entwickeln im Laufe der Jahre eine "arterielle Hypertonie", wie der Bluthochdruck von Ärzten genannt wird. Das Risiko für Folgekrankheiten wie einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen steigt dadurch deutlich - denn Bluthochdruck schädigt die Blutgefäße ebenso wie erhöhte Zuckerwerte. Ein gesunder Lebensstil mit Abbau von Übergewicht und regelmäßiger Bewegung hilft, den Blutdruck zu senken. Oft ist das jedoch nicht genug. Deshalb müssen die meisten Betroffenen zusätzlich blutdrucksenkende Tabletten einnehmen, wobei oft eine Kombination verschiedener Wirkstoffe erforderlich ist. Wenn auch diese den Blutdruck nicht ausreichend senken, greifen Spezialisten an Universitätskliniken immer häufiger zu "invasiven" (eingreifenden) Verfahren wie der Nierennerven-Ablation und der Barorezeptor-Stimulation, die wir unten vorstellen.

 

Nervenverödung senkt den Druck

Nieren-Nerven spielen bei der Blutdruckregulierung eine wichtige Rolle. Bei der Nieren-Nerven-Ablation schiebt der Arzt einen Katheter durch die Leisten- zur Nierenarterie. Durch Erhitzen der Katheterspitze werden die Nerven verödet. Die Arterie bleibt dabei heil. In einer Studie sank der Blutdruck im Schnitt um 32/12 mmHg. Die Wirkung hielt auch nach zwei Jahren an. Die meisten Patienten brauchen allerdings weiterhin Blutdrucksenker. Bei jedem zehnten half der Eingriff nicht.

Elektrischer Regler im Brustkorb

An der Blutruckregulierung sind Messfühler (Barorezeptoren) beteiligt, die an der Halsschlagader sitzen. Werden diese Rezeptoren mit elektrischen Impulsen stimuliert, geben sie Nervenimpulse ab, die den Blutdruck senken. Für die Barorezeptorstimulation wird ein kleines Gerät unter die Haut implantiert (ähnlich wie bei einem Herzschrittmacher).

Diabetes Ratgeber / Diabetes Ratgeber, 27.09.2011