Medikamente gegen Typ-2-Diabetes: Alpha-Glukosidasehemmer

Acarbose und Miglitol verzögern die Verdauung von Zuckern im Darm. So helfen sie, Blutzuckeranstiege nach dem Essen zu vermeiden

Wirkmechanismus: Alpha-Glukosidasehemmer hemmen im Dünndarm das Enzym Alpha-Glukosidase. Dieses Enzym ist dafür zuständig, im Rahmen der Verdauung Kohlenhydrate in Einfachzucker aufzuspalten (nur Einfachzucker können über die Darmwand ins Blut gelangen). Die Wirkstärke von Acarbose und Miglitol ist vergleichbar.

Anwendung: Acarbose und Miglitol werden vor allem zur Behandlung des Typ-2-Diabetes eingesetzt, allein oder in Kombination mit anderen Diabetes-Medikamenten. Damit sie wirken können, müssen sie unmittelbar vor einer Mahlzeit eingenommen werden, die komplexe Kohlenhydrate enthält – am besten mit dem ersten Bissen oder kurz vorher mit etwas Flüssigkeit.

Besonderheiten: Während einer Behandlung mit Acarbose oder Miglitol können Unterzuckerungen nur durch Gabe von Traubenzucker (Glukose) behandelt werden. Die Aufnahme von Haushalts- bzw. Rohrzucker wird durch die Alpha-Glukosidasehemmer blockiert.

Nebenwirkungen: Besonders zu Beginn einer Behandlung kann es zu starken Blähungen mit Darmgeräuschen, Durchfall und Bauchschmerzen kommen.

Wechselwirkungen: Bestimmte Medikamente, z.B. Antazida gegen Magenübersäuerung oder Verdauungsenzyme, können die Wirkung von Acarbose und Miglitol herabsetzen. Diese wiederum können die Wirkung von herzwirksamen Digoxin-Präparaten beeinträchtigen.

Dosierung: Meist wird mit einer niedrigen Dosis begonnen, die je nach Wirkung und Verträglichkeit erhöht wird.

Wichtig: Diese Informationen ersetzen nicht die Lektüre des Beipackzettels. Lassen Sie sich im Zweifelsfall immer von Ihrem Apotheker oder Arzt beraten.

A.Baum / www.diabetes-ratgeber.net / Diabetes Ratgeber, 05.10.2010