Es muss nicht immer Wasser sein

Diabetiker können in Maßen alles trinken – nur wer zu wenig trinkt, gefährdet seine Gesundheit

Menschen mit Diabetes müssen sich mehr als andere damit beschäftigen, was sie essen und trinken. Die Meisten kennen das Prinzip der gesunden Ernährung und wissen, worauf es wegen der Erkrankung ankommt. Kohlenhydrate und Zucker in Speisen oder Getränken beeinflussen den Blutzuckerspiegel. Das muss bei der Therapie berücksichtigt werden. Doch wenn es um das Trinken geht, unabhängig vom Diabetes: Steht man in der Bar an einer Theke und es gibt wieder nur Bier, Schnaps oder Wasser, da würden viele gern lautstark fluchen. Nur Alkohol trinken geht nicht – da sind allgemein Grenzen gesetzt und immer Wasser wird auf Dauer fade.

Manchmal werden eben Getränke bevorzugt, die süß und fruchtig schmecken. Dem Trend zu Light-Produkten sind inzwischen die Hersteller gefolgt, das Angebot für Diabetiker ist in den letzten Jahren gestiegen. In manchen Gastronomiebetrieben gehört "Cola light" längst zum Trinksortiment, dazu werden Säfte, stilles Wasser, Apfelschorle und immer häufiger Diätbier angeboten.

Lange Zeit hieß es, Alkoholkonsum und Diabetes vertragen sich nicht, darauf müsse man komplett verzichten. Denn von Alkohol würde der Blutzucker ansteigen und später rapide abfallen, die Stoffwechsellage ließe sich schlechter kontrollieren. Inzwischen wird Diabetikern der moderate Verzehr von Spirituosen, Wein und Bier erlaubt. Um Kalorien zu sparen, sollte man sich aber bei Säften, Limonaden, Likör oder Cocktails zurückhalten. Wer in punkto Erfrischung die Abwechslung zu Diät-Getränken mit Süßstoff als Ersatz für Zucker sucht, für den gibt es Alternativen auf natürlicher Basis, die gesünder sind und schmecken.

Zwei Liter Wasser am Tag wären ideal

Menschen können tagelang ohne Essen auskommen, allerdings nicht ohne Trinken. Vor allem reines Wasser ist gesund und kalorienfrei, Wasser gilt als Lebens-Elixier. Zwei Liter davon pro Tag sind für den Körper optimal, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken.

Täglich verlieren wir schon etwa 2,5 Liter Wasser durch Schwitzen, Atemluft und Harn. Auch Mineralien werden mit ausgeschieden. Viel trinken ist wichtig, damit der Stoffwechsel in Gang kommt und der Kreislauf stabil bleibt. Eineinhalb Liter am Tag sollten es mindestens sein. Nur die Hälfte der benötigten Flüssigkeit kann Nahrung liefern. Fehlt dem Körper Wasser, fehlen auch Sauerstoff und Mineralien, weil sie nicht richtig transportiert werden können. Wasser reguliert die Körpertemperatur, verdünnt das Blut und sichert den Transport von Nährstoffen. Die Nieren filtern Stoffe, die der Körper nicht braucht und scheiden sie aus – auch dafür wird Wasser benötigt.

Wer regelmäßig einen Schluck aus der Wasserflasche nimmt, tut das Beste für seine Gesundheit. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Wasser ohne, mit wenig oder viel Kohlensäure (Hydrogenkarbonat) versetzt ist. Kohlensäure ist nicht schädlich. Die meisten Wassersorten gibt es heute sprudelnd, medium oder still. Trinkwasser aus dem Hahn ist streng geprüft und hygienisch unbedenklich. Es stammt aus Grundwasser, benötigt kaum Aufbereitung und muss frei von Krankheitserregern sein. Die Grenzwerte der Schadstoffbelastung (zum Beispiel Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle, Nitrat oder Nitrit) dürfen nicht überschritten werden.

Mineralwasser: Aus Quellen gewonnen

Im Gegensatz dazu müssen Mineralwasser weniger Grenzwerte erfüllen. Es gelten aber Mindestmengen für Mineralstoffe. Diese Wasser haben ihren Ursprung unter der Erde und werden aus Quellen gewonnen, die natürlich oder künstlich angelegt sind. Natürliches Mineralwasser ist nicht oder geringfügig aufbereitet und muss staatlich anerkannt sein. Beim Quellwasser mit unterirdischem Vorkommen sind die Anforderungen an die Inhaltsstoffe niedriger. Es gibt keine Vorgaben für ursprüngliche Reinheit und Mineralstoff-Anteile. Nicht natürlich gewonnen wird Tafelwasser. Es ist eine Mischung aus Trink- und Mineralwasser und muss die Richtlinien für Trinkwasser erfüllen.

 

Richtig Trinken will gelernt sein

  • Mindestens 1,5 Liter, besser 2 Liter Flüssigkeit am Tag trinken. Bei warmem Wetter und Sport braucht der Körper mehr.
  • Über den Tag verteilt trinken und nicht erst, wenn der Durst sich meldet. Dann ist man schon in einem Mangelzustand.
  • Kalorienarme Getränke wie Wasser und Getränke ohne Zucker sind günstiger. Süßstoff ist nicht schädlich.
  • Bei Säften auf den Zucker- und Fruchtgehalt achten. In Saft mit 100 Prozent Frucht kommt der Zucker nur aus den Früchten.
  • Bei Kaffee, Cola und Tee an Koffein denken. Der Körper gewöhnt sich bei hohem Konsum daran. Tee ist der bessere Durstlöscher.
  • Regelmäßigen Alkoholgenuss vermeiden! Auch wenn man es nicht schmeckt, häufig enthält er viel Zucker und Kalorien. Alkohol ist nicht verboten, die Menge macht's.
  • Achtung bei Diabetes! Durch Alkohol kann der Blutzucker in den Keller rutschen. Der richtige Umgang mit alkoholischen Getränken sollte erst mit dem Arzt besprochen werden.

 

Beim Wasserkauf ist vor allem auf den Natriumgehalt zu achten. Nicht mehr als 300 Milligramm Natrium (Salz) pro Liter sollten drin sein. Zu viel Salz kann zum Beispiel den Blutdruck erhöhen, deshalb wird heute eine natriumarme Kost empfohlen. Der tägliche Bedarf eines Erwachsenen liegt bei 800 Milligramm. Außer Natrium, das den Wasserhaushalt im Körper reguliert, sind weitere Mineralstoffe enthalten. Neben Magnesium, Kalium, Eisen, Zink und Fluor ist Kalzium besonders wichtig. Es hilft beim Knochenaufbau und stärkt die Knochensubstanz. In Wassersorten mit hoher Qualität sind mindestens 150 Milligramm Kalzium pro Liter anzutreffen. Der Anteil von Sulfat sollte eher gering sein, denn das führt vermehrt zur Kalziumausscheidung.

Geschmack durch künstliche Aromen

Natürliches Wasser ist sehr gesund, relativ geschmacksneutral und hat keine Kalorien. Aber nicht jedes Wasser, das man heute kauft, ist ohne Geschmack und Kalorien. Inzwischen werden Sorten mit Lemon-, Grapefruit- und Orangenauszügen oder ähnlichem angeboten. Die Vielfalt ist eben auch bei Wasser größer geworden. Der Geschmack kommt aber meist nicht aus frischen Früchten, sondern über künstliche Aromen. Manchem Wasser sind noch Farbstoffe beigesetzt oder geringe Mengen von Süßstoff oder Zucker.

Es gibt auch Wassersorten, die zusätzlich mit Sauerstoff ("O2") angereichert sind. Diese Produkte schaden nicht, sind aber kaum effektiv. Die Sauerstoffversorgung im Blut lässt sich damit nicht verbessern. In jedem Fall sollte man beim Einkauf genau auf das Etikett schauen. Alternativen zum puren Wasser können Früchte- oder Kräutertees sein. Ohne Zucker und Milch haben sie null Kalorien, aber mehr Geschmack. Herzhafter als Früchtetee schmeckt Gemüsesaft mit Wasser gemischt. Das kann eine gesunde Abwechslung sein, die wenig Kohlenhydrate enthält.

Außerdem kann der hohe Kaloriengehalt durch gesüßte Getränke mit Haushaltszucker (Saccharose), aber auch Fruchtzucker (Fruktose) oder Sirup langfristig zu Übergewicht führen. Die Frucht- und Zuckeranteile in den einzelnen Softdrinks variieren erheblich. Den mit 100 Prozent höchsten Fruchtanteil haben bei den Säften der Direktsaft und Fruchtsaftkonzentrat mit Wasser. Diese Fruchtsäfte sind günstig, weil der Zucker naturgemäß aus den Früchten stammt.

Trotzdem sollten Diabetiker diese Fruchtsäfte nicht unbegrenzt trinken. Etwa 110 Milliliter Saft, je nach Sorte, werden mit 1 BE, KHE oder KE (10 bis 12 Gramm Kohlenhydrate) angerechnet. Ein Glas Apfelsaft mit 100 Prozent Frucht ist eine Alternative zur Behandlung der Unterzuckerung (Hypoglykämie) mit Traubenzucker. Der Saft geht schnell durch den Magen, so dass der Zucker sofort ins Blut gelangen und den kritischen Zustand einer Hypoglykämie mit Werten unter 50 mg/dl bzw. 2,7 mmol/l schnell beheben kann. In der Regel steigt die Blutzuckerkonzentration bei Erwachsenen von einer BE/KHE/KE Saft um ca. 30 bis 60 mg/dl (1,6 - 3,3 mmol/l). Bei Kindern reicht manchmal schon die halbe Menge, um dieses Ziel zu erreichen.

Fruchtsaftgetränke: Keine Obergrenze für Zuckergehalt

Weniger zu empfehlen sind Fruchtnektar oder Fruchtsaftgetränke. Sie haben einen geringen Fruchtanteil, enthalten aber oft Zucker und Aromastoffe. Der Nektar besteht aus Saftkonzentrat mit 25 bis 50 Prozent Fruchtanteil und bis zu 20 Prozent Zucker. Bei Fruchtsaftgetränken liegt der Saftanteil zwischen 6 und 30 Prozent, für den Zuckergehalt gibt es keine Obergrenze. Auch in Limonade, Brause, Eistee oder Energy-Drinks steckt meistens viel Zucker. Limonaden haben einen geringen Anteil von Fruchtsaft. Die Brause enthält naturidentische oder künstliche Aromen und Farbstoffe. Dazu kommen Kohlensäure, Süßstoffe und Koffein. In Eistee stecken neben natürlichen Teeauszügen oft auch künstliche Aromastoffe, Sportgetränke werden mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert. Energy-Drinks sind Limonaden, denen Zusatzstoffe wie Taurin, Koffein oder Guarana beigesetzt sind, die die Leistungsfähigkeit erhöhen sollen.

Menschen mit Diabetes können in Maßen alles trinken, wenn sie auf den Zuckergehalt achten. Zucker muss berechnet werden und macht auf Dauer dick, deshalb ist es günstiger, Soft-Drinks durch Light- oder Diätprodukte zu ersetzen. Diese erhalten ihren süßen Geschmack durch kalorienfreie Zuckerersatzstoffe. Über die Hälfte der zuckerfreien Getränke sind mit Cyclamat zubereitet. Diesem Süßstoff wurde lange Zeit eine krebserregende Wirkung nachgesagt, allerdings bei einer unrealistisch hohen Dosis. Die empfohlene Tageshöchstmenge (siehe Tabelle unten) kann kaum überschritten werden, deshalb sind Süßstoffe unbedenklich.

 

Tageshöchstmengen für zugelassene Süßstoffe

Süßstoff          
Süßkraft
(gegenüber Haushaltszucker)
Tageshöchstmenge
(Milligramm pro Kilogramm Körperewicht)
Cyclamat 30 bis 50 mal stärker 7 mg / kg
Acesulfam 130 bis 200 mal stärker 9 mg / kg
Aspartam 200 mal stärker 40 mg / kg
Saccharin 300 bis 500 Mal stärker 7 mg / kg

 

Auf Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit und Fruktose kann man heute verzichten. Sie werden wie Haushaltszucker dosiert, besitzen genauso viele Kalorien und wirken in Mengen über 10 bis 20 Gramm abführend (zum Beispiel auch Maltit, Xylit).

Durch Bezeichnung "light" nicht täuschen lassen

Süßstoffe sind nicht schädlich und Diabetiker können darauf nicht verzichten. Für alle Lebensmittel und Getränke gilt: Übermäßig Zucker kann man auch mit praktizierter Insulintherapie nicht einfach so „wegspritzen“.

Man sollte sich durch die Bezeichnung „light oder diet" (diät) nicht täuschen lassen: Sie bedeutet nicht, dass kein Zucker, Kohlenhydrate und Fett enthalten sind. Nur mit wenig davon wird das Produkt kalorienarm. Für die Trinkerfrischung bieten sich ebenso Früchtetees an, die heiß oder gekühlt bekömmlich sind und schmecken. Ein ideales Kaltgetränk als Alternative ist die Saftschorle. Im Verhältnis eins zu fünf wird Fruchtsaft mit Wasser gemischt, das hat wenig Kalorien und kaum Kohlenhydrate.

Cola besitzt einen schlechten Ruf. Immerhin stecken schon 36 Stück Würfelzucker in einem Liter. Trotzdem ist die Brause, die es auch light und koffeinfrei gibt, als Erfrischungsgetränk bei jung und alt sehr beliebt. Um Cola ranken sich viele Gerüchte. So soll die Brause Fleisch auflösen können und dazu führen, dass Knochen spröde werden oder Zähne ausfallen. Cola wird auch noch dafür verantwortlich gemacht, dass Gicht, Diabetes und Magenprobleme entstehen. Andererseits soll das Getränk bei Durchfallerkrankungen nahezu wie ein Wundermittel wirken.

Neben Wasser beinhaltet die Cola ohne Light-Emblem vor allem Kohlensäure, Phosphorsäure, Koffein und Zucker. Aber die Behauptung „Cola hat viel Zucker, davon wird man zuckerkrank“ ist falsch, denn ein Lebensmittel allein kann keinen Diabetes verursachen. Problematisch wird es aber bei übermäßigem Konsum. Wer mehr als einen Liter der koffeinhaltigen Brause pro Tag trinkt, schadet seiner Gesundheit. Der kontinuierliche Schluck aus der Colaflasche hält den Speichel dauerhaft in einem sauren Bereich.

Säure nagt am Zahnschmelz

Die Phosphorsäure löst das Kalzium der Zähne auf und greift den Zahnschmelz an, der eigentlich vor Karies schützen soll. Der hohe Phosphatgehalt in Cola (140 Milligramm pro Liter) verhindert die Aufnahme von Kalzium für die Knochen, die Knochendichte nimmt ab. Denn aus Phosphorsäure mit Kalzium wird ein Salz, das für den Knochenaufbau wertlos ist, weil die Kalziummoleküle in dem Salz eingebunden und nicht nutzbar sind.

Cola kann jedoch kein Fleisch zersetzen und schon gar keine inneren Organe. Wenn man ein Stück Fleisch in ein Glas Cola legt, passiert relativ wenig. Das Fleisch saugt sich nur mit Flüssigkeit voll (es quillt auf), einzelne Fasern lösen sich ab und die Farbe leidet. Ähnliches ist zu beobachten, wenn Fleisch über längere Zeit in Sekt oder Selters gelegt wird. Für Magenprobleme kann Cola also nicht verantwortlich gemacht werden. Die Salzsäure im Magen ist stärker als die Phosphorsäure der koffeinhaltigen Brause.

Cola in Kombination mit Salzstangen hilft auch nicht unbedingt gegen Durchfall. Das Verhältnis von Salz und Zucker ist viel zu unausgewogen, so dass weiterer Durchfall die Folge sein kann. Abgekochtes Wasser mit einem halben Teelöffel Salz und fünf Teelöffeln Traubenzucker ist ein besseres Hausmittel, um bei Durchfall den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Bewiesen ist allerdings: Hoher Cola-Konsum führt vermehrt zu Knochenbrüchen. Studien haben gezeigt, das Risiko für Knochenfrakturen nimmt bei Mädchen im Teenageralter, die nur Cola trinken, um das Fünffache zu. Selbst wenn Sport getrieben wird, besteht bei regelmäßigen Cola-Trinkern noch ein dreifach höheres Risiko. Der Griff zur Colaflasche sollte deshalb eher die Ausnahme bleiben.

Morgens eine Tasse Tee oder lieber Kaffee

Ist Kaffee wirklich schädlicher als Tee? Für viele ist es ja nur eine Geschmacksfrage, ob das Frühstück mit einer Tasse Tee oder Kaffee beginnt. Andere sagen, sie brauchen morgens den Pott Kaffee, um wach in den Tag zu starten. Das liegt am Koffein, es wirkt anregend und fördert die Freisetzung von Adrenalin. Und Koffein im Kaffee ist tatsächlich stärker als in schwarzem Tee. Eine Tasse Kaffee enthält das Doppelt- bis Dreifache an Koffein, etwa 60 bis 100 Milligramm. Beim Schwarztee setzt die Koffeinwirkung langsamer ein und sie hält länger an. Die Gerbstoffe im Tee binden das Koffein und setzen es nach und nach frei. Grüntee hat einen höheren Anteil von Gerbstoffen. Der grüne Tee stammt aus derselben Teepflanze wie schwarzer Tee.

Koffein in Kaffee, schwarzem oder grünem Tee entwässert, es wirkt harntreibend (diuretisch). Die Nieren scheiden kurzfristig mehr Wasser und Natrium aus, was der Körper innerhalb des Tages selbst wieder ausgleicht. Entgegen der weitläufigen Annahme kann die Flüssigkeitsbilanz nicht beeinflusst werden, wenn man zu jedem Kaffee die gleiche Menge Wasser trinkt. Kaffee oder Grüntee können vor Diabetes schützen, sagen einige Studien. Es gibt Belege dafür, dass regelmäßige Kaffee-Trinker seltener an Typ-2-Diabetes erkranken.

Aber nicht Koffein, sondern Bestandteile im Kaffee wie Polyphenole und weitere Antioxidantien sollen die Insulinempfindlichkeit im Körper verbessern. Dieser Effekt ist auch bei entkoffeiniertem Kaffee zu beobachten, der übrigens nicht ganz ohne Koffein auskommt. Bis zu vier Milligramm sind darin noch enthalten. Im Grüntee soll das Antioxidans EGCG (Epigallocatechigallat) eine positive Wirkung haben, zum Beispiel auf das schädliche LDL-Cholesterin. Aber die dazu erforderlichen hohen Mengen von grünem Tee kann niemand trinken, das wäre utopisch. US-Forscher haben festgestellt, dass mit EGCG der Diabetesausbruch verhindert oder verzögert werden könne. Diese Untersuchung fand aber an Mäusen mit genetischer Anlage zum Typ-1-Diabetes statt. Doch Tierversuche lassen sich nicht ohne weiteres auf den Homo sapiens übertragen.

Bei zuviel Koffein drohen Schlaflosigkeit und Nervosität

Bei Menschen zeigen Ergebnisse aus Japan und den Niederlanden, dass grüner Tee vorbeugend gegen Herzinfarkt und Schlaganfall ist. Kaum untersucht wurde aber, ob Viel-Teetrinker nicht generell einen gesünderen Lebensstil haben. Menschen, die literweise Kaffee trinken, sind oft auch starke Raucher.

Ein hoher Konsum von koffeinhaltigen Getränken wie Cola oder Kaffee kann zu Schlaflosigkeit, Nervosität und Kopfschmerzen führen. Dass Kaffee die Durchblutung des Herzmuskels reduziert, den Blutdruck erhöht oder den Zuckerstoffwechsel negativ beeinflusst, ist nicht bewiesen. Groß angelegte Studien aus den USA und Finnland widersprechen dem: Der koffeinhaltige Kaffeegenuss hatte keine ungünstigen Effekte auf Blutdruck, Pulsfrequenz, Gewicht, Blutzuckerspiegel und Cholesterin. Ein regelmäßiger Kaffee-Konsum steht in keinem Zusammenhang mit einem höheren Risiko für Erkrankungen am Herzen oder Gehirn. Das konnte auch für Männer mit Typ-2-Diabetes nachgewiesen werden.

Trotzdem lautet die Empfehlung: Nicht nur Getränke mit Koffein! Denn der Körper gewöhnt sich schnell an die Substanz. Drei bis vier Tassen Kaffee am Tag darf man sich erlauben. Öfter sollte es dann auch mal ein Glas Tee sein. Hier gibt es eine große Auswahl von Entspannungs-, Nieren-, Blasentees bis zu heimischen und exotischen Früchten. Dabei wirkt loser Tee kaum anders als Tee im Beutel. Der Teebeutel beinhaltet die kleineren Partikel, die bei der Produktion von groben Teeblättern übrig bleiben. Loser Tee schmeckt einfach milder. Die Bitterstoffe können sich aufgrund der Oberflächenstruktur weniger schnell entfalten.

Dunkel gerösteter Kaffee ist gesünder für den Magen

Nach dem Aufbrühen beträgt die Ziehzeit für Schwarztee etwa drei Minuten. Früchte- und Kräutertees müssen schon mal fünf bis sieben Minuten lang ziehen, um den vollen Geschmack zu entfalten. Im Gegensatz zu Kaffee lässt sich mit Tee der Durst löschen. Bei der Kaffeezubereitung kann man darauf achten, dass die Temperatur beim Brühen hoch ist. Eine dunkle Röstung ist für den Magen schonender als die helle Bohne. Je länger die Kaffeebohne bei niedrigen Temperaturen röstet, desto mehr Säure verflüchtigt sich. Genau diese Säure greift die Magenschleimhäute an. Bei stark geröstetem Kaffee entstehen aber mehr Bitterstoffe.

Im Kaffee ist auch Fett in Form von Kaffeeölen enthalten. Wird der Kaffee gefiltert, sind weniger Öle darin, als bei Espresso oder Sorten, bei denen das Pulver als Kaffeesatz in der Tasse zurückbleibt. Diabetiker sollten bedenken, dass Milch in Latte Macciato, Cappuccino oder Tee Kohlenhydrate enthält, die den Blutzuckerspiegel steigen lassen. Trinkschokolade auf der Basis von Milch gilt übrigens nicht als Getränk, sondern als Nahrungsmittel. Die Kakaobohne besitzt nur wenig Koffein. Eine Tasse Schokolade hat etwa zehn Milligramm Koffein und etwa 130 Kilokalorien. Kakao enthält dazu noch wertvolle Flavonoide, die vor Herz- Kreislauferkrankungen schützen.

Für den Alkoholkonsum gilt das Motto „Weniger ist mehr“, der moderate Genuss ist nicht verboten. Aktuell empfehlen Fachgesellschaften pro Tag 10 Gramm Alkohol für Frauen und 20 Gramm für Männer. 20 Gramm Alkohol entsprechen 0,2 Liter Wein oder einem großen Glas Bier mit 400 Milliliter. Männer vertragen mehr Alkohol, weil sie ihn anders verwerten. Bei Frauen baut sich der Alkohol im Körper langsamer ab. Moderat ist der Genuss von ein bis zwei Gläsern Rotwein am Abend, was aber nicht jeden Tag in der Woche sein muss.

Denn der regelmäßige Konsum alkoholischer Getränke schädigt auf Dauer die Leber, kann zu Krebs oder Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) und in die Abhängigkeit führen. Wer jeden Tag seine Bier-Ration trinkt, kann irgendwann nicht mehr darauf verzichten. Bei einer Sucht wird regelmäßig konsumiert. Das Verlangen ist groß, weil man ohne nicht mehr auskommt. Der Körper gewöhnt sich schnell an Alkohol, auch wenn täglich nur geringe Mengen getrunken  werden.

Je hochprozentiger, desto mehr Kalorien

Alkohol ist ein wahrer Kalorienbomber! Im Vergleich zu Kohlenhydraten steckt in Alkohol fast das Doppelte an Kalorien. Er liefert pro Gramm sieben Kilokalorien, ein Gramm Kohlenhydrate enthält nur vier Kilokalorien, beim Fett sind es neun Kilokalorien. Liköre sind für Diabetiker am ungünstigsten. Sie enthalten hohe Zuckermengen und in der cremigen Variante Sahne. Das lässt den Blutzucker ansteigen. Doch der Gedanke, Wodka, Brände oder klare Schnäpse seien Spirituosen mit weniger Kalorien, ist falsch: Je hochprozentiger der Schnaps ist, desto mehr Kalorien sind darin. Gut 40 Kilokalorien und mindestens sechs Gramm Alkohol hat der Kurze im Glas mit zwei Zentilitern. Bei Kräuterschnäpsen ist der Alkoholgehalt oft deutlich höher, manche Sorten bestehen fast vollständig aus reinem Alkohol.

Geringer ist der Alkohol- und Kaloriengehalt in Bier, Sekt oder Wein. Das variiert von Sorte zu Sorte. Viele Brauereien haben sich dem Trend gebeugt und produzieren immer neue Biermixsorten. Auf dem „Hopfen-Markt“ kann man inzwischen Bier mit Tequila-, Lemon- und Colageschmack finden. Wer es klassisch bevorzugt, bleibt eher bei Altbierbowle und Alster, beide sind zur Hälfte mit fruchtigem Erfrischungsgetränk aufgefüllt.

Der Anteil von Zucker und Alkohol hängt auch von Gerstensaft und Verarbeitung ab. Dunkelbier hat oft mehr Alkohol als helles Pils, das Weizenbier ist mit Spitzenreiter bei den Kalorien. Den niedrigsten Kaloriengehalt hat alkoholfreies Bier. Darin ist trotzdem etwas Alkohol enthalten. Zwar ist die Menge mit 0,5 Prozent nur gering, aber ganz ohne Alkohol kommt das Bier nicht aus. Die Alkoholkonzentration in Sekt oder Wein liegt meist zwischen 11 und 14 Prozent. Sie ist abhängig von der Traubensorte und dem Gärungsprozess. Lieblicher Wein hat mehr Restsüße als trockener Wein und einen höheren Kohlenhydratgehalt.

Wissenschaft bescheinigt dem Rotwein viel Posivites

Dem Rotwein werden besonders positive Effekte bescheinigt. Der in roten Trauben und im Rotwein vorkommende Stoff Resveratrol soll vor Diabetes schützen. Forscher konnten in zahlreichen Versuchen zeigen, dass Resveratrol die Insulinempfindlichkeit verbessert. Rotwein enthält wertvolle Phenole, Flavonole und Antioxidantien. Diese schützen nachweislich vor Entzündungen im Körper, Atherosklerose (Gefäßverkalkung) und Herzinfarkt. Sie senken das schlechte LDL-Cholesterin und haben einen günstigen Einfluss auf die Fettwerte. Die Blutzirkulation wird verbessert. Diese Effekte wurden in zahlreichen Studien zum Rotweingenuss gefunden.

Aktuelle Ergebnisse belegen, dass täglich 20 Gramm roter Wein die Lebenserwartung verlängern. Dabei wurden Männer über die Dauer von 40 Jahren zu ihren Trinkgewohnheiten befragt, die sich im Laufe der Zeit änderten. Ob Wein nun tatsächlich die Lebenszeit verlängern kann, ist unter Experten umstritten. In Mittelmeerländern, wo die Menschen älter werden, wird mehr Wein getrunken und die Ernährung ist gesünder. Die mediterrane Kost enthält viel Fisch, frisches Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte, Pasta und Olivenöl. Darin stecken schon viele Vitamine und Antioxidantien. Auch das wärmere Klima könnte für das höhere Lebensalter mitverantwortlich sein.

Ein Glas Rotwein schadet sicher nicht, wenn man Diabetiker ist. Es scheint sich günstiger auszuwirken als Likör, Wodka oder Bier. Die meisten Cocktails haben den Nachteil, dass sie mit reichlich Alkohol und Kohlenhydraten gespickt sind. Hohe Mengen Alkohol können für Menschen mit Diabetes gefährlich werden. Der reichliche Zuckeranteil hebt erst den Blutzuckerspiegel an, nach dem Alkoholkonsum fällt der Blutzucker über Stunden ab. Diese Nachwirkung, dass der Blutzucker nach Alkohol sinkt, hält manchmal bis zu einem halben Tag lang an.

Alkohol vernebelt Unterzucker-Warnzeichen

Alkoholische Exzesse können schlimmstenfalls in die schwere Unterzuckerung (Hypoglykämie) mit komatösem Zustand führen. Meist hat dann der Betroffene die ersten Symptome nicht bemerkt, weil der Alkohol betäubend wirkt. Das Bewusstsein ist getrübt und die Frühzeichen einer Hypoglykämie wie Unruhe, Zittern und Schwitzen oder andere Symptome werden nicht rechtzeitig wahrgenommen. Diabetiker sollten deshalb mehr als andere auf die Alkoholmenge achten.

Patienten, die mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen behandelt werden, müssen ganz besonders aufpassen. Das körpereigene „Sicherheitssystem“, das sonst bei niedrigen Blutglukosewerten die Zuckerreserven aus der Leber freisetzt (Glykogen), funktioniert nicht, wenn man zu viel Alkohol trinkt. Auch die Zuckerneubildung in der Leber ist gestört. Dadurch hält die Gefahr für Unterzuckerungen viele Stunden nach dem Alkoholgenuss an, auch wenn dieser schon abgebaut ist.

Wichtig ist es, den Blutzucker nach Alkohol vor dem Zubettgehen zu messen. Oft müssen für alkoholische Getränken keine Kohlenhydrate in Form von BE/ KE oder KHE angerechnet werden. Um die Gefahr für Unterzuckerungen zu senken, gilt als Empfehlung, lieber einen höheren Blutzucker in Kauf zu nehmen. Sicherer ist es, den Blutzuckerwert nach Alkoholkonsum vor dem Schlafen auf maximal etwa 200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l zu korrigieren. Den richtigen Umgang mit Alkohol und die erforderliche Insulinanpassung sollten Diabetiker generell im Vorfeld mit dem Arzt besprechen. Als goldene Regel für den Alkoholgenuss trotz Diabetes gilt noch immer: Das gesunde Maß ist entscheidend!  Trotz der positiven Effekte beim Rotwein sollte man bei Alkohol bedenken: Regelmäßiger Genuss führt langfristig zum Umbau der Leber und zu schweren gesundheitlichen Schäden, zum Beispiel können Fettleber, Leberzirrhose und schließlich Leberkrebs die Folgen sein.

www.diabetes-ratgeber.net / Diabetes Ratgeber, 28.10.2011