Gesunde Haut trotz Diabetes

Diabetes zieht auch die Haut in Mitleidenschaft. Sie braucht deshalb besonders sorgfältige Pflege. Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt

Eine trockene, juckende Haut ist manchmal das erste Zeichen eines beginnenden Diabetes. Der Körper versucht, überschüssigen Zucker über den Urin auszuscheiden. Dabei verliert er Wasser, die Haut trocknet aus. Nach langjährigem Diabetes ist deshalb die Haut bei vielen Menschen trocken und empfindlich. Vor allem Unterschenkel und Füße sind betroffen.

Dabei spielen vermutlich eine Reihe von Gründen eine Rolle:

  • Die Schweiß- und Talgdrüsen arbeiten nicht mehr richtig, weil die Nerven, die sie steuern, infolge der erhöhten Zuckerwerte geschädigt sind
  • Die Hautdurchblutung ist vermindert, weil die Blutgefäße verengt sind
  • die Ausreifung der Hornzellen der Oberhaut ist beeinträchtigt (eine Folge des Insulinmangels, denn das blutzuckersenkende Hormon wirkt auch als Wachstumsfaktor)
  • Die Abwehrkräfte der Haut sind bei Diabetes herabgesetzt

In den folgenden Kapiteln erfahren Sie, worauf Sie bei der täglichen Pflege achten sollten und warum besonders die Fußpflege sehr wichtig ist. Außerdem: Die richtige Hautpflege im Sommer und im Winter und Tipps, wie Sie Hautinfektionen – ob Fußpilz oder Vaginalmykose – vorbeugen und behandeln können.

Querschnitt durch die Haut

Die Abbildung (zum Vergrößern in das Lupensymbol links oben klicken) zeigt die drei Schichten, aus denen die Haut aufgebaut ist: Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut. Bei Diabetes können sowohl die Blutgefäße, die die Haut versorgen, als auch die Nervenfasern, die zum Beispiel für die Funktion der Schweiß- und Talgdrüsen verantwortlich sind, beeinträchtigt sein.

Die Haut von Diabetikern ist besonders empfindlich. Die richtige und regelmäßige Pflege hilft, Probleme zu vermeiden und einer vorzeitigen Hautalterung entgegenzuwirken.

Wir zeigen Ihnen, worauf Sie dabei achten müssen, welche "Problemzonen" besonders viel Aufmerksamkeit benötigen und welche Produkte Sie zur Hautpflege verwenden sollten.

Lassen Sie sich bei Fragen auch von Ihrem Hautarzt oder in Ihrer Apotheke beraten.

Duschen mit Balsam oder Öl

Duschen Sie am besten nur kurz und lauwarm. Verwenden Sie statt Seife milde Reinigungsmittel, die auf den pH-Wert der Haut abgestimmt sind und rückfettende Substanzen oder Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff (Urea) enthalten. Gut geeignet sind cremige Duschbalsame oder Duschöle. Trocknen Sie sich danach sanft, aber gründlich ab (nicht rubbeln!). Vor allem dort, wo haut an Haut liegt – an den Zehen, unter den Brüsten, in den Ellbeugen – könnten sonst Wärme und Feuchtigkeit Keimen ideale Nistplätze bieten.

Cremen: Nach dem Duschen Pflicht!

Nach dem Duschen mit feuchtigkeitsspendender Creme, Lotion, Cremeschaum oder Balsam eincremen. Besonders geeignet sind produkte, die beispielsweise Urea, reizlinderndes Dexpanthenol, Vitamin E, Jojoba- oder Nachtkerzenöl, Glycerin und Milchsäure enthalten.

Auf reine Fettpräparate wie Vaseline sollten Sie verzichten. Sie fördern die Überwärmung der Haut und lassen sie nur noch stärker aufquellen.

Hände nach jedem Waschen eincremen

Cremen Sie Ihre Hände nach jedem Waschen mit einem auf den pH-Wert abgestimmten Produkt ein, das pflegende, rückfettende Substanzen enthält. Spezielle Handcremes, die beispielsweise Urea und Glycerin enthalten, pflegen und glätten auch sehr trockene und strapazierte Hände und ziehen trotzdem schnell ein.

Fußwäsche: Täglich, aber nicht zu heiß

Fußbäder sollten höchstens fünf Minuten dauern, höchstens 35 bis 38 Grad heiß sein (am besten mit einem Badethermometer kontrollieren) und keine parfümierten oder desodorierenden Zusätze enthalten. Die Zehenzwischenräume müssen besonders gut abgetrocknet werden. Kosmetiktücher saugen Feuchtigkeit auf, die nach dem Abtrocknen übrig geblieben ist. Anschließend die Füße mit Creme, Cremeschaum oder harnstoffhaltiger Lotion eincremen (siehe auch Kapitel "Fußpflege")

In Deutschland werden jedes Jahr tausende von Menschen amputiert. Einer der häufigsten Gründe ist das "Diabetische Fußsyndrom". Gefäß- und Nervenschäden infolge jahrelang erhöhter Blutzuckerwerte fördern die Entwicklung schlecht heilender Fußgeschwüre, die sich, spät erkannt, oft nicht mehr in den Griff bekommen lassen. Daher ist es sehr wichtig, dass Diabetiker ihre Füße nicht nur sorgfältig pflegen, sondern auch kleine Verletzungen möglichst rasch dem Arzt zeigen. Denn eine fachgerechte Behandlung kann Komplikationen in vielen Fällen verhindern.

Worauf es bei der Fußpflege besonders ankommt, haben wir unten für Sie zusammengestellt:

Baden: täglich lauwarm

Gönnen Sie Ihren Füßen jeden Tag ein Bad – aber nicht heißer als 35 bis 38 °C. Kontrollieren Sie die Temperatur mit einem Badethermometer, denn Diabetes schädigt häufig die Temperatur-Nerven. Dann besteht die Gefahr, sich zu verbrennen. Das Fußbad sollte nicht länger als fünf Minuten dauern, weil die Haut sonst aufweicht, was Keimen das Eindringen erleichtert. Verwenden Sie milde, rückfettende Waschlotionen mit feuchtigkeitsbindendem Harnstoff oder milde Seife, z.B. Babyseife. Benutzen Sie einen weichen Waschlappen und keine Bürste.

Abtrocknen mit Gefühl

Trocknen Sie die Füße nach dem Bad mit einem weichen Handtuch sorgfältig ab. Die zarte Haut zwischen den Zehen vorsichtig trocken tupfen (nicht rubbeln, wegen der Verletzungsgefahr). Wer sich mit einem Föhn leichter tug: nur auf Kaltstufe, wegen des Verbrennungsrisikos! Tipp: Kleine Gästehandtücher verwenden und täglich wechseln.

Nägel kurz und gut

Fußnägel sollten ein- bis zweimal pro Woche mit einer Nagelfeile gekürzt werden (nur so viel, dass sie mit der Zehenkuppe abschließen). Spitze Kanten ebenfalls mit einer Feile glätten (Nägel aber nicht rund feilen, sonst wachsen sie leichter ein). Wegen der Verletzungsgefahr auf Nagelschere, -zange oder -knipser verzichten.

Weg mit der Hornhaut

Hornhaut an Ballen, Zehen und Fersen lässt sich mit Naturbimsstein oder einer abgerundeten Hornhautfeile entfernen. Nach dem Baden ist die Hornhaut weicher und löst sich leichter. Wegen der Verletzungsgefahr sind hornhauthobel oder Scheren tabu. Schwielen an den Fußsohlen können ein Hinweis auf ungeeignete Schuhe sein. Gehen Sie damit zum Podologen oder zum Arzt. Ebenso bei Hühneraugen – nicht in Eigenregie behandeln!

 

Pflegen mit Schaum, Creme, Lotion

Diabetesbedingte Nervenschäden führen dazu, dass die Schweißproduktion nachlässt und die Haut austrocknet. Je trockener die Haut, desto wichtiger ist es, sie nach dem Fußbad mit Creme, Cremeschaum oder Lotion zu pflegen. Wichtigster Feuchtigkeitsspender: Harnstoff. Die Zehenzwischenräume auslassen, weil das feuchtwarme Klima Infektionen begünstigen würde.

Spieglein, Spieglein in der Hand

Inspizieren Sie täglich Ihre Füße: Gibt es Hinweise auf Druckstellen, Verletzungen oder Hornhaut? Anzeichen von Fußpilz? Wer weniger beweglich ist, kann einen Handspiegel benutzen. Wenn Sie nicht mehr so gut sehen, und auch mit dem Handspiegel nicht zurechtkommen, können Sie lernen, Veränderungen an den Füßen, zum Beispiel rauhe Stellen, kleine Wunden oder Schorf zu ertasten. Bei Auffälligkeiten unverzüglich den Arzt fragen. Wenn Sie unsicher sind, wenden Sie sich an einen Podologen (medizinischer Fußpfleger).

Am Strand oder Badesse liegen, sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen – endlich wieder all das auskosten, was uns nur der Sommer oder ein Urlaub in südlichen Gefilden bescheren kann. Die Seele lebt auf, fast wie von selbst stellt sich gute Laune ein.

Doch so schöne diese Zeit ist, so kurz ist sie auch. Die Versuchung ist daher groß, so viel Sommer zu tanken wie möglich. Die Warnungen vor den Risiken werden dabei gerne überhört: 36 Prozent der Deutschen, so eine Emnid-Umfrage vor einiger Zeit, benutzen beispielsweise nie ein Sonnenschutzmittel. Besonders unvernünftig sind übrigens, mal wieder, die Männer: Fast jeder zweite verzichtet auf den Sonnenschutz. Dabei ist Hautpflege gerade im Sommer besonders wichtig.  Das gilt erst recht für die empfindliche Diabetikerhaut.

Basispflege für eine gesunde Haut

Weil Sonne und Wärme der ohnehin eher trockenen Diabetiker-Haut noch mehr Feuchtigkeit entziehen, braucht sie im Sommer besonders viel Zuwendung. Vermeiden Sie bei der Reinigung und Pflege alles, was die Haut zusätzlich austrocknen könnte. Dazu gehört zum Beispiel der lange Kontakt mit warmem Wasser. Duschen Sie am besten nur kurz und lauwarm. Verwenden Sie statt Seife milde Reinigungsmittel, die auf den sauren pH-Wert der Haut abgestimmt sind und rückfettende Substanzen oder Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff (Urea) enthalten. Gut geeignet sind cremige Duschbalsame oder Duschöle. Trocknen Sie sich danach sanft, aber gründlich ab. Vor allem dort, wo Haut auf Haut liegt – an den Zehen, unter den brüsten, in den Ellbeugen – können sonst Wärme und Feuchtigkeit Keimen ideale Nistplätze bieten. Und: keine Dusche ohne anschließendes Eincremen. "Die meist recht trockene Haut von Diabetikern braucht vor allem feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte", rät Apotheker Dr. Gerd Kindl aus Baldham bei München. "Empfehlenswert sind Emulsionen mit geringem Wasseranteil, so genannte Wasser-in-Öl-Emulsionen".

Besonders geeignet sind Produkte, die harnstoff, reizlinderndes Dexpanthenol, Vitamin A und E oder Jojobaöl enthalten. Auf reine Fettpräparate wie Vaseline sollten Sie dagegen verzichten. Sie fördern die Überwärmung der Haut und lassen Sie nur noch stärker aufquellen.

Das richtige Sonnenschutzmittel

Sonnenschutzmittel müssen sowohl vor UV-B- und UV-A-Strahlen schützen als auch einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor (LSF) haben. Welchen LSF Sie benötigen, hängt von der Sonnenempfindlichkeit Ihrer Haut und der Intensität der Sonnenstrahlung ab. Menschen mit Hauttyp 1 beispielsweise haben eine Eigenschutzzeit von fünf bis zehn Minuten. Bleiben Sie länger in der Sonne, ist ein Sonnenbrand programmiert. Der LSF verlängert diese Eigenschutzzeit – ein LSF 6 um das Sechsfache (also auf 30 bis 60 minuten), ein LSF 10 um das Zehnfache (auf 50 bis 100 Minuten) usw.

Um sicherzugehen, sollten Sie diese Zeitdauer aber nie bis zum Anschlag ausreizen. Grundsätzlich gilt die Eigenschutzzeit für eine mittlere Bestrahlungsintensität in Mitteleuropa. In äquatornahen Ländern, im Hochgebirge oder direkt am Wasser ist die UV-Strahlung stärker und die Eigenschutzzeit entsprechend geringer, so dass der LSF höher sein muss.

Auskunft über die jeweilige Strahlungsintensität gibt der UV-Index, der weiltweit in Stufen von 1 bis 12 eingeteilt wird. Man kann den UV-Index über das Internet beim Bundesamt für Strahlenschutz oder vom Deutschen Wetterdienst über Radio, Teletext und Zeitungen erfahren. "Ab einem UV-Index von 4 ist grundsätzlich Sonnenschutz nötig, ab 8 sogar ein extrem hoher Schutz", rät Apotheker Dr. Gerd Kindl.

In den ersten Urlaubstagen sehr hohen LSF verwenden

In den ersten Urlaubstagen, wenn die Haut noch nicht an die Sonne gewöhnt ist, sollte man unabhängig vom Hauttyp einen sehr hohen LSF von 25 oder 30 verwenden. Weil Wasser UV-Strahlen nicht abhält, brauchen Sie beim Baden ein wasserfestes Sonnenschutzmittel. Nach dem Abtrocknen müssen Sie sich erneut eincremen. Wichtig: Die Schutzzeit verlängert sich dadurch nicht.

Verlassen Sie sich auch nicht darauf, dass Sie schön spüren, wann es genug ist. beginnt die Haut sich zu röten, hat sie bereits Schaden genommen. Und wenn die Hautnerven durch den Diabetes geschädigt sind, besteht die Gefahr, dass Sie den Sonnenbrand gar nicht bemerken.

Noch ein Aspekt für die Auswahl des Sonnenschutzmittels: Es sollte die Haut auch mit Feuchtigkeit und etwas Fett versorgen. Fürs Gesicht sind Cremes geeignet, für größere Körperflächen Milchen und Lotionen. Von Hydrogelen rät Apotheker Kindl ab, weil sie kein Fett enthalten. Ausnahme: Patienten mit Mallorca-Akne.

Wieviel Sonne ist erlaubt?

Die Abbildung links (zur vollständigen Darstellung auf das Lupensymbol links oben klicken) zeigt näherungsweise, wie lange Sie in Abhängigkeit von Ihrem Hauttyp in der Sonne bleiben dürfen und welchen Lichtschutzfaktor Sie verwenden sollten

After-Sun: Die Pflege danach

Nach dem Sonnenbad braucht die Haut vor allem Feuchtigkeit und Fett. Die liefern zum Beispiel After-Sun-Präparate, die Feuchthaltefaktoren wie Glycerol, Vitamin E oder Hyaluronsäure enthalten. Empfehlenswert sind auch After-Sun-Produkte mit reizlindernden und beruhigenden Zusätzen wie Hamamelis oder Dexpanthenol. Haben Sie trotz aller Vorsicht einen Sonnenbrand bekommen, kühlen Sie die verbrannte Haut mit kaltem Wasser oder einem nassen Handtuch. Anschließend tragen Sie ein mittel gegen Sonnenbrand auf. Es eirkt kühlend und enthält außerdem entzündungshemmende und juckreizstillende Wirkstoffe. Andere Wirkstoffe, die die Regeneration der Haut fördern, sind Alphaglukosylrutin (AGR) oder das Algenenzym Photolyase. Wichtig: Mit starken und großflächigen Verbrennungen, zumal wenn sie scdhmerzen oder Blasenbilden, müssen Sie in jedem Fall zum Arzt gehen. Blasen sollten Sie nicht auf eigene Faust öffnen, weil sonst das Risiko einer Infektion oder einer schlecht heilenden Wunde besteht.

Was noch wichtig ist: Viel trinken – und keine Billig-Sonnenbrille

Meiden Sie die pralle Mittagssonne von 11 bis 15 Uhr. Am besten halten Sie in dieser Zeit Siesta, zumindest aber ist dann Schatten angesagt. Selbst imm Schatten eines Sonnenschirmes erreichen Sie noch 70 Prozent der UV-Strahlen.

Der beste Sonnenschutz ist die Kleidung: Sie sollte hel und weit sein; den Kopf schützt am besten ein breitkrempiger Hut. Und: Trinken Sie viel. Mindestens zwei Liter pro Tag, denn wenn es heiß ist, verliert der körper viel Wasser. Für den Kreislauf, die Nieren und die Haut ist ausreichender Flüssigkeitsnachschub deshalb unerlässlich.

Auch die Augen brauchen Schutz vor der Sonne. Wichtig: Die Gläser müssen die UV-Strahlen ausfiltern. Dunkle Gläser allein bringen noch nichts. Im Gegenteil: Ist kein UV-Schutz eingearbeitet, verhindern dunkle Gläser, dass sich die Pupillen verengen, und lassen dadurch sogar noch mehr UV-Licht ins Auge. Vorsicht also bei Billig-Brillen!

Kein Wunder, dass uns die kalte Luft im Winter so aufs Gemüt schläft. Schließlich besitzt die Haut zehnmal so viele Kälte- wie Wärmefühler. Deshalb empfinden wir Kälte viel schneller als unangenehm. Für Frauen gilt das ganz besonders, weil ihre Haut rund 15 Prozent dünner ist als die von Männern – weshalb sie deutlich schneller abkühlt, wenn die Temperaturen fallen.

Bibbern und Zähneklappern sind aber nur eine Folge sinkender Temperaturen. Für die Haut bedeutet die kalte Jahreszeit ganz besonders viel Stress. Während ihr draußen Minusgrade zusetzen, muss sie drinnen mit trockener Heizungsluft zurechtkommen. Mit der Folge, dass sie zunehmend austrocknet. Denn je kälter die Luft ist, desto weniger Wasser enthält sie und kann sie an die Haut weitergeben. Zudem drosseln die Talgdrüsen bei niedrigen Außentemperaturen ihre Produktion – unterhalb von acht Grad stellen sie sie sogar ganz ein –, sodass der Haut zusätzlich Fett und Feuchtigkeit verloren gehen.

Hoher Zucker trocknet die Haut aus

Was schon für normale, gesunde Haut anstrengend ist, strapaziert erst recht die Haut von Diabetikern. Sie neigt von Haus aus zu mehr Trockenheit. Der Grund ist, dass jahrelang erhöhte Blutzuckerwerte auch die Talg- und Schweissdrüsen der Haut in Mitleidenschaft ziehen, die den schützenden Fett- und Feuchtigkeitsfil aufrechterhalten. Mit Folgen: Die Haut wird trocken, schuppig und rissig, beginnt zu spannen und zu jucken. Bakterien und Umweltschadstoffe können leichter eindringen und zusätzlich Schäden wie Entzündungen oder ekzeme verursachen. Damit Ihre Haut die unwirtliche Zeit gut übersteht, braucht sie jetzt besonders sorgsame Rundum-Pflege. Worauf es dabei ankommt, zeigen Ihnen unsere Pflegetipps.

Gesicht

Das Gesicht ist Witterung und Kälte am stärksten ausgesetzt. Pflegen Sie es mit Cremes vom W/O-Typ (Wasser-in-Öl-Emulsion), die hautverwandte Lipide (Fette) und Feuchthaltefaktoren enthalten. Um das für Ihren Hauttyp optimale Produkt zu finden, lassen Sie sich in ihrer Apotheke beraten.

Feuchthaltefaktoren sind beispielsweise Aminosäuren, Polysaccharide, Vitamin E oder Mineralstoffe. Am besten wirksam ist Hyaluronsäure, ein Polysaccharid (komplexes Zuckermolekül), das bis zu sechs Liter Wasser pro Gramm binden kann. Mit dem sonst häufig empfohlenen Harnstoff sollte man im Gesicht zurückhaltend sein, zumindest mit Produkten, die Harnstoff in Konzentrationen von zehn Prozent und mehr enthalten. Denn diese können die empfindliche Gesichtshaut reizen. Vitamin E dagegen sollte mindestens in einer Konzentration von 2 bis 5 Prozent enthalten sein, damit es ausreichend Feuchtigkeit bindet. Wenn auf der Packung nur der Vermerk steht 'enthält Vitamin E', so reicht das nicht, um eine Gesichtscreme als besonders feuchtigkeitsspendend auszuzeichnen.

Bei den Fetten (Lipiden) sind pflanzliche Öle, beispielsweise aus Mandel, Avocado oder Aprikose, sowie synthetisch hergestellte Ceramide (die den natürlichen Hautfetten am nächsten verwandt sind) tendenziell günstiger als mineralische Fette. Pflanzliche Fette dringen bis in die untere Hornschicht, während mineralische Fette wie Vaseline oder Paraffin einen Film auf der Haut bilden.

Tragen Sie bei Temperaturen unter etwa 4° Celsius zusätzlich Kälteschutzcreme auf. Entfernen Sie diese, wenn Sie lange in beheizten Räumen sind, sonst überwärmt sich die Haut. Wintersportler brauchen besonders im Gebirge ein Präparat, das auch vor Sonne schützt. Lassen Sie sich zum Lichtschutzfaktor in der Apotheke beraten.

Augen

Die Haut um die Augen ist besonders empfindlich. Augenpflegepräparate aus der Apotheke liefern Feuchtigkeit und enthalten häufig Vitamin A, das die Zellalterung bremst und helfen soll, die Haut zu glätten.

Cremes für die Augenpartie "schlieren" weniger als Gesichtscremes und enthalten besonders gut verträgliche Inhaltsstoffe, die bei versehentlichem Kontakt die Bindehaut nicht reizen.

Wer normale Gesichtspflege-Produkte für die Augenpartie nimmt, sollte einen Zentimeter Abstand zum Auge lassen.

Lippen

Die Lippen haben keine Talgdrüsen. Daher fehlt ihnen der Fettfilm, und sie müssen besonders vor Kälte geschützt werden. Pflegestifte, die sich wie ein Lippenstift auftragen lassen, enthalten als Hauptbestandteil meist Wachs. Das Wachs schützt die Lippenhaut vor Wind und Wetter, ein zusätzlicher Sonnenschutzfaktor hält beim Wintersport im Gebirge auch UV-Strahlung ab.
Wer trockene und spröde Lippen hat, sollte eine spezielle Pflegecreme für die Lippen verwenden. Die enthaltenen Öle oder synthetischen Fette dringen tiefer in die Haut ein.

Hals

Die Haut im Halsbereich trocknet leicht aus, weil hier nur wenige Talgdrüsen sitzen. Rollkragenpullover oder Schals aus rauen Stoffen und Wolle irritieren die zarte Haut im Winter zusätzlich.

Tägliche Pflege tut also not, am besten mit einer dünnflüssigen Lotion. Sie wird im Halsbereich oft als angenehmer empfunden als eine Creme, denn sie zieht schnell ein und hinterlässt keine Fettränder an Blusen- oder Hemdkragen. Alternativ können Sie Ihre Gesichts- oder Körperpflege auch für den Hals verwenden.

Hände

Am Handrücken sitzen wenig Talgdrüsen, an den Handflächen gar keine. Kein Wunder, dass Kälte und häufiges Waschen die Hände in null Komma nichts rau und spröde machen. Cremen Sie deshalb die Hände nach jedem Händewaschen ein.

Handcreme soll ausreichend Fett und Feuchtigkeit spenden und schnell einziehen, ohne zu glänzen oder Fingerabdrücke zu hinterlassen. Gut geeignet sind Produkte mit hautverwandten Fetten und Feuchtigkeitsbindenden Substanzen wie Harnstoff oder Glycerin.

Vorsicht: Ist die Haut an den Händen sehr dünn und empfindlich, können Produkte mit hohem Harnstoffgehalt (wie er zum Beispiel für viele Körperlotionen typisch ist) sie zusätzlich reizen.

Bei sehr trockenen Händen kann es helfen, über Nacht eine reichhaltige Gesichtscreme aufzutragen. Um die Bettwäsche vor Fettflecken zu schützen, ziehen Sie am besten Baumwollhandschuhe an (gibt es in der Apotheke).

Duschen

Es klingt zwar paradox, aber Wasser, vor allem heißes, trocknet die Haut aus. Daher: Besser duschen als baden, höchstens fünf Minuten und nicht zu heiß. Verwenden Sie milde, rückfettende Waschlotionen, Duschcremes oder Duschöle. Empfehlenswert sind auch Präparate mit Harnstoff (Urea), weil sie Feuchtigkeit binden.

Um sich sauber zu fühlen, müssen Sie sich nicht jeden Tag von Kopf bis Fuß einschäumen. Es reicht, kritische zonen wie Achseln oder Füße mit Waschlotion zu reinigen.

Ein Vollbad sollten Sie höchstens einmal pro Woche nehmen. Geben Sie einen Schuss Badeöl dazu, und bleiben Sie nicht länger als zehn Minuten in der Wanne. Das Wasser sollte nicht wärmer sein als 35 Grad Celsius (mit einem Badethermometer prüfen).

Abtrocknen und pflegen

Tupfen Sie sich mit einem weichen Handtuch trocken. Vor allem, wo Haut auf Haut liegt, etwa in den Ellbeugen, unter den Brüsten oder zwischen den Zehen, ist sanfte Gründlichkeit gefragt. Denn Feuchtigkeit und Wärme sind ein ideales Milieu für Pilze und Bakterien.

Nach dem Duschen oder Baden heißt es Cremen. Verwenden Sie dazu eine feuchtigkeitsspendende Creme, Lotion, Cremeschaum oder Balsam mit Substanzen wie Urea (Harnstoff), Dexpanthenol, Vitamin E, Jojoba- oder Nachtkerzenöl, Glycerin und Milchsäure.

Geeignet sind Wasser-in-Öl-Emulsionen, weil sie länger wirken. Auf reine Fettsalben sollten Sie verzichten, sie überwärmen die Haut.

Fußbad

Waschen Sie Ihre Füße täglich mit einer milden, rückfettenden Waschlotion, die am besten auch feuchtigkeitsbindenden Harnstoff enthält, oder mit einer milden Babyseife. Fußbäder sollten höchstens fünf Minuten dauern, maximal 35 bis 38 °C heiß sein (Badethermometer verwenden) und keine parfümierten oder desodorierenden Zusätze enthalten.

Tupfen Sie die Füße nach dem Bad mit einem weichen Handtuch trocken. Die Zehenzwischenräume müssen besonders gut abgetrocknet werden. Kosmetiktücher saugen Feuchtigkeit auf, die nach dem Abtrocknen übrig geblieben ist. Nach der täglichen Reinigung die Füße eincremen (siehe nächster Absatz).

Füße pflegen

Wer Diabetes hat, bemerkt Hautprobleme oft zuerst an den Füßen. Die Haut wird trocken und es kann sich eine dicke Hornschicht bilden – vor allem an Ballen, Fersen oder an der Fußsohle.

Die verschiedenen Problemzonen am Fuß brauchen unterschiedliche Pflege:

• Für die Haut am Rist eignet sich gut eine Fußcreme mit Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff (bis zehn Prozent) oder Glyzerin. Cremeschäume lassen sich leicht auftragen und ziehen schnell ein. Schäume sollten unbedingt Feuchthaltefaktoren enthalten, da sie die Austrocknung der Haut sonst verstärken können.
Tipp: Morgens einen Cremeschaum verwenden und für eine intensive Pflegewirkung abends Creme dick auftragen, Socken darüberziehen und über Nacht einziehen lassen.
• Für die Fersen gut geeignet sind Cremes, die zusätzlich glättend wirken. Schrundencreme beispielsweise enthält häufig hornhautlösende Substanzen, zum Beispiel Harnstoff in Konzentrationen bis 40 Prozent.
• Für die Fußsohlen sollte man eine Creme wählen, die Feuchthaltefaktoren und nicht zu viel Fett enthält. Denn ein dichter Fettfilm könnte verhindern, dass der Schweiß verdunstet. Die Haut könnte aufquellen und Blasen bilden.
Wer – trotz Diabetes – zu Schweißfüßen neigt, kann eine desodorierende Creme verwenden.

Extra-Tipps

  • Öfter einen Schluck Wasser oder Tee trinken: So versorgen Sie Ihre Haut von innen mit Feuchtigkeit.

  • Gute Zuckerwerte beugen übermäßigem Feuchtigkeitsverlust, Hautinfektionen und Schäden an Schweiß- und Talgdrüsen vor.

  • Ein Luftbefeuchter oder Zimmerpflanzen wirken dem Feuchtigkeitsverlust in beheizten Räumen entgegen.

  • Viel Bewegung, am besten draußen, Wechselduschen und die Massage mit einem Massage-Igel fördern die Hautdurchblutung.

www.diabetes-ratgeber.net / Diabetes Ratgeber, 25.09.2012