So schützen Sie sich vor Demenz

Eine positive Haltung, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Blutzuckerkontrollen: Für die geistige Fitness kann jeder selbst eine Menge tun

von Tina Haase, 06.07.2018
Senior

Gespräche für den Geist: Das bringt mehr als Denksport


Wie denken Sie über das Alter?

Hoffentlich positiv! Denn wer die Zukunft optimistisch sieht, hat ein geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken. Das fand Psychologin Becca R. Levy von der Yale School of Public Health in New Haven (USA) heraus. Sie untersuchte vier Jahre lang 4765 Senioren, die anfangs nicht dement waren. Das Ergebnis: Sogar die genetisch vorbelasteten Personen hatten, wenn sie zum Alter positiv eingestellt waren, ein nur etwa halb so großes Demenz­­risiko wie die Pessimisten mit gleichen Genen. Levy vermutet, dass eine positive Haltung den Stresspegel senkt und das Gehirn schützt.

Glückliches älteres Paar

Was kommt bei Ihnen auf den Teller?

Morgens Salamibrot, mittags Schweinebraten und abends ein Leberwurstbrötchen? Vielleicht lecker für manchen Gaumen, unserem Gehirn aber schmeckt das nicht. Was hält dann den Kopf bei Laune? "Eine ausgewogene Ernährung mit nicht allzu vielen Kalorien", sagt Professor Hans Förstl, Psychiater und Neurologe am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Einige Studien zeigten auch, dass die Mittelmeerküche das Risiko verringert, an Demenz zu erkranken. Sie besteht aus Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Getreide, Fisch und Olivenöl.

Treffen Sie sich mit lieben Menschen?

Glückwunsch, wenn Ihre Antwort "Ja" lautet. "Denn wer unter die Leute geht und Gelegenheit zum Austausch hat, der rostet geistig nicht ein", sagt Experte Hans Förstl. Es komme gar nicht darauf an, dass man sich ständig sieht, sondern eher, dass das Zusammensein anregend ist. Dabei ist es egal, ob Sie sich mit Familie, Freunden, Nachbarn oder Arbeitskollegen treffen. Hauptsache, Sie beschäftigen sich mit neuen Themen. Auch schon das Planen und das Organisieren der Zusammenkunft regen den Geist an. Demenzforscher halten soziale Kontakte sogar für wichtiger, als Denksportaufgaben — wie Kreuzwort- oder Zahlenrätsel — zu lösen.

Frau im Pool

Wann haben Sie das letzte Mal Sport getrieben?

Schon eine Weile her? Dann nichts wie raus. Unser Kör­­per will bewegt werden. "Unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler, mussten nicht nur schlau, sondern auch reaktionsschnell und sportlich sein, um zu überleben", sagt Experte Hans Förstl. Auf Herum­hocken seien Körper und Geist nicht ausgelegt. "Das Gehirn steuert die Bewegung, nimmt Reize auf, veranlasst — etwa bei einem Sprint — abzubremsen, wenn Gefahr droht", so der Neurologe. So wird es gefordert und gefördert.
Nun muss nicht jeder gleich schwimmen oder rennen, aber: "gehen, gehen, gehen — zur Post, zum Einkaufen, im Park", sagt Förstl. "Menschen, die ihren Körper auf Trab halten, werden seltener dement."

Haben Sie Ihre Zuckerwerte im Blick?

Falls ja, ist das großartig. Menschen mit Diabetes, die regelmäßig zum Arzt gehen, haben ihre Krankheit meist besser unter Kontrolle. Stimmt etwas nicht, kann der Arzt sofort handeln und die Therapie anpassen.
Gute Werte sind auch wichtig, um einer Demenz vorzubeugen. "Denn schwere Unterzuckerungen und dauerhaft erhöhte Blut­zuckerwerte sind Risiko­faktoren für geistigen Abbau", sagt Neurologe Hans Förstl. Außerdem können sich erhöhte Blutdruckwerte negativ auf das Gehirn auswirken. Deswegen sollten Sie den Blutdruck regelmäßig checken lassen.

So häufig ist Demenz

1,6 Millionen Menschen in ­Deutschland sind laut der ­Deutschen ­Alzheimer ­­Gesellschaft von einer Demenz­erkrankung betroffen.

70 Prozent der Erkrankten sind Frauen.


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