Trockene Augen: Tropfen und andere Tipps

Was sind die Ursachen von trockenen Augen? Wie wirksam sind Tropfen, welche Hausmittel helfen? Wir klären auf

von Birgit Ruf, 16.08.2016

Kleiner Tipp: Trockene Augen bei Bildschirmarbeit öfter schließen


Die Augen brennen und stechen, sind müde und gerötet. Bei jedem Lidschlag  fühlt es sich an, als reibe Sand auf der Hornhaut. Manchmal verschwimmt plötzlich die Sicht, dann wieder fehlen die Tränen, wenn einem zum Weinen ist. Die Rede ist von trockenen Augen, ­einer Krankheit, die laut Augenärztlicher Akademie Deutschland etwa jeden ­fünften Patienten plagt, der zum Augenarzt geht. Eine Studie aus England ergab ­kürzlich, dass fast jede zehnte Frau daran ­leidet und deswegen auch Schwierigkeiten beim Autofahren hat, beim Arbeiten am Computer oder beim Fernsehen.

Trockene Augen haben viele Ursachen

Die Ursachen von trockenen Augen sind vielfältig. Diabetes spielt eine Rolle, weil er, wie andere chronische Krankheiten, dazu führen kann, dass weniger Tränenflüssigkeit produziert wird. Seit einigen Jahren diagnostizieren Ärzte zudem häufiger das Office-Eye-Syndrom (Büro-Augen-Syndrom): Beim konzentrierten Blick auf den Bildschirm blinzeln wir deutlich seltener. "Dann verteilt sich der Tränenfilm nicht mehr gleichmäßig und reißt auf, sodass die Hornhaut austrocknen kann", sagt Augen­ärztin Dr. Andrea Höck von der Universitäts-Augenklinik Bonn.

Wann zum Augenarzt?

"Wer ständig unter trockenen Augen leidet, sollte das unbedingt vom Augenarzt abklären lassen", rät Expertin Andrea Höck. Durch gezielte Fragen und  einfache Untersuchungen kann der Arzt die Ursache für die Trockenheit finden. Ob die Tränendrüse genügend Tränenflüssigkeit produziert, zeigt etwa der sogenannte Schirmer-Test. Dazu wird ein kleiner Streifen saugfähi­­ges Papier in den Bindehautsack gelegt. Bei krankhaft trockenem Auge dauert es länger, bis sich das Papier vollsaugt. Ein Farbstoff, der auf die Augenoberfläche aufgetragen wird, zeigt, wie stabil der Tränenfilm ist und ob er vorzeitig aufreißt.

Bindehaut kann leiden

So unangenehm Brennen und Fremdkörpergefühl im Auge auch sind: Gefähr­­lich ist das meist nicht. Erhöhte Vorsicht ist bei chronisch entzündlichen Krankheiten geboten. Dann können Binde- und Hornhaut geschädigt werden, wenn das trockene Auge nicht rechtzeitig behandelt wird. Auch bei Dia­betes ist Wachsamkeit wichtig. Er kann die Nerven schädigen, sodass die Beschwerden mitunter nicht ausreichend wahrgenommen und zu spät therapiert werden.

Tränenersatzmittel aus der Apotheke

Um die Beschwerden rasch zu lindern, eignen sich Tränenersatzmittel aus der Apotheke, die es als Tropfen, Gel und Salbe gibt. "Oft braucht es Geduld, um das Mittel zu finden, das einem hilft", sagt  Expertin Höck. Am besten bespricht man mit seinem Augenarzt, welches Präparat man verwenden sollte – und wie häufig. In Einzelfällen, so die Expertin, könne es nötig sein, stündlich oder noch öfter zu tropfen.

Kontaktlinsen: Manchmal ist eine Brille besser

Besonders bei häufiger Anwendung empfehlen sich Präparate ohne Konservierungsstoffe. Kontaktlinsenträger sollten ebenfalls mit dem Augenarzt abstimmen, was zu tun ist: In manchen Fällen hilft ein anderes Modell oder eine Verkürzung der Zeit, in der die Kontaktlinsen getragen werden – und manchmal ist es am besten, sich doch für eine Brille zu entscheiden. In besonders hartnäckigen und schweren Fällen von Augentrockenheit können Augenärzte ergänzend zu Tränenersatzmitteln entzündungshemmende Augentropfen verordnen.

Hausmittel bei trockenen Augen

Darüber hinaus können Sie einiges selbst tun: Eine regelmäßige vorsichtige Massage der Lidränder bewirkt, dass sich der Talg aus den Drüsen am Lidrand mit der Tränenflüssigkeit zu einem stabilen Tränenfilm verbindet. Lassen Sie sich die Technik vom Augenarzt zeigen. Schließen Sie beim Arbeiten am Computer häufiger die Augen für einige Sekunden. Dabei rollt der Augapfel nach oben, und die Hornhaut wird – wie im Schlaf – vollständig benetzt. Lassen Sie alle zehn Minuten den Blick kurz in die Ferne schweifen.

Trinken Sie ausreichend. Meiden Sie verqualmte Räume, und stellen Sie im Auto das Gebläse so ein, dass der Luftzug nicht auf das Gesicht gerichtet ist. Bei trocke­ner Luft zu Hause oder im Büro hilft ein Luftbefeuchter. Und: "Zögern Sie bei stärkeren Beschwerden nicht, zum Augenarzt zu gehen", rät Dr. Andrea Höck.

Augentropfen anwenden: Tipps vom Apotheker

  • Augentropfen aus dem Kühlschrank kurz zwischen den Händen anwärmen   
  • Fläschchen senkrecht halten. Wenn Sie es schräg halten, bildet sich leicht ein zu großer Tropfen, der die Hornhaut "überschwemmt" und sie zusätzlich reizt
  • Unterlid leicht nach unten ziehen. So gelangt der Tropfen leichter in den Bindehautsack
  • Auge nach dem Tropfen eine Minute schließen. So bleibt der Tropfen länger an der Horn- und Bindehaut. Heftiges Blinzeln vermeiden
  • Geöffnete Fläschchen nicht länger als angegeben verwenden, damit sie nicht verkeimen (Datum auf die Packung schreiben)
  • Bei Problemen mit der Anwendung: Fragen Sie Ihren Apotheker nach Hilfsmitteln wie Quetsch- oder Positionierungshilfen, und lassen Sie sich zeigen, wie sie angewendet werden

Apotheker Dr. Wolfgang Kircher aus Peißenberg


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