Ursachen der diabetischen Retinopathie

Die Retinopathie entsteht infolge von Schädigungen der kleinen Blutgefäße in der Netzhaut. Diese können zu Einblutungen bis hin zur Netzhautablösung führen

aktualisiert am 27.02.2018
Frau mit blauen Augen

Augen in Gefahr: Bei einer Retinopathie sind die Adern auf der Netzhaut beschädigt


Die Ursache der Retinopathie sind Schädigungen der kleinen Blutgefäße der Netzhaut. Mediziner bezeichnen diese Beeinträchtigungen als Mikroangiopathie. Sie entstehen unter anderem durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel bei Diabetes. Dieser schädigt die Gefäßinnenwand.

Die Folge sind Verschlüsse der feinen Haargefäße (Kapillaren), sodass es zu Durchblutungsstörungen der Netzhaut kommt. Offenbar spielen auch direkte Schädigungen von Nervenzellen und anderen Zellen der Netzhaut eine Rolle. Außerdem werden die Gefäße durchlässiger, was Einblutungen in die Netzhaut begünstigt. Ohne rechtzeitige Behandlung kann die Retinopathie bis zur Erblindung führen. Auch Bluthochdruck fördert eine Mikroangiopathie.

Proliferative oder nichtproliferative Retinopathie?

Augenärzte unterscheiden eine nichtproliferative und eine proliferative Form der Retinopathie. Entscheidend ist dabei, ob es aufgrund der verringerten Durchblutung der Netzhaut zu einer Neubildung (Proliferation) von Blutgefäßen kommt. Die nichtproliferative Retinopathie kann in eine proliferative Retinopathie übergehen.

1. Nichtproliferative Retinopathie

In diesem Stadium beschränken sich die Gefäßveränderungen auf die Netzhaut. Der Patient bemerkt häufig noch keine Beeinträchtigung seiner Sehkraft.

Bei der nichtproliferativen Retinopathie bilden sich keine neuen Blutgefäße. Es gibt milde, mäßige und schwere Formen:

  • Bei milden Formen sieht der Augenarzt bei der Untersuchung des Augenhintergrundes Aussackungen (Mikroaneurysmen) der feinen Haargefäße (Kapillaren).
  • Bei mäßigen Formen sind neben den Mikroaneurysmen einzelne Einblutungen erkennbar, die Venen nehmen oft eine perlschnurartige Form an.
  • Bei schweren Formen werden diese Veränderungen ausgeprägter. Hier lassen sich mehr als 20 Einblutungen in die Netzhaut, verteilt auf alle vier Quadranten (ein Quadrant ist ein Viertel eines Kreises oder einer Fläche) nachweisen oder perlschnurartig veränderte Venen in zwei Quadranten oder Anomalien kleiner Gefäße in einem Quadranten.

2. Proliferative Retinopathie

Die proliferative Retinopathie entwickelt sich, wenn aufgrund der Gefäßschäden die Minderdurchblutung der Netzhaut weiter zunimmt. Als Folge bilden sich neue, minderwertige Gefäße. Auf diese Weise versucht der Körper, die Durchblutung der Netzhaut zu verbessern – allerdings erfolglos.

Zum einen haben die neu gebildeten Gefäße eine schwache Wand. Unter anderem bei plötzlichen Blutdruckanstiegen kann es so zu Einblutungen kommen, etwa in den Glaskörper des Auges. Das kann das Sehen stark beeinträchtigen. Zum anderen können die neu gebildeten Gefäße im Laufe der Zeit narbig schrumpfen und zu einer Netzhautablösung führen.


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