Ursachen der diabetischen Retinopathie

Die Ursache der Retinopathie sind Schädigungen der kleinen Blutgefäße in der Netzhaut. Diese können zu Einblutungen bis hin zur Netzhautablösung führen
aktualisiert am 02.10.2014

Der Augenhintergrund zeigt Veränderungen der feinen Blutgefäße in der Netzhaut

W&B/Achim Graf

Die Ursache der Retinopathie sind Schädigungen der kleinen Blutgefäße der Netzhaut. Mediziner bezeichnen diese Beeinträchtigungen als Mikroangiopathie. Sie entstehen unter anderem durch erhöhte Blutzuckerspiegel, die die Gefäßinnenwand schädigen. Auch Bluthochdruck fördert eine Mikroangiopathie.

Die Folge sind Verschlüsse der feinen Haargefäße (Kapillaren), so dass es zu Durchblutungsstörungen der Netzhaut kommt. Außerdem werden die Gefäße durchlässiger, was Einblutungen in die Netzhaut begünstigt. Ohne rechtzeitige Behandlung kann die Retinopathie bis zur Erblindung führen.

Proliferative oder nichtproliferative Retinopathie?

Augenärzte unterscheiden eine nichtproliferative und eine proliferative Form der Retinopathie. Entscheidend ist dabei, ob es aufgrund der verringerten Durchblutung der Netzhaut zu einer Neubildung (Proliferation) von Blutgefäßen kommt. Die nichtproliferative Retinopathie kann in eine proliferative Retionpathie übergehen.

1. Nichtproliferative Retinopathie

In diesem Stadium beschränken sich die Gefäßveränderungen auf die Netzhaut. Der Patient bemerkt häufig noch keine Beeinträchtigung seiner Sehkraft.

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Bei der nichtproliferativen Retinopathie bilden sich keine neuen Blutgefäße. Es gibt milde, mäßige und schwere Formen:

  • Bei milden Formen sieht der Augenarzt bei der Untersuchung des Augenhintergrundes Aussackungen (Mikroaneurysmen) der feinen Haargefäße (Kapillaren).
  • Bei mäßigen Formen sind neben den Mikroaneurysmen einzelne Einblutungen erkennbar, die Venen nehmen oft eine perlschnurartige Form an.
  • Bei schweren Formen werden diese Veränderungen ausgeprägter. Hier lassen sich mehr als 20 Einblutungen in die Netzhaut, verteilt auf alle vier Quadranten, nachweisen oder perlschnurartig veränderte Venen in zwei Quadranten oder Anomalien kleiner Gefäße in einem Quadranten.

2. Proliferative Retinopathie

Die proliferative Retinopathie entwickelt sich, wenn aufgrund der Gefäßschäden die Minderdurchblutung der Netzhaut weiter zunimmt. Als Folge bilden sich neue, minderwertige Gefäße. Auf diese Weise versucht der Körper, die Durchblutung der Netzhaut zu verbessern – allerdings erfolglos.

Zum einen haben die neu gebildeten Gefäße eine schwache Wand. Beispielsweise bei plötzlichen Blutdruckanstiegen kann es so zu Einblutungen kommen, etwa in den Glaskörper des Auges. Das kann das Sehen stark beeinträchtigen. Zum anderen können die neu gebildeten Gefäße im Laufe der Zeit narbig schrumpfen und zu einer Netzhautablösung führen, was eine Erblindung zur Folge haben kann.


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