Wie wird die Retinopathie festgestellt?

Ob ein Diabetes die Netzhaut beschädigt hat, kann der Augenarzt mit Hilfe einer Augenspiegelung feststellen
aktualisiert am 02.10.2014

Die Augenspiegelung zeigt, ob die Netzhaut gesund ist

W&B/Bernhard Huber

Wenn der Arzt bei einem Patienten einen Typ-2-Diabetes feststellt, haben erhöhte Blutzuckerwerte oft schon jahrelang die Netzhaut angegriffen. Betroffene sollten nach der Diagnose deshalb umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Bei einem Typ-1-Diabetes ist dieser Besuch in der Regel ab dem fünften Jahr nach der Feststellung der Zuckerkrankheit empfohlen.

Mit Hilfe einer einfachen Untersuchung – der Augenspiegelung – kann der Augenarzt feststellen, ob der Diabetes bereits Schäden an der Netzhaut angerichtet hat.

So läuft die Augenspiegelung ab

Bei der Untersuchung des Augenhintergrundes (Augenspiegelung oder Ophtalmoskopie), mit der der Arzt Netzhautveränderungen feststellt, erhält der zu Untersuchende zunächst Augentropfen, die die Pupille erweitern. Das ermöglicht einen besseren Einblick auf die Netzhaut. Der Patient sieht allerdings etwas verschwommen. Er darf erst dann wieder am Straßenverkehr teilnehmen, wenn die Wirkung abgeklungen ist.

Bei der direkten Augenspiegelung geht der Arzt mit einem elektrischen Augenspiegel (Ophtalmoskop) nahe ans Auge und leuchtet durch die Pupille in das Auge. Mit Hilfe einer Lupe, die am Augenspiegel angebracht ist, kann er den Augenhintergrund bis zu 16-fach vergrößern. Nachteil der direkten Augenspiegelung: Sie zeigt zwar genaue Details, ermöglicht jedoch nicht die Inspektion des gesamten Augenhintergrundes.

Bei der indirekten Augenspiegelung wird die Lupe etwa zwölf Zentimeter vor dem Auge platziert und ins Auge geleuchtet. Das ermöglicht eine geringere Vergrößerung, allerdings kann der Arzt damit größere Bereiche des Augenhintergrundes untersuchen.

Augen bei Diabetes: Vorsorgetermine im Überblick

Menschen mit Diabetes sollten in regelmäßigen Abständen zum Augenarzt gehen und sich auf Netzhautveränderungen untersuchen lassen.

Typ-1-Diabetes:

  • Ab dem 5. Jahr nach der Diagnose, bei Kindern mit Diabetes: ab dem 11. Lebensjahr einmal jährlich
  • Wenn kein Netzhautschaden vorliegt: einmal jährlich
  • Wenn ein Netzhautschaden bekannt ist: Mit dem Augenarzt besprechen, wie häufig Kontrolluntersuchungen erfolgen sollten

Typ-2-Diabetes:

  • Sofort nach Diagnosestellung
  • Danach einmal pro Jahr
  • Bei bekanntem Netzhautschaden (Retinopathie) mit dem Augenarzt besprechen, wie häufig Kontrolluntersuchungen nötig sind

Schwangere mit Diabetes:

  • In der Schwangerschaft kann sich ein Netzhautschaden verschlechtern. Daher: Wenn möglich schon vor der geplanten Empfängnis zum Augenarzt, ansonsten sofort nach Feststellung der Schwangerschaft
  • Während der Schwangerschaft alle drei Monate
  • Falls während der Schwangerschaft eine Retinopathie auftritt oder eine Retinopathie sich verschlechtert: Kontrollen in Absprache mit dem Augenarzt

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