Wie wird die Retinopathie festgestellt?

Ob ein Diabetes die Netzhaut beschädigt hat, kann der Augenarzt mit Hilfe einer Augenspiegelung erkennen

aktualisiert am 27.02.2018
Augenuntersuchung

Mittels Spaltlampe kann der Augenarzt die Augen umfänglich untersuchen


Wenn der Arzt bei einem Patienten einen Typ-2-Diabetes diagnostiziert, haben erhöhte Blutzuckerwerte oft schon jahrelang die Netzhaut angegriffen. Betroffene sollten nach der Diagnose deshalb umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Bei einem Typ-1-Diabetes wird dieser Besuch in der Regel ab dem fünften Jahr nach der Feststellung der Zuckerkrankheit empfohlen. Im Anschluss ist einmal jährlich bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes eine Augenuntersuchung fällig.

Die Überprüfung der Augen setzt sich aus mehreren Einzeluntersuchungen zusammen. Der Augenarzt kontrolliert in der Regel:

  • die Sehstärke 
  • den vorderen Augenabschnitt
  • den Augenhintergrund

So läuft die Augenspiegelung ab

Bei der Untersuchung des Augenhintergrundes (Augenspiegelung oder Funduskopie) sucht der Arzt nach Veränderungen auf der Netzhaut. Der Patient erhält dabei zunächst Augentropfen, welche die Pupille erweitern. Das ermöglicht einen besseren Einblick auf die Netzhaut. Der Patient sieht allerdings etwas verschwommen. Wichtig: Nicht selbst Autofahren, bis die Wirkung abgeklungen ist.

Bei der direkten Augenspiegelung geht der Arzt mit einem elektrischen Augenspiegel (Ophtalmoskop) nahe ans Auge und leuchtet durch die Pupille in das Auge. Mit Hilfe einer Lupe, die am Augenspiegel angebracht ist, kann er den Augenhintergrund bis zu rund 16-fach vergrößern. Nachteil der direkten Augenspiegelung: Sie zeigt zwar genaue Details, ermöglicht jedoch nicht die Inspektion des gesamten Augenhintergrundes.

Bei der indirekten Augenspiegelung wird die Lupe in kurzem Abstand vor dem Auge platziert. Das erlaubt eine geringere Vergrößerung, allerdings kann der Arzt damit größere Bereiche des Augenhintergrundes untersuchen. Die indirekte Augenspiegelung ist zudem an der sogenannten Spaltlampe, dem Spaltlampenmikroskop, möglich. Sie dient auch zur Untersuchung des vorderen Augenabschnitts.

Je nach Ergebnis der Untersuchung können weitere Verfahren anfallen. Ist die Retinopathie fortgeschritten, wird eine Augeninnendruckmessung empfohlen. Eine Fluoreszenzangiografie macht die Blutgefäße auf der Netzhaut sichtbar. Das kann zur Entscheidungsfindung dienen, ob bei einer Retinopathie eine Lasertherapie sinnvoll ist.


Nachrichten zum Thema Diabetes

Handy

Aktuelle Nachrichten zum Thema Diabetes