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Diabetisches Koma

Ein diabetisches Koma ist eine gefährliche Folge von Insulinmangel. Es tritt in unterschiedlichen Formen auf

aktualisiert am 07.08.2017
Notarzt

Ein diabetisches Koma ist ein Fall für den Notarzt und die Intensivstation


Das diabetische Koma oder Coma diabeticum ist eine lebensgefährliche Stoffwechselentgleisung, die bei Diabetes durch Insulinmangel entstehen kann. Im Endstadium kommt es zur Bewusstlosigkeit. Ohne Gegenmaßnahmen kann das diabetische Koma tödlich enden. Die Behandlung des diabetischen Komas erfolgt in der Regel auf der Intensivstation.

Man unterscheidet zwei Formen, wobei auch Mischformen möglich sind:

1. Das ketoazidotische oder Übersäuerungskoma

Es tritt vor allem bei Typ-1-Diabetes auf. Weil Insulin fehlt, gelangt der Zucker nicht in die Zellen, sondern bleibt in der Blutbahn. Bei absolutem Insulinmangel, etwa weil vergessen wurde zu spritzen, haben die Körperzellen keinen Zucker zur Energiegewinnung zur Verfügung. Stattdessen nutzt der Körper vermehrt Fettsäuren, um Energie zu erzeugen. Dabei entstehen saure Ketonkörper, die zu einer Übersäuerung des Blutes (Azeton im Urin und in der Atemluft) führen – einer Ketoazidose.

Anzeichen einer Ketoazidose können unter anderem sein:

  • Starker Durst
  • Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen
  • Trockene Haut oder Schleimhäute
  • Störungen des Bewusstseins
  • Azeton-Geruch der Atemluft (ähnlich wie Nagellack oder faule Äpfel)

Messen Patienten einen hohen Blutzuckerspiegel (etwa über 250 mg/dl) und bestätigt ein Ketonkörper-Test den Verdacht, sollten sie die mit dem Arzt besprochenen Gegenmaßnahmen anwenden. In der Regel müssen Betroffene unter anderem Insulin spritzen. Im Zweifelsfall nicht zögern, die Notrufnummer 112 zu wählen.

2. Das hyperosmolare oder Austrocknungskoma

Diese Form betrifft bevorzugt Patienten mit Typ-2-Diabetes. Bei ihnen bremsen geringe noch vorhandene Insulinmengen den Fettabbau, so dass es nicht oder kaum zur Übersäuerung kommt. Der Blutzucker kann auf über 600 mg/dl (33,3 mmol/l) ansteigen, was zu einer massiven Zuckerausscheidung über den Urin und damit zu einem starken Flüssigkeitsverlust führt.

Das hyperosmolare Koma ist bedeutend seltener als das ketoazidotische und entwickelt sich meist schleichend über Tage und Wochen. Mögliche Symptome, die auf ein drohendes hyperosmolares Koma oder seine Vorläufersymptomatik, das hyperosmolare hyperglykämische Syndrom (HHS) hinweisen sind unter anderem Abgeschlagenheit, verstärkter Harndrang, Sehprobleme, Wadenkrämpfe und Gewichtsverlust. Bestätigt eine ärztliche Diagnose den Verdacht, kann eine Volumentherapie helfen, die Verluste auszugleichen.