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Diagnose Diabetes: Schnell runter mit den Zuckerwerten!

Je früher Betroffene nach der Diagnose Typ-2-Diabetes gute Werte erreichen, desto besser. Einer neuen Studie zufolge profitieren Patienten, die ihren Blutzucker schnell in den Griff bekommen, durch ein gesünderes und längeres Leben

von Elena Zelle, 16.07.2021
Zeichnung Grafik Illustration Freisteller Frau Werte Blutzuckerwerte

Ziel der Diabetestherapie ist es, den Blutzuckerspiegel den Werten von gesunden Menschen anzunähern. Bei ihnen liegt der Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c meist zwischen 26 und 39 mmol/mol (zwischen 4,5 und 5,7 Prozent)


Der Blutzuckerspiegel in den ersten Jahren ist bei Menschen mit Typ-2-Diabetes von großer Bedeutung: Wer seine Werte schnell nach der Diagnose in den Griff bekommt, hat größere Chancen auf ein gesünderes Leben. Das haben Forscher der Universitäten Göteborg und Oxford in einer gemeinsamen Studie herausgefunden.

Sie untersuchten, welche Rolle der Blutzuckerspiegel bei Menschen mit Typ-2-Diabetes in den ersten Jahren nach der Diagnose für spätere Herzinfarkte oder Tod spielt. Das Ergebnis: Der Einfluss der frühen Werte ist für den Verlauf der Erkrankung viel wichtiger als bisher angenommen. So war das Sterberisiko 10 bis 15 Jahre nach der Diagnose bei einem gut eingestellten Blutzucker (HbA1c unter 52 mmol/mol beziehungsweise 6,9 Prozent) um etwa 20 Prozent niedriger als bei einem höheren Blutzuckerspiegel (HbA1c über 63 mmol/mol beziehungsweise 7,9 Prozent). Wurden die Werte erst später, bis zu zehn Jahre nach der Diagnose, reguliert, war das Sterberisiko nur um drei Prozent geringer.

Eine frühe Diagnose ist wichtig

Die Ergebnisse machen deutlich, dass es sich lohnt, gleich nach der Diagnose in seine Gesundheit zu investieren und wieder gute Blutzuckerwerte zu erreichen. Und sie zeigen auch, wie wichtig es ist, Typ-2-Diabetes so früh wie möglich zu erkennen. Das ist allerdings nicht immer ganz einfach, denn hohe Blutzuckerwerte verursachen zunächst oft keine oder auch für Ärzte schwer zu deutende Symptome. Dazu zählen Müdigkeit, starker Durst, Anfälligkeit für Infekte, verzögerte Wundheilung oder trockene und juckende Haut.

Grundlage für die Untersuchung aus Göteborg und Oxford war die UK Prospektive Diabetes Study (UKPDS): Seit 1977 wurden rund 5000 Menschen in Großbritannien mit einem neu diagnostizierten Diabetes-Typ-2 für bis zu 20 Jahre beobachtet. Die Ergebnisse wurden erstmals Ende der 90er Jahre vorgestellt. Die Forscher aus Göteborg und Oxford haben die Daten nun neu in Bezug auf die ersten Jahre nach der Diagnose analysiert und ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Diabetes Care veröffentlicht.


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