Mieses Wetter, miese Werte?

Vier überraschende Fakten, wie die Witterung auf den Blutzucker wirkt

von Daniela Pichleritsch, 13.06.2018

In stürmischen Zeiten verbringen viele Menschen ihre Freizeit lieber zu Hause als draußen in der Natur


1. Wetterfühligkeit stresst den Körper

Viele Menschen reagieren auf Wetterwechsel empfindlich: Sie werden etwa müde, gereizt oder schlafen schlecht. "Weil das für den Körper anstrengend ist, könnte der Blutzucker stärker schwanken", sagt Medizin-Meteorologin Angelika Grätz vom Deutschen Wetterdienst in Freiburg. Wissenschaftlich belegt ist dieser Zusammenhang aber nicht. "Andere Faktoren, etwa die Ernährung oder wie viel man sich bewegt, beeinflussen die Zuckerwerte sicher stärker als das Wetter", sagt Diabetologe Dr. Ralf Kolassa aus Bergheim.

Was tun? Notieren Sie die Wetterlage und Ihr Befinden mit zu den Zuckerwerten in Ihr Tagebuch. So finden Sie vielleicht einen Zusammenhang und können sich besser auf Wetterkapriolen einstellen. Ihre Wetter-Anpassungsfähigkeit können Sie trainieren, indem Sie sich auch bei Aprilwetter öfter an der frischen Luft bewegen.

2. Insulin wirkt bei Wärme schneller

Wichtig für Diabetiker, die Insulin spritzen: Wärme verstärkt die Hautdurchblutung. Dadurch gelangt das Insulin schneller ins Blut. Mögliche Folge: Unterzuckerungen.

Was tun? Wenn Sie an heißen Tagen öfter unterzuckern, sollten Sie mit dem Arzt sprechen. "Manchmal hilft es, die Insulindosis zu senken, beim Mahlzeiten-Insulin den Spritz-Ess-Abstand zu verkürzen oder nicht unmittelbar vor und nach einem Sonnenbad zu spritzen", sagt der Kölner Diabetologe Dr. Peter Klasen.

3. Schlechtes Wetter verführt zum Faulenzen

Die einfachste Erklärung, wie sich das Wetter auf den Blutzucker auswirkt: An trüben, kalten Tagen bleibt manch einer eher auf dem Sofa. Bei Bewegungsmangel können die Werte steigen. Sie können sinken, wenn Sonnenschein und Frühlingslüftchen nach draußen locken, etwa zum Gärtnern. Klar. Man bewegt sich dann mehr.

Was tun? Fragen Sie den Arzt, wie Sie Ihre Diabetestherapie an mehr oder weniger körperliche Aktivität anpassen können.

4. Teststreifen und Insulin mögen keine Wetterextreme

Auch Diabetes-Utensilien sind wetterfühlig. Insulin und Blutzucker-Teststreifen können durch Hitze, direktes Sonnenlicht und Kälte Schaden nehmen. Die Streifen vertragen zudem keine Feuchtigkeit. Durch ein falsches Messergebnis und Ihre (falsche) Reaktion darauf, kann der Blutzucker durcheinandergeraten. Wirkt das Insulin nicht mehr richtig, droht eine Zuckerentgleisung.

Was tun? Schützen Sie Ihre Diabetes-Utensilien vor Wettereinflüssen. Insulin in Gebrauch muss nicht gekühlt werden. Transportieren Sie es an heißen Tagen trotzdem in einer Kühltasche (gibt es in handlichen Größen in der Apotheke). An frostigen Tagen sind Ihre Diabetes-Utensilien nah am Körper am besten aufgehoben, etwa in der Jacken-Innentasche. Messen Sie möglichst im Trockenen. Den Streifen bitte erst direkt davor aus der Dose nehmen und diese sofort verschließen.


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