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Blutzucker: Das ist bei Diabetes wichtig

Eine gute Blutzucker-Einstellung ist die Basis der Diabetestherapie. Regelmäßig messen hilft, zu hohe und zu tiefe Werte zu vermeiden und Folgekrankheiten vorzubeugen

von Alexandra von Knobloch; Diabetes Ratgeber, aktualisiert am 04.05.2020

Was ist der Blutzucker?

Als Blutzucker bezeichnet man den Glukoseanteil im Blut. Glukose, besser bekannt als Traubenzucker, besteht aus einem einzigen kleinen Zuckermolekül. Aus der Glukose gewinnen die Körperzellen ihre Energie. Glukose gelangt aus dem Essen sehr schnell über die Darmwand ins Blut. Damit sie von dort in die Zellen geschleust werden kann, ist das Hormon Insulin nötig. Nur Nervenzellen und rote Blutkörperchen können Glukose auch ohne Insulin aufnehmen.

Bei gesunden Menschen produziert der Körper das Insulin bedarfsgerecht, die Blutzuckerwerte sind normal. Bei Typ-1-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse kein oder kaum Insulin. Ursache ist eine Autoimmunerkrankung. Betroffene müssen regelmäßig Insulin spritzen, um ihren Blutzucker zu regulieren und akute Stoffwechselentgleisungen sowie langfristige Folgeschäden zu verhindern. Die Insulindosis, die sie benötigen, berechnen Menschen mit Diabetes selbstständig. Dabei berücksichtigen sie den aktuellen Blutzuckerwert und andere Faktoren – etwa die Menge der Kohlenhydrate, die sie essen, oder sportliche Aktivitäten, die den Blutzucker senken.

Typ-2-Diabetes ist eine andere Erkrankung. Hier liegt eine Insulinresistenz vor: Die Körperzellen sprechen schlechter auf das Insulin an, der Zucker gelangt zu langsam in die Zellen und staut sich im Blut. Um diese Resistenz zu durchbrechen, bildet die Bauchspeicheldrüse zunächst immer mehr Insulin. Irgendwann erschöpft das Organ jedoch, der Insulinspiegel sinkt und der Blutzuckerspiegel steigt – bis er so hoch ist, dass die Kriterien für die Diagnose Diabetes Typ 2 erfüllt sind.

Symptome: So äußern sich erhöhte Blutzuckerwerte

Ein Typ-1-Diabetes entsteht meist im Kindes- oder Jugendalter. Er entwickelt sich sehr rasch, innerhalb weniger Wochen. Wegen seiner typischen Symptome – zum Beispiel starker Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsabnahme, Müdigkeit und Abgeschlagenheit – wird er gewöhnlich schnell erkannt.

Beim Typ-2-Diabetes vergehen dagegen oft viele Jahre bis zur Diagnose. Denn diese Diabetesform verursacht meist keine oder nur unspezifische Beschwerden, die auch Ärzte nicht immer sofort an die Zuckerkrankheit denken lassen. Zu den Anzeichen zählen ebenfalls Müdigkeit und vermehrter Durst, aber auch eine verstärkte Neigung zu Infekten, eine verzögerte Wundheilung oder trockene und juckende Haut.

Was tun bei Verdacht auf Diabetes?

Lassen Sie Ihren Blutzucker unverzüglich bei einem Arzt kontrollieren, wenn der Verdacht auf Diabetes besteht. Wer Eltern, Großeltern oder Geschwister mit Typ-2-Diabetes hat oder hatte, sollte wegen des erhöhten erblichen Risikos regelmäßig den Blutzuckerwert checken lassen. Dasselbe gilt, wenn andere Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen vorliegen.

Außerdem ist es für Schwangere wichtig, die vorgesehenen Kontrollen des Blutzuckers wahrzunehmen, um einen Schwangerschaftsdiabetes rechtzeitig zu erkennen. Empfohlen ist die Untersuchung für den Zeitraum zwischen Schwangerschaftswoche 24 und 28.

Meist lässt sich erst durch mehrere Messungen zweifelsfrei feststellen, ob eine Zuckererkrankung vorliegt. Manchmal sind zur Klärung der Diagnose weitere Tests – insbesondere ein oraler Glukosetoleranztest (OGTT) – nötig.

Prof. Dr. med. Jochen Seufert

Beratender Experte

Prof. Dr. med. Jochen Seufert leitet die Abteilung Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Freiburg, einem von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) zertifizierten Diabeteszentrum. Er engagiert sich in der DDG unter anderem für die Förderung wissenschaftlicher Projekte und war Tagungspräsident der Diabetes-Herbsttagung im Jahr 2014 und des Diabeteskongresses 2018.


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