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Diabetes und das Coronavirus SARS-CoV-2: Informationen und Tipps

Ist das Coronavirus SARS-CoV-2 für Menschen mit Diabetes besonders gefährlich? Nicht unbedingt, sagen Experten. Wer trotzdem besonders aufpassen muss

von Dr. Caroline Mayer; Katja Töpfer, aktualisiert am 21.07.2021

Obwohl ein Großteil der Bevölkerung in Deutschland bereits gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft ist, beherrscht das Thema weiterhin die Nachrichten. Die allermeisten Erkrankungen verlaufen mild. Doch immer noch sterben Infizierte an der Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Virus ausgelöst wird. Vielen Menschen mit Diabetes macht das Angst. Sie werden häufig – auch vom Robert Koch-Institut – zur Risikogruppe für einen schweren Krankheitsverlauf gezählt. Was heißt das genau?

Gehören Menschen mit Diabetes zur Risikogruppe?

Ob Diabetes-Patienten grundsätzlich ein erhöhtes Risiko haben, nach einer Infektion mit dem Coronavirus schwer zu erkranken, ist in der Fachwelt umstritten. Manche Experten vermuten, dass eine Diabetes-Erkrankung allein bereits einen Risikofaktor darstellt. Die Studien dazu sind aber nicht eindeutig.

Klar ist: Bestimmte Faktoren erhöhen bei Diabetikern das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Dazu zählen eine schlechte Blutzuckereinstellung, höheres Alter, Übergewicht und Zusatzerkrankungen. "Gut eingestellte junge Patienten ohne Folgeerkrankungen gehören nicht automatisch zur Risikogruppe", sagt Dr. Jens Kröger, niedergelassener Diabetologe aus Hamburg und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes-Hilfe. Auch wenn sie sich keine größeren Sorgen machen müssen, sollten sie sich aber trotzdem gegen das Coronavirus impfen lassen.

Wer ist besonders gefährdet?

Das höchste Risiko haben schlecht eingestellte, ältere Diabetes-Patienten mit zusätzlichen Erkrankungen. Insbesondere bei starkem Übergewicht (Adipositas), das eine häufige Begleiterscheinung bei Typ-2-Diabetes ist.

Wer eine Herzschwäche oder eine koronare Herzerkrankung hat, ist stärker gefährdet, weil das Herz bei einer Corona-bedingten Lungenentzündung deutlich mehr Arbeit leisten muss, um genug Sauerstoff durch den Körper zu transportieren. Ein vorgeschädigtes Herz ist dann schnell überlastet. Auch andere diabetesbedingte Erkrankungen – etwa eine fortgeschrittene Nierenschwäche – können das Risiko für Komplikationen bei einem schweren Corona-Verlauf erhöhen.

Menschen, die nach einer Organtransplantation Immunsuppressiva einnehmen, welche verhindern, dass das neue Organ abgestoßen wird, sind ebenfalls in besonderem Maße gefährdet. Oder auch Personen, die wegen einer aktuellen Krebserkrankung eine Chemo- oder Strahlentherapie bekommen.

Umso wichtiger ist es für all diese Menschen, sich gar nicht erst anzustecken. Eine Impfung sowie Vorsicht im Alltag können das Infektionsrisiko deutlich vermindern.

Wie kann ich mich schützen?

Gesundheitsexperten empfehlen Menschen mit Diabetes grundsätzlich eine Impfung gegen den Erreger SARS-CoV-2. Dafür sind in Deutschland derzeit vier Impfstoffe zugelassen. In der Regel sind zwei Spritzen im Abstand von einigen Wochen nötig, um den bestmöglichen Schutz zu erhalten. Die zweite Dosis des Impfstoffs sollte auf keinen Fall weggelassen werden, da eine unvollständige Impfung deutlich schlechter gegen die derzeit grassierenden Varianten des Cornavirus hilft. Nur beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Impfung für den vollständigen Schutz.
Achtung: Für Schwangere, Krebspatienten, Transplantierte und Kinder wird die Impfung nicht generell empfohlen. Betroffene sollten sich von ihren behandelnden Ärzten beraten lassen, ob eine Impfung für sie infrage kommt und sinnvoll ist.
Da keine Impfung hundertprozentig schützen kann, ist es für Risikopatienten wichtig, weiterhin die üblichen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten: Abstand halten, Maske tragen und regelmäßig lüften. Da sich das Virus vor allem über die Atemluft verbreitet, ist das Infektionsrisiko in geschlossenen Räumen höher als im Freien. Sicherheitshalber sollte man bei Begrüßungen auf Händeschütteln, Küssen und Umarmungen verzichten. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt zum Schutz vor einer Schmierinfektion auch weiterhin, sich regelmäßig die Hände zu waschen.

Was tun bei Symptomen?

Die meisten Menschen, die sich angesteckt haben, entwickeln keine oder nur sehr milde Symptome. Nur etwa ein Drittel berichtet von einem stärkeren Krankheitsgefühl. Je nach Variante des Virus stehen unterschiedliche Beschwerden im Vordergrund: Bei ursprünglichen "Wildtyp" des Virus sind das trockener Husten, Fieber, Durchfall und ein Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Bei der neueren Deltavariante haben Betroffene eher eine laufende Nase und Halskratzen.
Wer Symptome bei sich feststellt, sollte sich schnellstmöglich testen lassen. In Deutschland bieten zahlreiche Teststationen unkompliziert kostenlose Antigen-Schnellstest an. Das Ergebnis bekommt man in der Regel nach etwa 20 Minuten. Ein positives Schnelltestergebnis muss noch durch einen PCR-Test überprüft werden. Wer Kontakt zu einer infizierten Person hatte und danach Krankheitssymptome spürt, sollte gleich den sichereren PCR-Test machen lassen.
Positiv Getestete müssen sich sofort isolieren. Sie dürfen für eine bestimmte Zeit das Haus nicht mehr verlassen. Wenn stärkere Beschwerden auftreten, sollten sie telefonisch Kontakt mit ihrer Arztpraxis aufzunehmen. Sobald sich die Symptome deutlich verschlimmern, ganz besonders wenn Atemnot bzw. Kurzatmigkeit dazukommen: Sofort ärztliche Hilfe suchen!

Wann muss ich ins Krankenhaus?

Menschen mit Diabetes, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, müssen nicht sofort ins Krankenhaus. Die meisten Fälle lassen sich zuhause gut auskurieren. Jens Kröger empfiehlt: "Holen Sie sich telefonisch Rat vom Hausarzt und messen Sie regelmäßig Ihren Blutzucker." Nur wenn sich Betroffene sehr schlecht fühlen, kann ein Krankenhausbesuch nötig werden. Das sollte aber immer mit dem Hausarzt oder dem Bereitschaftsdienst (116 117) abgeklärt werden.

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