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Diabetes und das Coronavirus SARS-CoV-2: Informationen und Tipps

Ist das Coronavirus SARS-CoV-2 für Menschen mit Diabetes besonders gefährlich? Nicht unbedingt, sagen Experten. Wer trotzdem besonders aufpassen muss

von Dr. Caroline Mayer; Katja Töpfer, aktualisiert am 20.10.2020

Die Infektionszahlen steigen seit einigen Wochen stark an. Das Coronavirus SARS-CoV-2 beherrscht im Herbst weiterhin die Nachrichten. Die allermeisten Erkrankungen verlaufen mild. Doch auch in Deutschland sterben Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Virus ausgelöst wird. Vielen Menschen mit Diabetes macht das Angst. Sie werden häufig – auch vom Robert Koch-Institut – zur Risikogruppe für einen schweren Krankheitsverlauf gezählt. Was heißt das genau?

Gehören Menschen mit Diabetes zur Risikogruppe?

Bereits Anfang März hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) in einer Pressemitteilung klargestellt: Gesunde Menschen mit Diabetes haben kein erhöhtes Risiko, sich mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 anzustecken. Entscheidend ist ein gut eingestellter Blutzucker. Stabile Blutzuckerwerte senken nicht nur das Infektionsrisiko – man muss vermutlich auch weniger Komplikationen fürchten, wenn man sich doch angesteckt hat. Das zeigen sowohl Erfahrungen mit der saisonalen Grippe (Influenza) als auch erste Daten aus China zum Coronavirus.

Trotzdem stuft das Robert Koch-Institut Menschen mit Diabetes als Risikogruppe ein. Das liegt daran, dass sie oft noch andere Krankheiten haben, die das Immunsystem schwächen. "Dies gilt aber nicht für alle", erklärt Dr. Jens Kröger, niedergelassener Diabetologe aus Hamburg. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Diabetes-Hilfe wünscht sich eine klarere Differenzierung und betont: "Junge Menschen mit Diabetes mellitus ohne Folgeerkrankungen gehören nicht zur Risikogruppe."

Diabetes und das Coronavirus: Wichtige Informationen für Sie

Wer ist besonders gefährdet?

Tatsächlich erhöht ist das Risiko für ältere Menschen mit Diabetes und für solche, die an Folge- und Begleiterkrankungen leiden. Starkes Übergewicht (Adipositas) – sehr häufig bei Typ-2-Diabetes – macht zum Beispiel anfälliger für Infekte.

Wer eine Herzschwäche oder eine koronare Herzerkrankung hat, ist stärker gefährdet, weil das Herz bei einer Corona-bedingten Lungenentzündung deutlich mehr Arbeit leisten muss, um genug Sauerstoff durch den Körper zu transportieren. Ein vorgeschädigtes Herz ist dann schnell überlastet. Auch andere diabetesbedingte Erkrankungen – etwa eine fortgeschrittene Nierenschwäche – können das Risiko für Komplikationen bei einem schweren Corona-Verlauf erhöhen.

Menschen, die nach einer Organtransplantation Immunsuppressiva einnehmen, welche verhindern, dass das neue Organ abgestoßen wird, sind ebenfalls in besodenderem Maße gefährdet. Oder auch Personen, die wegen einer aktuellen Krebserkrankung eine Chemo- oder Strahlentherapie bekommen.

Umso wichtiger ist es für all diese Menschen, sich gar nicht erst anzustecken. Neben den allgemeinen Hygieneempfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) gilt deshalb: Zuhause bleiben und möglichst wenig Menschen treffen.

Wie kann ich mich schützen?

Auh für Menschen mit Diabetes lautet der allerwichtigste Rat: Befolgen Sie die allgemeinen Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen! Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Blutzucker gut eingestellt ist! Das senkt das Infektionsrisiko.

Hygienemaßnahmen des Robert Koch-Institut (RKI) für den Umgang mit dem neuen Coronavirus:

  • Häufig und gründlich die Hände waschen: Dabei die Hände mindestens 20 Sekunden lang rundherum einseifen, anschließend 10 Sekunden mit Wasser abspülen und gut abtrocknen. (Zur Orientierung: Das dauert so lange, wie zweimal "Happy Birthday" zu singen)
  • Sich nicht mit der Hand ins Gesicht fassen: Die Erreger können über Nase, Mund und Augen in den Körper gelangen
  • Bei der Begrüßung auf Händeschütteln, Küsse und Umarmung verzichten
  • Abstand zu anderen Menschen halten (mindestens 1,5 bis 2 Meter)
  • Immer in die Armbeuge husten oder niesen, niemals in die Hand

Für Risikopatienten gilt außerdem:

  • Möglichst zuhause bleiben und sich von Angehörigen und Freunden mit Lebensmitteln versorgen lassen
  • Nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren
  • Sich von Menschenansammlungen fern halten
  • Mit dem Hausarzt den Impfstatus überprüfen: Impfungen gegen Grippe, Keuchhusten und/oder Pneumokokken sind sinnvoll, um Doppelinfektionen zu vermeiden

Was tun bei Symptomen?

Die meisten Menschen, die sich angesteckt haben, entwickeln keine oder nur sehr milde Symptome. Bei etwa einem Drittel kommt es zu Symptomen einer schwereren Erkältung. Bei einem kleinen Teil dieser Betroffenen verschlechtern sich die Beschwerden – etwa trockener Husten und Fieber  – nach einigen Tagen und es kommt Atemnot hinzu. Das bedeutet, das Gefahr im Verzug ist und sich eine Lungenentzündung entwickelt.

Auch Durchfall scheint häufiger vorzukommen als zunächst gedacht. Einige Covid-19-Patienten berichten außerdem von einem mehrtägigem Geruchs- und Geschmacksverlust – sie konnten beispielsweise ihr Shampoo nicht mehr riechen.

Wer Symptome bei sich feststellt, sollte unbedingt zuhause bleiben und sich schonen. Es ist auch wichtig, in diesem Fall telefonisch Kontakt mit dem Arzt aufzunehmen. Sobald sich die Symptome deutlich verschlimmern, ganz besonders wenn Atemnot bzw. Kurzatmigkeit dazukommen: Sofort ärztliche Hilfe suchen!

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Corona-Basisregeln für den Alltag

Nach dem Lockdown kehrt ein wenig Normalität zurück, wir haben wieder mehr Kontakt zu anderen. Auf unserem ausdruckbaren Poster finden Sie vier Verhaltensregeln, die Ihnen helfen, für sich und andere das Risiko einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu reduzieren.

Sie können es auch in Betrieben, Kindergärten, Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen nutzen.

 

Wer wird auf Covid-19 getestet?

Die Testkapazitäten wurden in den vergangenen Wochen ausgeweitet. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt derzeit eine Testung für Menschen, die Symptome einer akuten Atemwegserkrankung wie etwa Husten oder Schnupfen spüren oder den Verlust von Geschmacks- und/oder Geruchssinn beklagen. Auch wer in den zurückliegenden 14 Tagen näheren Kontakt zu einem nachweislich SARS-CoV-2-Infizierten hatten – und gleichzeitig Symptome aufweist, sollte sich testen lassen. Ob ein Test gemacht wird, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt.

Die Behörden rufen dringend dazu auf, bei Symptomen nicht persönlich in die Arztpraxis oder ins Krankenhaus zu gehen. Betroffene sollen zuhause bleiben und ihren Hausarzt oder die Hotlines des Bereitschaftsdienstes (116 117) bzw. des Gesundheitsamtes anrufen. Wegen der großen Nachfrage muss man sich dort allerdings häufig auf lange Wartezeiten einstellen.

Menschen mit Diabetes, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, müssen nicht sofort ins Krankenhaus. Die meisten Fälle lassen sich zuhause gut auskurieren. Jens Kröger empfiehlt: "Holen Sie sich telefonisch Rat vom Hausarzt und messen Sie regelmäßig Ihren Blutzucker." Nur wenn sich Betroffene sehr schlecht fühlen, kann ein Krankenhausbesuch nötig werden. Das sollte aber immer mit dem Hausarzt oder dem Bereitschaftsdienst abgeklärt werden.


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