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Corona-Impfung bei Diabetes – die wichtigsten Infos

Die Corona-Impfungen laufen – am 07.06.2021 wurde die Impfpriorisierung fast überall aufgegeben. Wann sind Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes an der Reihe, die bisher nicht geimpft wurden? Wir geben Antworten

von Alexandra von Knobloch, aktualisiert am 16.08.2021

Wann erhalten Menschen mit Diabetes die Corona-Impfung?

Am 07.06.2021 wurde die Impfpriorisierung für die Corona-Impfungen in den meisten Bundesländern aufgegeben. Das heißt für Menschen mit Diabetes: Sie müssen sich wie alle anderen um einen Impftermin kümmern und werden nicht mehr bevorzugt drangenommen. Impfmöglichkeiten bestehen prinzipiell im Impfzentrum, bei Haus- und Fachärzten sowie über Betriebsärzte.

Seit Start der Impfkampagne am 27.12.2020 hatte sich die Dringlichkeit einer Impfung am Alter, aber auch an Vorerkrankungen und an den beruflichen Tätigkeiten orientiert. Dazu waren sogenannte Prioriätsgruppen vorgegeben worden. Bei Diabetes gab es Gründe für eine höhere Dringlichkeit einer Corona-Schutzimpfung, darunter vor allem höhere Langzeitzuckerwerte (HbA1c ≥ 7,5%). Die Bundesregierung bezeichnete in ihrer Impfverordnung diese höheren HbA1c-Werte als "Diabetes mellitus mit Komplikationen". Wer sich aus dieser Gruppe bis zum 06.06.2021 für eine Impfung entschieden hatte, sollte inzwischen ein Impfangebot erhalten haben.

Sofern sich Diabetiker mit einem "Diabetes mellitus mit Komplikationen" erst ab dem 07.06.2021 für eine Impfung entscheiden, ist diese weiterhin möglich. Sie werden aber bei der Terminvergabe nicht mehr gegenüber anderen Bundesbürgen – auch nicht gegenüber Gesunden – bevorzugt. 

Kein schnellerer Impftermin mehr wegen ihrer Vorerkrankung: Das gilt auch für die Menschen mit Diabetes, die bisher in "Gruppe 3 - Erhöhte Priorität" fielen. Hier waren Menschen mit gut eingestelltem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes eingestuft (HbA1c < 7,5%), die ansonsten gesund sind.

Seit Mitte August ist die Corona-Impfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut außerdem für alle 12- bis 17-jährigen Kinder und Jugendliche empfohlen. Zuvor war sie in dieser Altersgruppe nur unter bestimmten Voraussetzungen angeraten. Dazu zählte unter anderem ein Diabetes, der nicht gut eingestellt ist. Möglich ist die Impfung junger Menschen derzeit mit den Impfstoffen von BionTech und Pfizer sowie von Moderna.

Warum verlief die Corona-Impfung zunächst stufenweise?

Der Impfstoff wurde zunächst so verteilt, dass die Menschen, die am stärksten durch Covid-19 bedroht sind, zuerst geimpft und geschützt werden. Ziel ist es, dass so wenige Menschen wie möglich schwer an Covid-19 erkranken oder sterben.

Wie bekomme ich einen Termin für die Corona-Impfung?

Bei der Vergabe der Impftermine geht leider jedes Bundesland unterschiedlich vor. Manchmal sind Telefonhotlines eingerichtet, oder man muss sich über eine Seite im Internet anmelden. Nur in einigen Regionen erhalten zumindest Hochbetagte ab 80 Jahren eine Einladung per Brief. Wer sich gegen Corona impfen lassen möchte, muss sich daher über die Medien oder bei seiner Kommune erkundigen, wie die Terminvergabe für ihn geregelt ist.

Geimpft wird überwiegend in sogenannten Impfzentren, die in allen Landkreisen und größeren Städten eingerichtet sind. Zu den Menschen, die in speziellen Einrichtungen wie Heimen für Senioren oder Demenzkranke leben, kommen Impfteams in die Wohnung. Inzwischen existieren außerdem viele niedrigschwellige Impfangebote, etwa Impfstände auf Marktplätzen zu bestimmten Zeiten. Von solchen Terminen erfahren Sie in Ihrer Gemeinde. Außerdem impfen die Hausärzte und einige Fachärzte, wie Frauenärzte und HNO-Ärzte sowie Betriebsärzte.

Wie läuft die Corona-Impfung ab?

Der Ablauf richtet sich nach dem Impfstoff, den Sie bei der ersten Immunisierung erhalten. Derzeit nutzt Deutschland zwei sogenannte m-RNA-Impfstoffe von BionTech und Pfizer sowie von Moderna. Außerdem sind zwei sogenannte Vektorimpfstoffe in Verwendung: überwiegend von AstraZeneca und manchmal von Johnson und Johnson. Beim bisher in etwas geringen Mengen ausgelieferten Impfstoff von Johnson und Johnson reicht eine Impfung. Sonst sind zwei Spritzen in einem bestimmten zeitlichen Abstand nötig, um den bestmöglichen Impfschutz zu erzielen.

Der Impfstoff der Firmen BionTech und Pfizer soll nach mindestens 21 Tagen erneut verabreicht werden. Beim Moderna-Impfstoff erhält man die zweite Dosis nach mindestens 28 Tagen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut rät dazu, auf keinen Fall mehr als 42 Tage zwischen der ersten und der zweiten Impfung vergehen zu lassen. Beim AstraZeneca-Impfstoff soll die zweite Immunisierung mindestens vier Wochen bis höchstens 12 Wochen nach der ersten erfolgen. Außerdem sollen inzwischen alle mit AstraZeneca Geimpften unabhängig von ihrem Alter mit der zweiten Spritze einen mRNA-Impfstoff erhalten. Angesichts der sich rasant ausbreitenden, deutlich ansteckenderen Delta-Variante des Corona-Virus, hält die STIKO inzwischen, wenn möglich, eher kurze Impfabstände für ratsam. Der Grund: Den besten verfügbaren Schutz gegen die Delta-Variante haben erst zweifach geimpfte Personen. Mit einer hohen Zahl an vollständig Geimpften hofft man, die Übertragung der Delta-Variante einzudämmen und eine mögliche vierte Corona-Welle im Herbst 2021 abzudämpfen.

Der AstraZeneca-Impfstoff kommt seit 31.3. nur noch bei Menschen ab 60 Jahren zum Einsatz. Die STIKO hat dies empfohlen und damit auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den sehr seltenen, aber schweren Nebenwirkungen – speziellen Thromboseformen in den Hirnvenen – reagiert. Diese sind 4 bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegend bei Frauen im Alter unter 60 Jahren aufgetreten; daher die Altersgrenze. Auch der Impfstoff von Johnson und Johnson ist eigentlich nur für Menschen über 60 Jahren empfohlen. Tatsächlich weicht jedoch die Gesundheitsministerkonferenz inzwischen wieder von diesen Empfehlungen ab. Demnach können sich alle Erwachsenen unabhängig vom Alter freiwillig mit AstraZeneca oder Johnson und Johnson impfen lassen, wenn sie entsprechend über mögliche Risiken aufgeklärt wurden. Das reale Impfgeschehen orientiert sich an diesen politischen Vorgaben.

Wenn Sie überlegen, beim Hausarzt gleich noch andere Impfungen auffrischen zu lassen, sollten Sie einen Mindestabstand von 14 Tagen vor und nach Beginn Ihrer Corona-Impfung einhalten.

Menschen, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hinter sich haben, sollen frühestens ein halbes Jahr nachdem die Infektion diagnostiziert wurde, gegen Corona geimpft werden – und dabei nur eine Dosis erhalten.

Wer braucht eine Corona-Auffrischimpfung?

Ab September 2021 soll Personen, die ein hohes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben, die Möglichkeit geboten werden, ihre Impfung aufzufrischen. Dafür sollen zum Beispiel in Pflegeheimen und anderen Einrichtungen, in denen viele Corona-gefährdete Menschen leben, wieder Impfteams vor Ort kommen. Patientinnen und Patienten mit Immunschwäche oder Immunsuppression sowie Pflegebedürftige und Höchstbetagte, die noch zu Hause leben, sollen die Auffrischimpfung von ihrem behandelnden Arzt erhalten können. Die Auffrischimpfung erfolgt immer mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe – auch dann, wenn die Person vorher mit einem Vektorimpfstoff immunisiert wurde. Zwischen der Auffrischimpfung und dem Abschluss der ersten Impfserie sollen mindestens 6 Monate liegen.

Was sollte ich als Diabetiker noch beachten?

Menschen mit Diabetes leiden überdurchschnittlich oft auch an Erkrankungen, gegen die sie Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien, umgangssprachlich Blutverdünner) einnehmen. Falls Sie diese Medikamente einnehmen, sollten Sie das Impfteam vorab darüber informieren, damit es Sie mit einer besonders feinen Nadel impft, die das Nachbluten minimiert.

Wichtig ist, dass man nach der Impfung mindestens zwei Minuten mit einer Kompresse Druck auf die Impfstelle ausübt. Menschen, die schon einmal allergisch auf eine Impfung, ein Medikament oder ein bestimmtes Lebensmittel reagiert haben, sollten dies dem Impfteam mitteilen, besonders wenn es sich um eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie bis hin zum Kreislaufschock) gehandelt hat. In der Regel ist eine Impfung dennoch möglich. Zur Sicherheit erfolgt im Anschluss jedoch eine vorübergehende Überwachung (bis zu 30 Minuten). Die Mitarbeiter in den Impfzentren und Arztpraxen sind dafür ausgebildet und ausgerüstet, hier im Notfall richtig helfen zu können.

Schwere allergische Reaktionen, die ärztlicher Hilfe bedurften, sind bisher im Rahmen einer Corona-Impfung nur in seltenen Fällen aufgetreten. Falls nach der Gabe der ersten Impfung doch eine schwere allergische Reaktion auftritt, sollte die zweite Impfdosis nicht verabreicht werden.

Menschen, die einige bis 16 Tage nach der Impfung mit AstraZeneca dauerhaft starke Kopfschmerzen bekommen oder punktförmige blaue Flecken unter der Haut feststellen, sollten sofort einen Arzt aufsuchen.


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