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Corona-Impfung bei Diabetes – die wichtigsten Infos

Die Corona-Impfungen laufen – am 07.06.2021 wurde die Impfpriorisierung fast überall aufgegeben. Wann sind Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes an der Reihe, die bisher nicht geimpft wurden? Wir geben Antworten

von Alexandra von Knobloch, aktualisiert am 07.06.2021

Wann erhalten Menschen mit Diabetes die Corona-Impfung?

 

Am 07.06.2021 wurde die Impfpriorisierung für die Corona-Impfungen in den meisten Bundesländern aufgegeben. Das heißt für Menschen mit Diabetes: Sofern sie nicht in einem der Bundesländer leben, die vorläufig noch eine Priorisierung in Impfzentren aufrechterhalten, konkurrieren Diabetiker nun gleichberechtigt mit allen anderen Impfwilligen um den nach wie vor knappen Impfstoff – und müssen sehen, wann sie wo drankommen. Impfmöglichkeiten bestehen prinzipiell im Impfzentrum, bei Haus- und Fachärzten sowie seit dem 07.06.2021 über Betriebsärzte.

Seit Start der Impfkampagne am 27.12.2020 hatte sich die Dringlichkeit einer Impfung am Alter, aber auch an Vorerkrankungen und an den beruflichen Tätigkeiten orientiert. Dazu waren sogenannte Prioriätsgruppen vorgegeben worden. Bei Diabetes gab es Gründe für eine höhere Dringlichkeit einer Corona-Schutzimpfung, darunter vor allem höhere Langzeitzuckerwerte (HbA1c ≥ 7,5%). Die Bundesregierung bezeichnete in ihrer Impfverordnung diese höheren HbA1c-Werte als "Diabetes mellitus mit Komplikationen". Wer sich aus dieser Gruppe bis zum 06.06.2021 für eine Impfung entschieden hatte, sollte inzwischen ein Impfangebot erhalten haben.

Sofern sich Diabetiker mit einem "Diabetes mellitus mit Komplikationen" erst ab dem 07.06.2021 für eine Impfung entscheiden, ist diese weiterhin möglich. Sie werden aber bei der Terminvergabe nicht mehr gegenüber anderen Bundesbürgen – auch nicht gegenüber Gesunden – bevorzugt. Außer sie leben in einer Region, welche die Priorisierung noch eine Weile aufrechterhält.  

Kein schnellerer Impftermin mehr wegen ihrer Vorerkrankung: Das gilt auch für die Menschen mit Diabetes, die bisher in "Gruppe 3 - Erhöhte Priorität" fielen. Hier waren Menschen mit gut eingestelltem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes eingestuft (HbA1c < 7,5%), die ansonsten gesund sind.

Zum Termin, an dem die Impfpriorisierung endete, hatten jedoch noch nicht überall in Deutschland alle Impfwilligen der Gruppe 3 ein Impfangebot erhalten. Einige Bundesländer haben sich daher entschieden, bis auf Weiteres die Priorisierung aufrecht zu erhalten – allerdings nur in Impfzentren. Im Folgenden finden Sie eine Kurzübersicht, wo derzeit (Stand 07.06. 2021) noch eine Priorisierung gilt. Dies kann sich aber täglich ändern. Wir empfehlen Ihnen daher, sich vor Ort zu informieren.

In Bayerns Impfzentren zieht das Online-Registrierungssystem weiterhin Bürger aus Risikogruppen vor. Bei niedergelassenen Ärzten gibt es schon länger keine Priorisierung mehr. In der Stadt Bremen werden in Impfzentren noch mehrere Wochen lang Menschen aus priorisierten Gruppen geimpft, sofern sie sich bereits vor Aufgabe der Priorisierung angemeldet hatten. Die bestehende Warteliste wird also noch abgearbeitet. Das ist auch das Ziel in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Im Saarland stellte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Aussicht, dass Menschen, die eigentlich priorisiert waren, sich aber erst jetzt für eine Impfung entscheiden, ebenfalls noch priorisiert geimpft würden.

Warum verlief die Corona-Impfung zunächst stufenweise?

Der Impfstoff wurde zunächst so verteilt, dass die Menschen, die am stärksten durch Covid-19 bedroht sind, zuerst geimpft und geschützt werden. Ziel ist es, dass so wenige Menschen wie möglich schwer an Covid-19 erkranken oder sterben.

Wie bekomme ich einen Termin für die Corona-Impfung?

Bei der Vergabe der Impftermine geht leider jedes Bundesland unterschiedlich vor. Manchmal sind Telefonhotlines eingerichtet, oder man muss sich über eine Seite im Internet anmelden. Nur in einigen Regionen erhalten zumindest Hochbetagte ab 80 Jahren eine Einladung per Brief. Wer sich gegen Corona impfen lassen möchte, muss sich daher über die Medien oder bei seiner Kommune erkundigen, wie die Terminvergabe für ihn geregelt ist.

Geimpft wird überwiegend in sogenannten Impfzentren, die in allen Landkreisen und größeren Städten eingerichtet sind. Lediglich zu den Menschen, die in speziellen Einrichtungen wie Heimen für Senioren oder Demenzkranke leben, kommen Impfteams in die Wohnung. Außerdem impfen auch die Hausärzte und einige Fachärzte, wie Frauenärzte und HNO-Ärzte sowie seit Anfang Juni auch Betriebsärzte.

Wie läuft die Corona-Impfung ab?

Der Ablauf richtet sich nach dem Impfstoff, den Sie bei der ersten Immunisierung erhalten. Derzeit nutzt Deutschland zwei sogenannte m-RNA-Impfstoffe von BionTech und Pfizer sowie von Moderna. Außerdem sind zwei sogenannte Vektorimpfstoffe in Verwendung: überwiegend von AstraZeneca und manchmal von Johnson und Johnson. Beim bisher nur in sehr geringen Mengen ausgelieferten Impfstoff von Johnson und Johnson reicht eine Impfung. Sonst sind zwei Spritzen in einem bestimmten zeitlichen Abstand nötig, um den bestmöglichen Impfschutz zu erzielen.

Der Impfstoff der Firmen BionTech und Pfizer soll nach mindestens 21 Tagen erneut verabreicht werden. Beim Moderna-Impfstoff erhält man die zweite Dosis nach mindestens 28 Tagen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut rät dazu, auf keinen Fall mehr als 42 Tage zwischen der ersten und der zweiten Impfung vergehen zu lassen. Beim AstraZeneca-Impfstoff soll die zweite Immunisierung möglichst 12 Wochen nach der ersten erfolgen. Allerdings steht es Ärzten offen, die zweite Dosis auch schon früher zu verabreichen. Ziel ist es, dass mehr Menschen schneller einen vollständigen Impfschutz erhalten.

Der AstraZeneca-Impfstoff kommt seit 31.3. nur noch bei Menschen ab 60 Jahren zum Einsatz. Zur Zweitimpfung von Menschen unter 60 Jahren, die bereits die erste Dosis AstraZeneca erhalten haben, soll ein mRNA-Impfstoff benutzt werden. Die STIKO hat dies empfohlen und damit auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den sehr seltenen, aber schweren Nebenwirkungen – speziellen Thromboseformen in den Hirnvenen – reagiert. Diese sind 4 bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegend bei Frauen im Alter unter 60 Jahren aufgetreten; daher die Altersgrenze. Auch der Impfstoff von Johnson und Johnson ist eigentlich nur für Menschen über 60 Jahren empfohlen. Tatsächlich weicht jedoch die Gesundheitsministerkonferenz inzwischen wieder von diesen Empfehlungen ab. Demnach können sich alle Erwachsenen unabhängig vom Alter freiwillig mit AstraZeneca oder Johnson und Johnson impfen lassen, wenn sie entsprechend über mögliche Risiken aufgeklärt wurden. Das reale Impfgeschehen orientiert sich an diesen politischen Vorgaben.

Wenn Sie überlegen, beim Hausarzt gleich noch andere Impfungen auffrischen zu lassen, sollten Sie einen Mindestabstand von 14 Tagen vor und nach Beginn Ihrer Corona-Impfung einhalten.

Menschen, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hinter sich haben, sollen frühestens ein halbes Jahr nachdem die Infektion diagnostiziert wurde, gegen Corona geimpft werden – und dabei nur eine Dosis erhalten.

Was sollte ich als Diabetiker noch beachten?

Menschen mit Diabetes leiden überdurchschnittlich oft auch an Erkrankungen, gegen die sie Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien, umgangssprachlich Blutverdünner) einnehmen. Falls Sie diese Medikamente einnehmen, sollten Sie das Impfteam vorab darüber informieren, damit es Sie mit einer besonders feinen Nadel impft, die das Nachbluten minimiert.

Wichtig ist, dass man nach der Impfung mindestens zwei Minuten mit einer Kompresse Druck auf die Impfstelle ausübt. Menschen, die schon einmal allergisch auf eine Impfung, ein Medikament oder ein bestimmtes Lebensmittel reagiert haben, sollten dies dem Impfteam mitteilen, besonders wenn es sich um eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie bis hin zum Kreislaufschock) gehandelt hat. In der Regel ist eine Impfung dennoch möglich. Zur Sicherheit erfolgt im Anschluss jedoch eine vorübergehende Überwachung (bis zu 30 Minuten). Die Mitarbeiter in den Impfzentren und Arztpraxen sind dafür ausgebildet und ausgerüstet, hier im Notfall richtig helfen zu können.

Schwere allergische Reaktionen, die ärztlicher Hilfe bedurften, sind bisher im Rahmen einer Corona-Impfung nur in seltenen Fällen aufgetreten. Falls nach der Gabe der ersten Impfung doch eine schwere allergische Reaktion auftritt, sollte die zweite Impfdosis nicht verabreicht werden.

Menschen, die einige bis 16 Tage nach der Impfung mit AstraZeneca dauerhaft starke Kopfschmerzen bekommen oder punktförmige blaue Flecken unter der Haut feststellen, sollten sofort einen Arzt aufsuchen.


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