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Coronavirus und Diabetes: Was passiert, wenn ich ins Krankenhaus muss?

Wenn Menschen mit Diabetes wegen einer Corona-Infektion in die Klinik kommen, ist wichtig, dass auch ihr Blutzucker weiter gut überwacht wird. Darauf achten in der Regel die behandelnden Ärzte. Dennoch kann jeder selbst viel dazu beitragen, dass es ihm bald besser geht


Grundsätzlich haben Menschen mit Diabetes, die einen gut eingestellten Blutzucker und keine Folgeerkrankungen haben, kein höheres Risiko für einen schweren Verlauf bei einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2. Kommen jedoch zum Diabetes Folgeerkrankungen, etwa an der Niere oder am Herzen, dann steigt auch das Risiko für einen ernsteren Verlauf einer Corona-Erkrankung – etwa einer Lungenentzündung – die dann im Krankenhaus behandelt werden muss. Sorgen um ihren Blutzucker und die Behandlung des Diabetes müssen sich Betroffene in der Regel nicht machen: Dieser wird auch in der Klinik kontrolliert und behandelt.

Mit Diabetes häufiger auf die Intensivstation?

"Entscheidend ist, dass der Glukose-Stoffwechsel gut eingestellt ist", sagt Prof. Dr. Baptist Gallwitz, Stellvertretender Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Tübingen und Pressesprecher der DDG. Wer einen stabilen Blutzucker hat, ist weniger anfällig für Infekte. "Umgekehrt kann ein schlecht eingestellter Stoffwechsel die Immunabwehr schwächen und anfälliger für Infekte machen", so Gallwitz.

Ein gut eingestellter Blutzucker schütze auch besser vor schweren Verläufen einer Corona-Infektion. Das sagt sagt Priv. Doz. Dr. Erhard Siegel, Chefarzt der Diabetologie-Abteilung am St. Josefskrankenhaus Heidelberg. Menschen mit Diabetes sollten daher jetzt schon häufiger ihren Blutzucker messen und ihre Therapie gegebenenfalls verbessern.

Ganz wichtig: Menschen mit Diabetes, die wegen ihres hohen Blutdrucks ACE-Hemmer oder sogenannte Sartane nehmen, sollten diese auf keinen Fall selbstständig absetzen, warnt Siegel. Für die von manchen Medien verbreitete Behauptung, dass diese Wirkstoffe anfälliger für Infektionen mit dem Coronavirus machen könnten, gebe es keine Beweise. "Wer die Medikamente absetzt, hat hingegen ein höheres Risiko. Ein gut eingestellter Blutdruck hilft, eine Erkrankung besser zu überstehen", sagt der Internist und Diabetologe.

Für den Fall, dass man tatsächlich ins Krankenhaus muss, rät Siegel den Betroffenen, alle nötigen Utensilien – Messgeräte, Medikamente, Insulin, Glukose – stets griffbereit zu haben. Außerdem sollten sie einen Zettel mit allen wichtigen Telefonnummern von behandelnden Ärzten und Angehörigen bereithalten.

Checkliste: Das brauchen Sie für die Klinik

  • Medikamentenplan: alle Medikamente, die Sie nehmen, auch rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke
  • Diabetesbedarf: z.B. Messgerät, Teststreifen, Diabetestagebuch
  • Persönlicher Bedarf: Bademantel, Hausschuhe, Wäsche, Schlafanzug, Hygieneartikel; ggf. Brille, Hörgerät, Gehstock, Lesestoff

Mit der Lungenkrankheit COVID-19 und Diabetes im Krankenhaus

Menschen mit Diabetes, die mit der Lungenkrankheit COVID-19 in eine Klinik kommen, sollten am besten bei der Aufnahme Bescheid sagen, dass sie Diabetes haben. Auch auf der Station ist es sinnvoll, die Ärzte und Pflegkräfte nochmal darauf aufmerksam zu machen, dass es nötig ist, den Diabetes zu kontrollieren, zu dokumentieren und mitzubehandeln.

In der Regel wird im Krankenhaus der Blutzucker ausreichend häufig kontrolliert. Jede Klinik handhabt dies jedoch ein wenig anders. Wie oft der Blutzucker gemessen wird, hängt immer vom Einzelfall ab. Manchmal übernimmt die Messung der Patient selbst, vorausgesetzt, er ist dazu bereit und in der Lage. Manchmal kontrolliert das Pflegepersonal die Werte – oder manchmal beide zusammen.

Video: So funktioniert ein Beatmungsplatz

Wichtig zu wissen: Jede Erkrankung, vor allem, wenn sie mit Fieber einhergeht, kann sich auf den Blutzucker auswirken. Das gilt natürlich auch für eine Erkrankung, die durch das Coronavirus verursacht wurde. "Bei jeder Entzündung geht der Glukosewert hoch, das ist bei anderen Infekten genauso," erklärt Siegel. Die eingesetzten Medikamente bei der Lungenkrankheit Covid-19 können ebenfalls den Glukosestoffwechsel verändern. Wenn der Zuckerwert stark ansteigt, kann es nötig werden, eine Tabletten-Therapie auf eine Insulintherapie umzustellen. Im Fall einer vorübergehenden Beatmungstherapie würde auf jeden Fall für die Dauer der Behandlung Insulin gegeben.

Betroffene sollten die Klinikärzte frühzeitig bitten, sich mit ihrem Hausarzt oder Diabetologen in Verbindung zu setzen. Das gilt besonders dann, wenn der Blutzucker nicht optimal eingestellt ist. Um die behandelnden Ärzte zu unterstützen, hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) praktische Empfehlungen zum Diabetesmanagement bei Covid-19-Patienten veröffentlicht.


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